Prozessauftakt am Landgericht Meiningen Tausendfach Drogen im Darknet vertickt

Am Landgericht Meiningen hat am Dienstag ein ungewöhnlicher Drogenprozess begonnen. Angeklagt sind ein 31-jähriger Mann und seine 19-jährige Freundin. Sie sollen im frei zugänglichen Internet, vor allem aber im sogenannten Darknet mehr als 4.000 Mal Rauschgift verkauft haben. Beide stammen aus Schmalkalden und wurden im Herbst des vergangenen Jahres in Breitungen festgenommen.

160.000 Euro über das Darknet eingenommen

Das Justizzentrum mit dem Landgericht in Meiningen (Thüringen)
Das Justizzentrum mit dem Landgericht in Meiningen Bildrechte: dpa

Weil die Staatsanwaltschaft jeden einzelnen Fall in der Anklageschrift aufgeführt hat und vorliest, soll allein das Verlesen bis zu drei Tage dauern. Hauptangeklagt ist der 31-Jährige. Er soll die Drogen im Online-Shop angeboten haben. Seine 19-jährige mitangeklagte Freundin soll sich um den Versand gekümmert haben. Allein über das Darknet sollen sie acht Kilo Marihuana, Haschisch und Amphetamine verkauft und dadurch 160.000 Euro eingenommen haben. Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschotteten Teil des Internets, in dem sich oft Straftäter tummeln.

Hauptangeklagten drohen 15 Jahre Haft

Aufgeflogen sind die beiden Dealer, weil sie fingierte Absender auf ihre Versandpäckchen druckten. Kam das Paket nicht beim Adressaten an, ging es automatisch zum Absender. Manch einer von denen wunderte sich über die Drogenlieferung mit Werbeflyer und informierte die Polizei. Die wurde schnell auf das Dealer-Paar aufmerksam. Dem 31-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft, der 19-Jährigen bis zu zehn Jahre Jugendgefängnis. Im Prozess sollen zehn Zeugen gehört werden. Sechs weitere Verhandlungstage sind geplant.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 15.08.2017 | Nachrichten | 12:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 20:18 Uhr

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2 Kommentare

17.08.2017 13:58 Landfrau 2

Gott sei es gedankt, dass es auch noch ehrliche Leute gibt, die ein "falsches" Päckchen bei der Polizei abgeben.
Der Drogenhandel würde ja heute noch blühen! Dank an die diese Personen.
Hoffentlich bekommen diese ein Anerkennung, denn sie haben Polizeiarbeit eingespart.
So hat die Polizei ein leichtes Spiel.

15.08.2017 23:59 Andreas 1

Keine Komentare hier. Ach sind ja Deutsche. Eindeutig Unschuldig.
Werbeflayer und Onlineshop. Wau....
Vielleicht mal im Einkauszentrum einen Probierstand zur Kundengewinnung aufbauen.

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