Verwaltungsgericht Meiningen Gericht verhandelt Streit um Gasthof in Kloster Veßra

Im Verfahren um ein Gasthaus in Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen rückt der Denkmalschutz in den Mittelpunkt. Die Richter gingen am Mittwoch der Frage nach, ob Gebäude und Mauern auf dem Gelände tatsächlich ein schützenswertes Denkmal handelt. Dazu wurde ein Mitarbeiter der Denkmalpflege angehört.

Die Richter verhandeln die Klage des derzeitigen Pächters und Betreibers, Tommy Frenck. Vor fünf Jahren erwarb Frenck, früher Mitglied der NPD, jetzt Kreistagsabgeordneter für das Bündnis Zukunft Hildburghausen, die Immobilie. Seitdem ist der "Goldene Löwe" ein Anlaufpunkt für die rechte Szene. Sein Versuch, die Immobilie auch formal in Besitz zu nehmen, ist bisher gescheitert. Die Verwaltungsgemeinschaft Feldstein hat von ihrem Vorkaufsrecht als Kommune Gebrauch gemacht und damit den Eintrag ins Grundbuch verhindert.

Gemeinde argumentiert mit Denkmalschutz

Die Gemeinde begründet ihr Vorkaufsrecht unter anderem mit dem Denkmalschutz. Der Gasthof selbst und eine Mauer auf dem Grundstück sind demnach im Denkmalbuch eingetragen. Außerdem liegt das Areal auf dem Gebiet einer Erhaltungssatzung. Die allerdings wurde erst 2015 beschlossen. Die Gemeinde hat ihren Angaben zufolge konkrete Pläne für die Immobilie. Man strebe eine Nutzung an, "die in einem engen Bezug zum angrenzenden Hennebergischen Museum Kloster Veßra stehe".

Käufer Frenck ficht das Vorgehen der Gemeinde an und hat dazu 2014 das Verwaltungsgericht eingeschaltet. Die zuständigen fünfte Kammer am Verwaltungsgericht Meiningen verhandelt die Anfechtungsklage öffentlich.

Ein Gasthof im Fachwerkhaus Baustil, davor eine Straße und parkende Pkw´s auf einem Parkplatz.
Der Gasthof von Tommy Frenck in Kloster Veßra. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. September 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 16:53 Uhr

8 Kommentare

Rotti vor 6 Wochen

Ich bin mal gespannt, wie die Verwaltungsgemeinschaft das langfristig finanzieren will. Nehmen die eigenes privates Geld dazu oder unser aller Steuergeld?
Und, so frage ich mich, wurde die Immobilie zwangsversteigert, wenn doch so das "öffentliche Herz" daran hing?
Hat denn die Verwaltungsgemeinschaft in dem Zwangsversteigerungsverfahren ihr Interesse durch ein Gebot bekundet?

Thueringer Original vor 6 Wochen

Ist es denn legitim, jemanden einen legalen Kauf zu verwehren, nur weil dessen politisches Weltbild der Kommunalpolitikern nicht passt. Wenn dies mit einer homosexuellen Person gemacht worden wäre, wäre der Aufschrei sicherlich größer.

Horst Schlaemmer vor 6 Wochen

Täter werden zu Opfern. So biegt man sich seine rechte Welt zurecht. Wer reichlich und wiederholt in unserem Land die Demokratie mit Füßen bzw. Springerstiefeln tritt und gern mal die Nazikeule rausholt, liegt aufgrund der Zahl und Schwere rechtsextremer Gewalttaten deutlich oben auf. Und ganz klar:
Die NPD gehört schon seit Jahren verboten. Mittlerweile hilft das aber auch nicht mehr. Denn da ist ja die AfD. Das ist eine NPD in Blau. Zudem übrigens mehrfach schon aufgefallen durch Verdachtsfälle auf Untreue, Vetternwirtschaft und sorglosen Umgang mit Steuergeld.

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