Berufungsprozess mit Startschwierigkeiten Verurteilte Fluchthelfer hoffen auf milderes Urteil

Das Meininger Landgericht hat den Berufungsprozess gegen zwei Gefängnis-Fluchthelfer vertagt. Grund ist, dass ein Angeklagter nicht zur Verhandlung erschienen ist. Nun soll das Verfahren in zwei Prozesse geteilt werden.

von Bettina Ehrlich

Ratlose Gesichter am Donnerstagvormittag im Meininger Landgericht. Ein Verteidiger steckt im Stau und kommt mehr als eine Stunde zu spät. Als ihn der Richter fragt, wo sein Mandant bleibt, kann der nur mit den Schultern zucken. Der 36-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Nach Wissen der Staatsanwältin in der JVA Tonna. So genau weiß das keiner. Unklar ist, was genau schiefgelaufen ist. Das Gericht vertagt die Verhandlung nach einer halben Stunde. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft werden die Verfahren getrennt, sodass nun gegen beide Angeklagte einzeln verhandelt wird.

Berufung Gefangenenbefreiung Suhl Meiningen
Der 48 Jahre alte Angeklagte, ein Dolmetscher (links) und sein Verteidiger (rechts). Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Die beiden 48 und 36 Jahre alten Männer waren im Februar vom Suhler Amtsgericht zu je acht Monaten Haft verurteilt worden, weil sie einem Moldawier im Suhler Untersuchungsgefängnis zur Flucht verholfen hatten. In einer Gefängniswerkstatt war der Drogendealer im Oktober 2017 in einen großen Karton geklettert. Diesen hatten seine Helfer in einen Lkw geladen, sodass dem Mann die Flucht gelang. Im März 2018 wurde er schließlich in Rumänien wieder festgenommen. Das Erfurter Landgericht verurteilte den Drogendealer inzwischen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten. Im März 2018 wurde der Mann in Rumänien festgenommen. Das Erfurter Landgericht verurteilte den Drogendealer inzwischen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und fünf Monaten.

Das Meininger Landgericht soll in dem Berufungsprozess klären, ob das Urteil für die beiden Fluchthelfer in Ordnung geht. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung haben Berufung eingelegt. Der Anklage geht das Urteil nicht weit genug, die Angeklagten hoffen auf ein milderes Urteil.

Am 28. Oktober wird das Verfahren gegen den 48-Jährigen fortgesetzt, für den zweiten Angeklagten muss noch ein Termin gefunden werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2019, 19:46 Uhr

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