Sternenschnuppen über der Rhön
Nachtschwärmer haben in der Rhön einen guten Blick. Bildrechte: Verein Sternenpark Rhön e.V.

Fünf Jahre Sternenpark Sternschnuppen in der Rhön bewundern

Gerade jetzt im August stehen für Nachtschwärmer die Chancen gut, dass sich zahlreiche Sternschnuppen am Himmel zeigen. Aber wo kann man überhaupt noch ungestört in die Sterne gucken? Oft ist das ja gar nicht so einfach. Mal ist es zu bewölkt oder in der Stadt ist es sowieso viel zu hell. Anders ist das im Sternenpark im Unesco-Biosphärenreservat Rhön.

Autorenporträt Tino Geist
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

von Tino Geist

Sternenschnuppen über der Rhön
Nachtschwärmer haben in der Rhön einen guten Blick. Bildrechte: Verein Sternenpark Rhön e.V.

Vor genau vor fünf Jahren ist das Biosphärenreservat offiziell als sogenannter Sternenpark anerkannt worden. Er ist damit einer von nur vier in Deutschland. Den Titel erhielt die Region aufgrund der besonderen Nachtlandschaft, die hier über weite Strecken erhalten sei, sagt Ulrike Schade, Referentin für das Projekt Sternenpark im Unesco-Biosphärenreservat Rhön.

Wichtiger Partner sind dabei die angrenzenden Gemeinden. Die Orte müssen sich darauf verständigen, dass sie etwas gegen die sogenannte Lichtverschmutzung tun wollen. Es geht also darum, auf unnötige Lichtquellen zu verzichten - dass die Straßenlampen auch wirklich nur die Straße beleuchten und das Gebäude nicht unnötig die ganze Nacht angestrahlt werden.

Straßenlaternen fürs Sterneschauen gedimmt

Sternenschnuppen über der Rhön
Gerade der August lädt zum Sternschnuppenschauen ein. Bildrechte: Verein Sternenpark Rhön e.V.

Vorreiter ist die Gemeinde Rhönblick im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Seit Jahren wird hier zum Beispiel das Licht der Straßenlaternen gedimmt. 80 Prozent der Gemeinden im Unesco-Biosphärenreservat Rhön hätten sich mittlerweile dazu bekannt und moderne Beleuchtungsrichtlinien verabschiedet, sagt Ulrike Schade.

Das sorgt dafür, dass Besucher zum Beispiel von der Hohen Geba einen ungestörten Blick in den Sternenhimmel haben. Und das lockt auch Experten aus ganz Europa an, die zum Teil nächtelang in den Himmel schauen.

Doch nicht nur für Sternengucker ist die Dunkelheit von Vorteil. Auch Tiere und Insekten werden nicht durch unnötige Beleuchtung gestört. "Neue LED-Lampen ziehen Insekten förmlich an und schaden ihnen", sagt Ulrike Schade. Deswegen sollten Kommunen möglichst darauf achten, dass die Straßenlaternen in einem sogenannten warmweiß leuchten. Dadurch würde das Ortsbild auch gemütlich warm erscheinen.

Heute weiß man, Naturschutz muss Tag und Nacht betrieben werden. Ich kann so viele Blühstreifen bauen wie ich will, wenn diese dann über Nacht aber beleuchtet werden, dann bleiben die nachtaktiven Insekten fern. Es gehe dabei nicht darum, die Straßen dunkler zu machen. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, dass die Lichtquellen bewusst eingesetzt werden.

Ulrike Schade

Das Biosphärenreservat Rhön hat mehrere Stellen für Sternengucker eingerichtet, zum Beispiel auf der Hohen Geba. Dorthin kommen Sternenfreunde aus ganz Europa, um den Nachthimmel zu beobachten. Dabei entstehen zum Teil atemberaubende Bilder.

"In Mitteleuropa gibt es nicht mehr viele Orte, die diese Qualität am Nachthimmel aufweisen können wie die Rhön", sagt Ulrike Schade.

Auf den Rücken legen und Sterne beobachten

Sternenschnuppen über der Rhön
Sternenschnuppen über der Hohen Geba. Bildrechte: Verein Sternenpark Rhön e.V.

Gerade werden zusätzliche Himmelguckplätze gebaut. Dort können sich Besucher bequem auf den Rücken legen und den Himmel beobachten. Den Sternenpark erleben kann man zum Beispiel bei öffentlichen Führungen mit ausgebildeten Sternenführern. Sabine Frank hat sich vor fünf Jahren um die Anerkennung als Sternenpark bemüht. "Mittlerweile haben wir 4.000 bis 5.000 Leute mit dem Sternenpark erreicht", sagt Sabine Frank.

Öffentliche Führungen gibt es in regelmäßigen Abständen. Alle Termine können auf der Internetseite des Biosphärenreservats Rhön eingesehen werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 07. August 2019 | 18:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2019, 18:41 Uhr

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1 Kommentar

07.08.2019 19:42 Exilrhöner 1

Mal `ne Frage an die Redaktion. Warum verorten Sie die Rhön nach Südthüringen? Meines Wissens liegt die Rhön im Westen des Freistaates. Okay, Gotha ist ja bei ihnen auch Westthüringen.

MDR THÜRINGEN/ls:
Wir haben leider keinen Süd-Westen als Kategorie. Nach langer Überlegung haben wir für uns dann für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen als Bezug herangezogen, den wir der Regel nach im Süden verorten. Sie finden den Beitrag aber auch über den Reiter "Westen".
Danke für Ihren Hinweis und freundliche Grüße aus der Online-Redaktion

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