An langen Tischen sitzen von der Evakuierung Betroffene in einer Halle.
Auch diese Turn- und Mehrzweckhalle wurde zum Sammelort für die Anwohner. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Live-Blog zum Bombenfund in Meiningen

Wegen einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg haben in Meiningen 3.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. In unserem Live-Blog haben wir über die aktuelle Situation vor Ort informiert.

An langen Tischen sitzen von der Evakuierung Betroffene in einer Halle.
Auch diese Turn- und Mehrzweckhalle wurde zum Sammelort für die Anwohner. Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Landrätin und Bürgermeister bedanken sich bei Einsatzkräften und Anwohnern

Die Landrätin von Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser, und der Meininger Bürgermeister Fabian Giesder dankten dem Landratsamt zufolge den Einsatzkräften der Polizei, Feuerwehr, dem THW und dem Deutschen Roten Kreuz sowie allen weiteren Katastrophenschutz-Einheiten. Ihr Dank gelte auch allen betroffenen Bürgern für ihre Mithilfe, Besonnenheit und gegenseitigen Unterstützung. "Die Art und Weise, wie wir diese besondere Situation alle gemeinsam gemeistert haben, macht mich als Landrätin stolz", sagt Greiser.

Die Evakuierung der Schutzzone verlief nach Polizeiangaben friedlich, geordnet und genau nach Zeitplan. Die meisten der rund 3.000 Betroffenen seien wohl auf Arbeit, in der Schule oder bei Freunden und Verwandten außerhalb der Sperrzone untergekommen. In der Multihalle hätten sich zuletzt 162 Personen aufgehalten.

Kostenlose Busse bringen Anwohner zurück in ihre Wohnungen

Nach der Entschärfung der Bombe dürfen die Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen. Dafür werden laut Landratsamt erneut kostenlose Busse zur Verfügung. So können die Menschen wieder von der Sammelstelle in der Meininger Multihalle zurückfahren. Außerdem sollen Busse Arbeit, in der Schule oder bei Freunden und Verwandten außerhalb der Sperrzone untergekommen. Einsatzkräfte sollen die Menschen zu den Bussen begleiten.

Alle Einschränkungen sind damit noch nicht vorbei: Die regulären Meininger Stadtlinien 10, 11, 14, 17 und 18 sollen erst am Donnerstag wieder den normalen Betrieb aufnehmen.

Bombe erfolgreich entschärft

Die Experten vom Kampfmittelräumdienst haben die Fligerbombe im Meininger Zentrum nach Angaben eines Landratsamts-Sprechers gegen 16:30 Uhr erfolgreich entschärfen können. Anschließend hätten sie die Bombe zum Abtransport verladen.

Dem Sprecher zufolge wird der äußere Sperrbereich "in Kürze" wieder freigegeben. Bis alle Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen dürfen, dauere es aber noch etwas länger. In den Abendstunden dürfte die Evakuierung laut Landratsamt beendet sein.

Evakuierung abgeschlossen - Bomben-Entschärfung beginnt

Nach Angaben des Landratsamtes hat die Polizei genau um 15:24 mitgeteilt, dass die Evakuierung beendet wurde. Demnach waren zu diesem Zeitpunkt alle Gebäude im Evakuierungsbereich gesichert und keine Personen mehr im Gefahrenbereich. Im Anschluss fuhren die Polizisten weiter Streife, um sicherzugehen, dass auch wirklich keine Fußgänger mehr in der Sperrzone unterwegs seien.

Nachdem die Evakuierung beendet wurde, konnten die Experten vom Kampfmittelräumdienst damit beginnen, die rund 227 Kilogramm schwere Fliegerbombe in der Berliner Straße zu entschärfen. Das soll voraussichtlich ein bis zwei Stunden dauern.

Informationen aus dem Lagezentrum

Der Busshuttle zu den Sammelpunkten für die Menschen aus dem evakuierten Bereich läuft reibungslos. Bisher sind etwa 130 Menschen dort aufgenommen worden. Auch das Bürgertelefon wird intensiv genutzt. Am Vormittag klingelten alle drei Apparate fast ununterbrochen. Um 14:00 Uhr wird es eine Lagebesprechung geben, um den Stand der Evakuierung einschätzen zu können.

Stand der Evakuierung am Mittag

Seit 9 Uhr fahren Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz durch die Innenstadt. Mit Lautsprecherdurchsagen werden die Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch eine Ersatzhaltestelle für die Südthüringenbahn wurde verlegt. Die Übersicht zu betroffenen Straßenzügen in Meiningen wurde aktualisiert und erweitert.

Erst wenn sicher ist, dass sich im 500-Meter Umkreis um den Bahnhof keine Menschen mehr aufhalten, wird die Bombe vor Ort entschärft. Die Sprengmeister gehen davon aus, dass sie am Nachmittag mit der Arbeit beginnen können. Nach Angaben des Landratsamt kann frühestens 19 Uhr das Gebiet wieder freigegeben werden.

Die Stadt Meiningen informiert

Die Stadt Meiningen hat auf ihrer Website Antworten auf die häufigsten Fragen zur Evakuierung zusammengestellt. Hier finden Sie den Link:

Polizei regelt Verkehr in Meiningen - Busshuttle steuert Sammelplätze an

Seit dem Start der Evakuierungsmaßnahme regeln Polizei und Feuerwehr den Verkehr in Meiningen. Bitte umfahren Sie die Stadt, wenn möglich. Die Busse zur Evakuierung sind von den benannten Sammelstellen planmäßig gestartet. Sie bringen die Evakuierten zu den Unterkünften, die die Stadt dafür eingerichtet hat. Der Busshuttle fährt kostenlos von folgenden Sammelplätzen:

  • Bernhardstraße, Sächsischer Hof
  • Bushaltestelle Adelheidstraße
  • Bushaltestelle Rohrer Straße

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen als Lotsen an den Sammelplätzen bereit.

Um den reibungslosen Verkehr der Busse und Einsatzkräfte zu gewährleisten, wurde in der in Jerusalemer Straße in Meiningen ein absolutes Halteverbot eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, auf individuelle Abholung und Transport im Bereich der Jerusalemer Straße zu verzichten und die Jerusalemer Straße zu meiden oder die oben genannten Sammeltransporte zu nutzen. 

Schüler-Betreuung im Stadtgebiet Meiningen

Während der Evakuierungsmaßnahmen ist der Schüler-Heimtransport mit Schulbussen und Nahverkehr nur eingeschränkt möglich. Die Betreuung der Schüler in den Schulen ist bis zum Ende der Evakuierungsmaßnahme abgesichert. Ausnahme bilden die Schulen in der Sperrzone. Die sind komplett geschlossen.

Behörden bitten um Vertrauen in Sicherheitspersonal

Das Landratsamt, die Stadt Meiningen, die Polizei, die Feuerwehr und viele Hilfsorganisationen sind im Einsatz, um die Menschen aus der evakuierten Zone zu betreuen. Stadtverwaltung und Landratsamt bitten in ihren Veröffentlichungen dringend um Vertrauen in deren Arbeit.

So können Sie helfen

Bitte informieren Sie Ihre Nachbarn und Freunde, die in der Sperrzone wohnen. Vor allem Menschen, die krank oder alleinstehend sind oder Menschen, die kein Deutsch sprechen. Nachbarn, die krank, gehbehindert oder bettlägerig sind, brauchen besondere Unterstützung.

Evakuierung begann planmäßig 

Die Evakuierungmaßnahmen wegen der Fliegerbombe konnten pünktlich am Mittwochmorgen 9 Uhr beginnen. Sie werden voraussichtlich bis in die Abendstunden andauern. Für Menschen, die nicht bei Familie, Freunden oder Bekannten unterkommen, stellen die Stadt und das Landratsamt Räumlichkeiten zur Verfügung. Rund 3.000 Menschen sind aufgefordert, ihre Wohnungen für mindestens zehn Stunden zu verlassen. Die Straßen um 500-Meter-Umkreis um die Fundstelle der Bombe sollen komplett geräumt werden. Rund 600 Helfer von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind im Einsatz.

Bombe am Dienstagabend entdeckt

Entdeckt wurde die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bei der Messung mit einer Landsonde am Dienstagabend. Andreas West vom Kampfmittelräumdienst Tauber sagte MDR THÜRINGEN, es habe bereits den Verdacht gegeben, dass sich auf dem Baugelände eine Bombe befinden könnte. Sie ist etwa 230 Kilo schwer und verfügt über zwei Zünder.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 17:49 Uhr

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