Der Luchs tappte in eine Fotofalle nördlich von Oberschönau
Ganz gemütlich streift der Luchs am Waldrand entlang und tappt unbemerkt in eine Fotofalle. Bildrechte: MDR/Dirk Hirsch

Fotos in der Nähe von Oberschönau Luchs zurück im Thüringer Wald

Es hat über 200 Jahre gedauert, ehe er zurückkam. Jetzt ist es bewiesen: Der Luchs wurde im Thüringer Wald zum wiederholten mal gesichtet und tappte dort in eine Fotofalle. Mehr als ein halbes Jahr musste Tierschützer Dirk Hirsch auf ein scharfes Foto warten. Gemeinsam mit Forschern hatte er 20 Kamerafallen im Thüringer Wald aufgestellt.

Der Luchs tappte in eine Fotofalle nördlich von Oberschönau
Ganz gemütlich streift der Luchs am Waldrand entlang und tappt unbemerkt in eine Fotofalle. Bildrechte: MDR/Dirk Hirsch

Der Luchs ist zurück im Thüringer Wald. Wissenschaftler des Forschungszentrums iDiv und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben mit Unterstützung eines ortsansässigen Naturschützers den Luchs nördlich von Oberschönau nachgewiesen. Dort tappte das scheue Raubtier in eine Kamerafalle. Irrtümlich teilte das Umweltministerium mit, es handele sich um den ersten Nachweis eines Luchses im Thüringer Wald seit über 200 Jahren. Am 12. März 2017 kam die Korrektur: schon im Mai 2017 gab es ein Foto eines Luchses aus der Region Ruppberg. Der Nachweis war auch vom Landesamt für Umwelt und Geologie anerkannt worden.

Spuren eines Luchses im Schnee
Spuren eines Luchses im Schnee. Bildrechte: MDR/Dirk Hirsch

Die TLUG hat die aktuellen Aufnahmen von Mitte Februar bestätigt. "Wir freuen uns sehr, den Luchs endlich wieder auch im Thüringer Wald begrüßen zu können. Das Engagement vieler für Wildkatze und Luchs wird nun belohnt.", hieß Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) den Luchs willkommen. Gemeinsam mit den Forschern stellte Tierschützer Dirk Hirsch seit vergangenem Sommer 20 Fotofallen auf. Über 9.000 Mal löste die Kamera bei Bewegung aus. Doch ein wirkliches Beweisfoto gab es nicht. Bis jetzt!

Woher der Luchs stammt, ob er sich im Thüringer Wald ansiedeln wird oder weiterzieht, steht noch nicht fest. Die Forscher gehen davon aus, dass das Tier möglicherweise aus dem Nationalpark Harz oder dem Bayerischen Wald nach Thüringen gezogen ist. Beide Gebiete gelten als Kerngebiete des Luchses. Schon häufiger hatte der Tierschützer Dirk Hirsch Indizien für den Luchs gesichtet. Ein gerissenes Hirschkalb mit Kehlbiss, Kratzspuren im Fell und Spuren im Schnee reichten jedoch für einen eindeutigen Beweis nicht aus.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 12. März 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2018, 14:36 Uhr

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3 Kommentare

10.03.2018 13:37 Maxe 3

Legt endlich die subventionierte Landwirtschaft lahm! Und forstet auf! Dann haben wir endlich noch viel mehr von der wunderbaren Natur mit samt ihren herrlichen Geschöpfen.

10.03.2018 03:14 Stealer 2

Der Rehbraten wird wohl mittelfristig teurer werden, aber das ist es mir wert. Und Kaninchen gibt es eh genug. Im Gegensatz zu Wolf und Braunbär ist der Luchs wohl das Wohlfühlraubtier.

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