Menschen demonstrieren in Schmalkalden gegen Südlink
Demonstranten gegen Südlink in Schmalkalden am Donnerstag. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Umstrittene Stromtrasse Bürger in Schmalkalden gegen Südlink - Altmaier zu Besuch

Thüringen stemmt sich weiter mit aller Kraft gegen die geplante Gleichstromtrasse Südlink. Nun stattete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dem Freistaat einen Besuch ab. Er will künftig vermitteln.

Menschen demonstrieren in Schmalkalden gegen Südlink
Demonstranten gegen Südlink in Schmalkalden am Donnerstag. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Vor einem Bürgerdialog zum umstrittenen Bau der Südlink-Stromleitung haben am Donnerstagabend in Schmalkalden rund 200 Menschen gegen das Vorhaben protestiert. Vor der Mehrzweckhalle machten sie unter anderem lautstark mit Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft. Am Abend stellte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den Fragen der Trassengegner. Altmaier sagte vor Ort, er könne den Menschen nicht versprechen, dass Südlink nicht kommt. Denn die Stromtrasse sei notwendig. Altmaier sicherte aber zu, dass alle Einwände geprüft würden.

Altmaier besucht Siegesmund und Keller

Zuvor hatte Altmaier in Erfurt Gespräche mit Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) und Infrastrukturministerin Brigit Keller (Linke) geführt. Im Anschluss sagte Altmaier, zu konkreten Trassenverläufen äußere er sich nicht. Er wolle zwischen den drei von der Trasse betroffenen Bundesländern Thüringen, Hessen und Bayern einen Kompromiss vermitteln, um die Lasten des Leitungsbaus nachvollziehbar zu verteilen.

Keller und Siegesmund forderten, dass der von Thüringen vorgeschlagene Trassenverlauf durch den Westen Deutschlands noch einmal geprüft werde. Der Vorschlag war von der Bundesnetzagentur abgelehnt worden. Die Thüringer Landesregierung hält die damalige Prüfung für nicht ordnungsgemäß und droht mit rechtlichen Schritten.

Tennet bevorzugt Variante durch Thüringen

Der Netzbetreiber Tennet hält den Verlauf der geplanten Gleichstromtrasse durch Südwestthüringen für die beste Variante. Betroffene Orte wären unter anderem Marksuhl, Georgenzell im Wartburgkreis oder Fambach und Heßles im Kreis Schmalkalden-Meiningen.

Grafik - Süd-Link
Geplante Gleichstromtrassen in Deutschland: Netzbetreiber Tennet will den Südlink durch Thüringen führen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. November 2018 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2018, 20:33 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

17 Kommentare

17.11.2018 22:41 Ute Guthold 17

Die Begründung für den Bau der Stromtrassen ist zweifelhaft. Ich denke eher, das hat etwas mit 5G zutun. Schlimme Sache, jeder sollte sich mal kundig darüber machen. Da kommt was auf die Bürger zu, das nennt man totale Kontrolle und langsames seichtes Grillen der Menschlichen Körper und überhaupt allen Lebewesen. So gewollt von profitgierigen Telekomvorständen. Wenn das die Bürger nicht auf die Strasse treibt, wird das wohl das Ende der Menschlichkeit sein.

17.11.2018 13:52 der_Silvio 16

@14 Deutscher Patriot; "Das stimmt nicht, dass man "auf alle Rücksicht nimmt, nur nicht auf Thüringen"."
Wie man auf dem Bild hier sieht, laufen gleich zwei Stromtrassen (Süd-Link und Süd-Ost-Link) - huch - durch Thüringen, während um Hessen ein Bogen gemacht wird.

"Windkraftwerke verbrauchen keine Kohle und erzeugen keine Abgase."
Dafür jede Menge Sondermüll in Form von GFK (Rotorblätter), und das recht Regelmäßig;
"Da die Windkraftanlagen nach herrschender Auffassung eine Nutzungsdauer von 16 Jahren haben, wird diese auch für die Verkabelung und die Zuwegung auf 16 Jahre geschätzt."
(Quelle: Windkraft-Journal vom 05.07.2011 'Bundesfinanzhof: Einheitliche Abschreibung bei Windparks')
Umweltfreundlich geht anders.
Richtige Frage @Marcel #11;
"Wie wäre es mit Trassen entlang der Autobahn und nicht durch Naturschutzgebiete?" - weil es den Baukonzernen zu wenig Geld bringt!
Von wegen Umweltschutz!

Mehr aus der Region Suhl - Schmalkalden - Meiningen

Mehr aus Thüringen