Wintersport 30-Millionen-Investition: Bobbahn in Oberhof wird umgebaut

Bevor im Jahr 2023 die Weltelite der Rennrodler nach Oberhof kommt, ist an der Bobbahn noch viel zu tun. Der Freistaat Thüringen und das Bundesinnenministerium investieren mehr als 30 Millionen Euro, um die Anlage modernen Anforderungen anzupassen. Unter anderem soll sie nach dem Umbau umweltgerechter und für die Sportler sicherer sein.

von Tino Geist

Entwurf für den Eingang zur Bobbahn in Oberhof nach dem Umbau
Die Rodelbahn in Oberhof wird modernisiert. So soll der Eingang künftig aussehen. Bildrechte: Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum

Ein "Schmuckstück" soll sie werden, weniger Energie verbrauchen, sicherer und technisch auf dem neusten Stand sein. Der Oberhof-Beauftragte der Landesregierung und Vorsitzende des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum, Hartmut Schubert (SPD), hat die Ziele an die neue Rennschlitten- und Bobbahn in Oberhof hoch gesetzt. Die Wunschliste ist lang. Doch die Umbauarbeiten sind längst überfällig, um die Anlange zukunftsfähig zu machen - auch über die Weltmeisterschaft 2023 hinaus, so Schubert.

Umfassende Bauarbeiten an Rodelbahn in Oberhof

Bis zur Rennrodel-WM ist viel zu tun. 100 Kilometer neue Kabel müssen verlegt und ein Kilometer Wasserkanäle gebaut werden - das sind nur zwei Zahlen, die die Dimensionen der Umbauarbeiten verdeutlichen.

Entwurf für den Herrenstart der Bobbahn in Oberhof nach dem Umbau
Die Startbereiche der Sportler auf der Anlage in Oberhof sollen vergrößert werden, hier der Entwurf für den Herrenstart. Bildrechte: Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum

So soll unter anderem die Sicherheit für die Sportler verbessert werden. Mehrere Kurven werden dafür an die hohen Geschwindigkeiten moderner Rennschlitten angepasst. Auch neue Überdachungen für den Eiskanal sind geplant. Darüber hinaus soll die Energieversorgung der Gesamtanlage umweltgerechter und die Abwärme für die Stadt genutzt werden.

Außerdem wird eine zweite Bahnstraße gebaut, damit die Fahrzeuge für den Schlittentransport nicht mehr durch die Zuschauerbereiche fahren müssen. Geplant ist zudem, die Startbereiche und Warteräume für die Athleten zu vergrößern, künftig werden Besucher auch an einem neuen Haupteingang empfangen.

Bob- und Rennrodelbahn in Oberhof aus der Vogelperspektive
Bob- und Rennrodelbahn in Oberhof gilt wegen ihrer engen Kurven als besonders anspruchsvoll. (Archivfoto) Bildrechte: imago/Karina Hessland

Am Charakter der rund 1,4 Kilometer langen Bahn soll aber nicht gerüttelt werden. Wegen ihrer engen Kurvenradien gilt sie als besonders anspruchsvoll und soll es auch nach dem Umbau bleiben.

WM der Rennrodler kommt 2023 nach Oberhof

Die Bauarbeiten sollen im April 2020 beginnen und bis Herbst 2022 abgeschlossen sein. Anfang 2023 findet die Weltmeisterschaft der Rennrodler in Oberhof statt - zum vierten Mal nach 1973, 1985 und 2008. Die Rennschlitten- und Bobbahn wurde 1971 gebaut. Damals war sie die zweite Kunsteisbahn der Welt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2019, 17:12 Uhr

10 Kommentare

kleene vor 12 Wochen

Pure Geldverschwendung! Der Bahnkörper und die Technik ist 50 Jahre alt. Man sollte besser die Bahn umbauen/neubauen da sie eh keine Wettkampfzulassung mehr für den Bobsport hat und somit zu jeder anderen deutschen Eisbahn im Nachteil ist!

martin vor 12 Wochen

Werter Herr Leistner,
der Mitkommentator "Rasselbock" hat nach meinem Verständnis in seinem Beitrag nicht die Sportgymnasien allgemein, sondern speziell das Oberhofer in Frage gestellt - wobei man seinen letzten Satz in der Tat auch auf alle Sportgymnasien beziehen kann.

Den Sinngehalt des Oberhofer Sportgymnasiums kann man m.E. durchaus in Frage stellen, da sich die Wintersportbedingungen (jenseits der Rennschlittenbahn und des Skitunnels) selbstverständlich verschlechtern werden - daran haben seriöse Wissenschaftler keine Zweifel mehr dran.

Und in diesem Gesamtzusammenhang sehe auch ich die hohen Investitionen in Oberhof mehr als kritisch - zumal die Rennsteig-Region "drumherum" wenig Förderung erhält. Dass Leuchttürme allein nicht funktionieren (mal für einen Moment unterstellt Oberhof würde zu einem) scheint sich aber noch nicht herum gesprochen zu haben. Oder liegt es doch an den alten Seilschaften?

Hans Frieder leistner vor 12 Wochen

Die Bundesrepublik müßte in 10 Jahren 450 Milliarden investieren, um Schulen, Straßen und Schienen zu reparieren und modernisieren. Da sind diese 30 Millionen nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Auch nehme ich an, daß die Anlage eine Gefriertechnik hat, um wärmere Temperaturen auszugleichen. Ebenso ist ein Sportgymnasium nicht unnütz. Die Jugend braucht auch Anreize für die Zukunft. Übrigens Wettervorhersagen über acht Tage hinaus sind unsicher. Wie will man dann auf Jahre das Wetter und Klima voraussagen?

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