Wiederaufnahme in Meiningen Bewährungsstrafe nach Schuss auf Döner-Imbiss

Nach Schüssen auf eine Imbissbude in Schleusingen ist ein 51-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden. Ursprünglich lautete die Anklage auf versuchten Totschlag. Davon rückte das Landgericht Meiningen ab. Nach Auffassung des Gerichts hatte der Angeklagte im Dezember 2013 an einem einzigen Tag zwei Autos in Brand gesetzt und mit einer Schrotflinte durch die Imbiss-Scheibe geschossen. Allerdings soll er dabei nicht - wie in der Anklage ursprünglich formuliert - auf einen Angestellten im Imbiss gezielt haben. Er wurde wegen vorsätzlichen unerlaubten Führens einer Schusswaffe in Tateinheit mit Sachbeschädigung und Brandstiftung verurteilt.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte die Taten noch bestritten und lediglich den Besitz von Waffen eingeräumt. Später legte er ein Geständnis ab.  Der Fall musste neu verhandelt werden, weil bei einem früheren Urteil eine Vorstrafe des Angeklagten mitberücksichtigt wurde, die bereits hätte getilgt sein müssen.

Ein Mann steht in Meininge vor der Anklagebank, neben ihm sein Verteidiger.
Frank Z. soll auf den Angestellten einer Imbissbude geschossen haben. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Der Prozess gegen den 51-Jährigen Südthüringer begann am Meininger Landgericht neu, weil der Bundesgerichtshof das Urteil von 2015 aufgehoben hatte. Damals war er zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte hatte Revision eingelegt. Außerdem bemängelte der BGH die fehlerhafte Bewertung einer Vorstrafe.

Staatsanwaltschaft: "Tod billigend in Kauf genommen."

Die Anklage warf dem Mann wie schon beim Prozess 2015 versuchten Totschlag und Brandstiftung vor. Am 26. Dezember 2013 soll der 51-Jährige am frühen Morgen im Schleusinger Ortsteil Ratscher das Auto einer Lettin in Brand gesteckt haben, wenig später soll er ein weiteres Auto angezündet haben. Danach soll der Angeklagte auf den Schleusinger Markt gefahren sein und im Dönerladen durch die Glastür den türkischen Angestellten gesehen haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er sich spontan dazu entschlossen, mit seiner abgesägten Schrotflinte auf den Mann zu schießen. Damit habe er den Tod des Mannes billigend in Kauf genommen. Die Anklage geht deshalb von versuchtem Mord aus. Der Mann soll sich bedroht gefühlt habe. Ständig habe er gedacht, die organisierte Kriminalität sei hinter ihm her.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. April 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2018, 21:00 Uhr

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2 Kommentare

19.04.2018 12:08 matlock 2

Anmerkung zum Kommentar Steiner:
Den Richtern des Landgerichts Meiningen Blindheit zu attestieren, ist hier völlig abwegig. Insbesondere dann, wenn man den Prozess nicht persönlich verfolgt hat (s. "wenn das wahr sein sollte"). Der Angeklagte war und ist psychisch krank. Er befindet sich seit über einem Jahr in fachärztlicher Behandlung und ist aufgrund dessen für die Allgemeinheit nicht gefährlich. Dem Gericht gebührt großer Respekt für seine Entscheidung.

18.04.2018 19:07 Steiner 1

Wenn dies wahr sein sollte, dann ist die Meiniger Justiz nicht nur auf dem rechten, sondern auf 2 Augen blind. Diese Ausländer-Hasser ist gemeingefährlich und gehört für en paar Jahre hinter Gitter, damit er lernt, wie man sich in der Öffentlichkeit bewegt. Wer einen Schießprügel mit abgesägtem Lauf mit sich führt, keinen Waffenschein hat, könnte auch als potentieller Verbrecher gelten. In Bayern 3 Monate ohne Gerichtsurteil bald möglich.

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