Wintersport Schnee für Biathlon-Weltcup in Oberhof: Laster starten in Gelsenkirchen

Mit Hilfe aus dem Ruhrgebiet gehen die Vorbereitungen für den Biathlon-Weltcup in Oberhof in die nächste Runde. Mehr als 30 Lastwagen sollen 2.000 Kubikmeter Schnee vom Schalke-Stadion in den Thüringer Wald transportieren.

Zwei Schneekanonen produzieren Kunstschnee.
Schneekanonen allein reichen nicht aus, um in Oberhof genügend Schnee für den Biathlon-Weltcup zu produzieren. Bildrechte: MDR/WSRO-Skisport GmbH

Für den Biathlon-Weltcup werden 2.000 Kubikmeter Schnee aus Gelsenkirchen nach Oberhof transportiert. Wie Organisationschef Silvio Eschrich MDR THÜRINGEN sagte, werden am Donnerstag und Freitag 30 bis 35 Lkw den Schnee aus dem Ruhrgebiet in den Thüringer Wald transportieren.

Donnerstagmorgen sei mit dem Beladen der ersten Lkw begonnen worden. Der Schnee war nach der World Team Challenge vor dem Gelsenkirchener Schalke-Stadion gelagert worden. Eschrich zeigte sich zuversichtlich, dass der Wettkampf in Oberhof wie vorgesehen über die Bühne gehen kann - auch wenn in diesem Winter kaum Schnee gefallen ist. Selbst der Einsatz von 37 Schneekanonen reichte nicht aus, um genügend Schnee zu produzieren.

Der Ticketvorverkauf für den Biathlon-Weltcup vom 9. bis 12. Januar 2020 läuft auf Hochtouren. Bis zum 3. Januar gelten noch die Vorverkaufspreise. Die Skijäger starten am kommenden Donnerstag mit dem Sprint der Frauen ins neue Jahr, ehe tags darauf die Männer in die Loipe gehen. Am Samstag folgen die Staffeln, ehe zum Abschluss am Sonntag die Massenstart-Wettkämpfe auf dem Programm stehen.

Im Vorjahr kamen mehr als 60.000 Zuschauer zum Biathlon-Weltcup nach Oberhof.

Das sagen unsere User

Ob auf der Webseite, auf Twitter oder Facebook - viele User kritisieren Aufwand und Umweltbelastung der Schneetransporte wie etwa "Jan": "Leider scheint der Profit über der ökologischen Vernunft zu stehen" oder bissiger "Hans Pampel": "'Klug' angehäuftes Steuergeld. Nach dem Einbruch der nächsten Warmfront kann man dann ruhigen Gewissens von Geldwäsche sprechen. Szenen aus dem Tollhaus Oberhof."

Mehrere Kritiker halten den Kampf um den Erhalt des Winterportereignisses nicht mehr für gerechtfertigt wie "Ralf B": "Da reden alle von Klimaschutz wenn der Schnee durch halb Deutschland gefahren wird mit 30-35 LKW's, nur dafür dass ein paar Biathleten im Kreis ein paar Runden drehen können. Wenn kein Schnee fällt muss der Weltcup eben woanders stattfinden und nicht in Oberhof" oder "manner": "Thüringen sollte sich vom Wintersport verabschieden. Es ist schade, dass unsere Landesregierung so einen Wahnsinn unterstützt. Oberhof könnte als Wanderstützpunkt ausgebaut werden, aber nicht als Zentrum für Profi-Wintersport." Auf Facebook verweisen viele User auf sonst regelmäßig geübte Kritik an umweltschädlichem Verhalten im Kleinen, die sie bei den Schneetransporten für den Weltcup vermissen. Sonja Buchhardt: "Das ist gut für den Klimawandel!!! Und mit dem Auto soll der Kleine wahnsinns Preise zahlen. Da stimmt doch was nicht!"

Die Verteidiger verweisen auf den hohen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer in Oberhof und mögliche finanzielle Nachteile einer Absage. Auf Gabriele Karsts Posting "Unter diesen Bedingungen sollte Oberhof lieber verzichten......sage ich als Thüringerin" antwortet Melanie Rothe "...nicht im Tourismus tätig." Auch "Mausixy" verteidigt den Aufwand: "Und habt ihr euch mal Gedanken darüber gemacht was es für den Tourismus bedeutet wenn der Weltcup nicht stattfindet? Das ist doch Lächerlich, es gibt bestimmt wichtiger Sachen als sich hier drüber aufzuregen."
Einen spöttischen Blick auf Schneemangel steuerte Thomas Schwämlein bei: "Nicht, dass wir neben Autodiebstahl bald die Kategorie Schneediebstahl im Polizeibericht lesen."

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Januar 2020 | 13:00 Uhr

58 Kommentare

Hans Frieder leistner vor 41 Wochen

Nachdem Österreich jetzt eine neue Ökoregierung hat, empfehle ich allen Lesern morgens im TV Bayern 3, ORF 2, 3 SAT oder ARD Alpha einmal die Sendung Alpenpanorama ansehen. Die sieht man wie dort fast jeder Hang mit Schneekanone und Lift und die Gipfel mit großen Gastwirtschaften inclusive Kinderspielplatz zugepflastert sind. Da würden unsere Naturschützer Saltos schlagen. Dort ist es aber das Einkommen des Fremdenverkehrs.

martin vor 41 Wochen

Aus den klösterlichen Aufzeichnungen könnte man in der Tat viel über das damalige Wetter und die Konsequenzen für die betroffenen Menschen heraus finden. Ich habe kein Latein gelernt - aber es gibt Menschen, die dieses Wissen für andere erschließen.

Wenn wir über Klima reden, dann finde ich die arktischen Bohrkerne etc. deutlich relevanter. Und ja, es gab in der Vergangenheit bereits erhebliche Schwankungen. Die Eiszeit sollte allgemein bekannt sein.

Aber all die natürlichen Faktoren ändern nichts daran, dass auch der Mensch mit seiner Lebensweise mittlerweile massiven, negativen Einfluss auf das Klima nimmt. Von seriösen Wissenschaftlern wird das nicht mehr bestritten.

Ihren letzten Satz stimme ich übrigens völlig zu "Die moderne Welt hat nur Probleme mit der Vergangenheit, wenn sie die Augen vor Tatsachen verschließt und sie nicht anpackt." - allerdings sehe genau dieses Verhalten bei den Leugnern des menschlichen Einflusses auf den Klimawandel.

Okonjima vor 41 Wochen

Ich hätte noch ne bessere Idee, warum
nicht ne komplette E-sport Veranstaltung daraus machen? Und die
Skihalle in Oberhof wird der Veranstaltungsort.

Iss mir schlecht.... 😞

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