Ein Stromkabel wird verlegt.
Der Bau der Stromautobahn soll nicht vor 2026 beginnen. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kartierungsarbeiten Stromtrasse Südlink: Betroffene Gebiete werden untersucht

Südlink soll eine von drei großen Stromautobahnen in Deutschland werden. Ein Vorschlag für den Trassenkorridor liegt bereits vor. Bald beginnen in Thüringen die Kartierungsarbeiten.

Ein Stromkabel wird verlegt.
Der Bau der Stromautobahn soll nicht vor 2026 beginnen. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Südthüringen starten die Kartierungsarbeiten für die Stromtrasse Südlink. Dazu müssen die betroffenen Gebiete auf Tier- und Pflanzenvorkommen untersucht werden.

Die Unternehmen TransnetBW und Tennet haben dazu Kontakt mit den betroffenen Grundstückseigentümer aufgenommen und wollen eine offizielle Bekanntmachung in den Amtsblättern veröffentlichen. Die Untersuchungen beginnen im Januar. Betroffen sind unter anderem Meiningen, Rippershausen, Stepfershausen und Sülzfeld. Bei der Agrargenossenschaft Hermannsfeld sorgte die Ankündigung von TransnetBW und Tennet für Verunsicherung. Dort hieß es, der genaue Verlauf der Kabel stehe noch gar nicht fest. Andere Grundbesitzer hätten ähnliche Briefe erhalten.

Die Bundesnetzagentur hielt dagegen: Dass die Kartierungsarbeiten jetzt schon beginnen, sei kein Grund zur Sorge. Das hieße nicht, dass es bereits geheime Pläne für einen genauen Kabellauf gäbe. Die Bundesnetzagentur nannte Zeitdruck als Grund für die Eile: Tennet müsste, um Fristen einhalten zu können, schon jetzt Vorarbeiten leisten. Die Netzbetreiber informierten in ihren Schreiben auch darüber, dass bei der Kartierung keine Bodenschäden entstünden. Es gäbe weder Bohrungen noch Abgrabungen.

Südlink als eine von drei großen Stromautobahnen in Deutschland

Im Moment befindet sich Südlink in der Bundesfachplanung. Das heißt, es liegt bereits ein Vorschlag für den Trassenkorridor vor und die Bundenetzagentur auch Gespräche mit Bürgern betroffener Gemeinden. Die sogenannten Erörterungstermine sind inzwischen abgeschlossen. Ob die Bundenetzagentur dem Vorschlagstrassenkorridor zustimmt, wird sich zum Jahreswechsel zeigen.

Der nächste Schritt ist die Planfeststellung. Hier entscheidet sich dann, wo genau innerhalb des Korridors die Kabel verlaufen werden. Dabei wird darauf geachtet, Mensch und Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Der Bau wird anders als zunächst geplant nicht vor 2026 beginnen. Zahlreiche Einwände von Bürgern gegen die Trassenpläne müssen erst geprüft werden, bevor eine Entscheidung fallen kann.

Südlink soll eine von drei großen Stromautobahnen in Deutschland werden. Die Leitung wird knapp 700 Kilometer lang sein und Gleichstrom transportieren. Mit dem Umstieg auf Ökostrom wird immer mehr Energie dezentral gewonnen. Also nicht mehr in wenigen großen Kraftwerken, sondern in vielen kleinen Wind-, Wasser-, uns Solaranlagen. Die neuen Trassen sollen zum Beispiel Windstrom aus Nord- nach Süddeutschland transportieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Dezember 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 19:34 Uhr

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