Biathlon- Weltcup Neue Schneekanonen und Depots: Oberhof will künftig für mehr Schnee-Sicherheit sorgen

Der Biathlon-Weltcup in Oberhof ist kaum vorbei, da hat die Auswertung schon begonnen. Absolute Priorität für die nächsten Jahre hat die Schnee-Sicherheit. Dafür will das Thüringer Wintersportzentrum deshalb ab sofort mit vier Schneedepots arbeiten.

von Bettina Ehrlich

Ein mit Schnee beladener Lkw in Oberhof
Für den Biathlon-Weltcup 2020 musste Schnee aus Gelsenkirchen nach Oberhof gebracht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Wetter hat sich beim diesjährigen Biathlon-Weltcup in Oberhof von seiner allermiesesten Seite gezeigt. Vor allem der Dauerregen am Freitag bis in den frühen Samstagmorgen war am vergangenen Wochenende Gift für die Laufstrecke. "Das hatte nicht einer der Wetterberichte so drastisch vorhergesagt", resümiert Organisationschef Silvio Eschrich.

Kritik von Internationaler Biathlon Union nach Weltcup in Oberhof

Die freiwilligen Helfer haben nächtelang durchgeschuftet, um den Athleten einigermaßen faire Bedingungen zu bieten. Trotzdem gab es einen erhobenen Zeigefinger von der Internationalen Biathlon Union (IBU). Die Veranstalter müssten dafür sorgen, dass genug Schnee vor Ort ist, hieß es. "Das wollen wir ab dem nächsten Jahr auch schaffen", sagt Eschrich. "Und das möglichst ohne lange Lkw-Transporte." In diesem Jahr hat der Schnee aus dem Schalke-Stadion in Oberhof den Weltcup gerettet. Denn die meisten eigenen Schneereserven waren im Sommer in dem riesigen Depot gleich neben der Langlaufhalle dahingeschmolzen.

Um das zu künftig zu ändern gab es am Montag in Oberhof eine erste Besprechung. "Absolute Priorität hat jetzt die Schneesicherheit", sagte Hartmut Schubert vom Thüringer Wintersportzentrum kurz danach. Die geplanten und millionenschweren Umbauten im Biathlonstadion werde es zwar geben, aber erst sei eine neue Beschneiung direkt an der Laufstrecke dran. Mit den neuen Schneekanonen könnte dann innerhalb von ein paar Tagen die gesamte Strecke mit Kunstschnee belegt werden. Vorausgesetzt, es ist kalt genug. Vorteil der Schneeproduktion vor Ort ist, dass er nicht extra per Lastwagen zur Strecke gefahren werden muss.

Zweites Schneedepot direkt an der Strecke

Außerdem entsteht an der sogenannten Kullekurve ein zweites Schneedepot. Baustart soll noch in diesem Jahr sein, sodass dort schon für den Weltcup im Jahr 2022 der erste Schnee gebunkert werden könnte. Das große Betonsilo neben der Langlaufhalle bekommt eine neue Dämmung, in der Hoffnung dass künftig etwas mehr Schnee den Sommer überlebt.

Neue Ideen für Schneedepot

Es gibt aber auch Überlegungen, das Schneedepot zu einer Art Kühlhalle mit dicken Wänden und einem Dach aufzurüsten. Dann könnte die Kühlung der Langlaufhalle genutzt werden. Auf dem Dach vielleicht eine Solaranlage. Das sei bisher aber Zukunftsmusik. Demnächst soll entschieden werden, in welche Richtung es gehen wird. "Wir müssen den Planern ja sagen, was sie planen sollen", so Schubert.

Zwei weitere Depots an den Schanzen in Oberhof

Zwei weitere Schnee-Bunker sind an den Schanzen im Kanzlersgrund sowie am Wadeberg geplant. "Wir haben ja nicht nur jedes Jahr den Biathlon-Weltcup, sondern auch noch junge Athleten, die hier trainieren wollen", so Schubert. Organisationschef Silvio Eschrich wäre schon froh, wenn er nicht jedes Jahr kurz vor Beginn der Rennen so eine Zitterpartie erleben müsste.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 13. Januar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2020, 08:06 Uhr

8 Kommentare

HeikeB vor 1 Wochen

Ich verstehe nicht, dass nicht der Termin verschoben/getauscht wird. Mitte/Ende Februar war die Schnerlage in den letzten Jahren wesentlich besser. Vielleicht würde schon diese Maßnahme reichen.

Steuerzahler vor 1 Wochen

Ich kann den bisherigen Kommentaren nur zustimmen. Statt endlich zu begreifen und zu akzeptieren, dass Oberhof schon längst kein geeigneter Austragungsort für Wintersport mehr ist, werden neue Millioneninvestitionen geplant. Das Geld wird aus dem Steuertopf kommen; vorangetrieben vom Thüringer Finanzstaatssekretär selbst. Schauen wir mal, welche "weniger wichtigen" Maßnahmen dafür in den anstehenden Haushaltsplanungen gestrichen werden.
Ich wünsche mir vom MDR-Team, dass dieses Thema auf der Agenda bleibt, vor allem in den nächsten Wochen und Monaten, wenn es um die künftige Regierung in Thüringen und die künftigen Haushalte geht. Bitte nicht erst dann wieder thematisieren, wenn alle Messen gesungen sind.

ottovonG vor 1 Wochen

Das wäre das mal ein Extrakapitel für das Jahrbuch der Steuerverschwendung. Man kann in Thüringen auch nicht mehr surfen, obwohl es vor Millionen Jahren mal einen Ozean gab. Wenn nun keine Winter wegen dem Klima mehr kommen ist es ja wohl noch unvernünftiger Ressourcen massiv zu verschwenden, um Kunstschnee zu erzeugen oder durch halb Deutschland heran zu akrren. Auf der anderen Seite soll Normalbüger auf Reisen und Autofahren verzichten. Zur Instandhaltung von Schulen, Schwimmhallen, etc. fehlt das Geld was dort besser angelegt wäre.

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