Millionenförderung Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis soll Methanol-Treibstoff herstellen

Eine neue Anlage zur Produktion von Methanol soll bis 2023 in Zella-Mehlis entstehen. Methanol wird auch als grüner Treibstoff bezeichnet. Für das Projekt überreichte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) dem Zweckverband für Abfallwirtschaft Südwestthüringen (ZASt) am Mittwoch einen symbolischen Förderbescheid in Höhe von rund acht Millionen Euro.

Insgesamt investiert der ZASt etwa 23 Millionen Euro in die Anlage. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt das Projekt finanziell. Methanol könne konventionelle fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ersetzen, teilte das Ministerium mit. Zudem werde die geplante Anlage den lokalen Schadstoffausstoß in der Luft verringern.

Feuerwehrwagen vor einer Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis
Die Müllverbrennungsanalage in Zella-Mehlis wird umweltfreundlichen Treibstoff produzieren. (Archivbild) Bildrechte: News5/Ittig

Zella-Mehlis: Produktion des umweltfreundlichen Treibstoffs bindet CO2

Für die Produktion wird aus dem Abgasstrom der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis ein Teil des klima-relevanten Gases Kohlenstoffdioxid ausgewaschen. Zudem sollen Stromüberschüsse aus dem Blockheizkraftwerk der Anlage für die die Erzeugung von Wasserstoff genutzt werden. Aus dem Wasserstoff und dem CO2 lasse sich dann flüssiges Methanol herstellen, wie das Ministerium weiter mitteilte. Der Alkohol könne in der chemischen Industrie genutzt werden, aber eben auch als synthetischer Kraftstoff herkömmliche fossile Treibstoffe ersetzen.

Der ZASt ist verantwortlich für die Entsorgung der Abfälle von etwa 480 000 Einwohnern im südwestthüringer Gebiet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Oktober 2020 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

F.W. vor 6 Wochen

Im Erörterungstermin zum Bau des Müllofens wurde der Bau einer mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage nach dem Vorbild Dresdens, die dann auch Rohstoff zur Methanolgewinnung liefert, vorgeschlagen und mit der Begründung: " Dieses Methanol sei ein gefährlicher Stoff... " abgelehnt. Nun wird Müll, samt Batterien, Ernergiesparlampen u.a. sowie Stahlschrott verbrannt und aus der Abgasfahne Methanol gewonnen und das noch gefördert, statt vorzusortieren, wie gesetzlich gefordert. Es wundert schon, dass eine Umweltministerin von der Partei die Grünen sich dafür hergibt und das fördert.

Findi vor 6 Wochen

"... den lokalen Schadstoffausstoß in der Luft verringern." Also doch?
Sollte dieser Schadstoffausstoß vielleicht der Grund für den beißenden, chemischen Gestank sein, der mich gelegentlich dazu zwingt, die Fenster meiner Wohnung in Zella-Mehlis nachts zu schließen?

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