Stute Luna ist brutal misshandelt worden.
Stute Luna hatte Glück. Sie wurde sofort von einer Tierärztin behandelt, frisst mittlerweile wieder. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Süd- und Westthüringen Polizei warnt Pferdebesitzer vor Tierquäler

Sie werden brutal gequält, mittlerweile am hellichten Tag. In Süd- und Westthüringen sind in den vergangenen drei Monaten fünf Stuten durch Messerstiche schwer verletzt worden. Die Polizei hat zahlreiche Hinweise erhalten.

von Bettina Ehrlich

Stute Luna ist brutal misshandelt worden.
Stute Luna hatte Glück. Sie wurde sofort von einer Tierärztin behandelt, frisst mittlerweile wieder. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Noch immer fassungslos steht Steffi Roßmann aus Springstille bei Schmalkalden vor dem kleinen Pferdehof und beobachtet die zierliche Stute Luna. Das gerade mal zwei Jahre alte Pferd ist erst vor zwei Wochen nach Springstille gekommen und wurde jetzt von Unbekannten vermutlich mit einem Messer schwer verletzt. Luna ist kein Einzelfall. Seit Januar sind in Süd- und Westthüringen inzwischen fünf Stuten schwer verletzt worden. Die Tatwaffe: vermutlich ein Messer. Immer wurde der Genitalbereich der Tiere malträtiert. Die Polizei mahnt deshalb alle Pferdebesitzer zu erhöhter Vorsicht.

Gut behandelt wurde Luna noch nie in ihrem Leben. Steffi Roßmann hatte die Stute aus schlechter Haltung vom Tierschutz übernommen. "Sie hatte gerade ein wenig Vertrauen gefasst und dann passiert so etwas", sagt Roßmann und kämpft mit den Tränen. Für sie und ihre kleine Tochter Leni sind Pferde das Ein und Alles. Angefangen hat die Serie in Wutha-Farnroda bei Eisenach, dort wurden kurz hintereinander zwei Stuten schwer misshandelt. Das nächste Mal schlug der Täter in Waltershausen bei Gotha zu, im April dann in einem Ortsteil von Trusetal und zuletzt in Springstille im Kreis Schmalkalden-Meiningen.

Vorgehensweise gleich

In allen fünf Fällen handelten der oder die Täter gleich, fügten den Tieren schwere Schnittverletzungen zu. Die Polizei hat inzwischen zahlreiche Hinweise erhalten. Ob eine heiße Spur darunter ist, wollten die Ermittler nicht sagen. Weil es sich aber ganz offenbar um einen Serientäter handelt, sollten Pferdebesitzer zurzeit sehr aufmerksam sein und Verdächtiges möglichst schnell melden. Wie Polizeisprecherin Jana Krojer MDR THÜRINGEN sagte, sollten Pferdebesitzer ihre Weiden und Ställe möglichst häufig kontrollieren.

Steffi Rossmann neben ihrer Tochter auf ihrem Pferdehof in Springstille.
Pferdebesitzerin Steffi Roßmann und ihre Tochter Leni neben der Stute Luna (rechts). Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Stute Luna hatte Glück. Die Tierärztin war schnell vor Ort und konnte die Wunde rechtzeitig versorgen. Inzwischen frisst das Pferd wieder, bekommt aber noch Schmerzmittel. Die Chancen stehen gut, dass Luna den schweren Angriff ohne bleibende Schäden übersteht. "Trotzdem - was sind das für Menschen die so etwas tun?", fragt sich Roßmann immer wieder. Noch einen Tag vor dem Angriff war sie sich sicher gewesen, das so etwas auf ihrem Hof nicht passieren kann. "Eigentlich ist so gut wie immer jemand da und die Koppel liegt recht nah an der Straße." Dennoch haben die oder der Unbekannte in Springstille am helllichten Tag zugeschlagen. Die Pferde können aber nicht einfach so weggesperrt werden. Viele Besitzer sprechen deshalb jetzt auch mit ihren Nachbarn, dass eben auch die ein wachsames Auge auf die Koppeln haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 12. April 2019 | 15:13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2019, 15:34 Uhr

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