Schmalkalden-Meiningen Kreis wehrt sich gegen Stromtrasse und Gebietsreform

Der Kreistag von Schmalkalden-Meiningen hat sich am Donnerstag einstimmig gegen die geplante unterirdische Stromtrasse SuedLink positioniert. Die Kreistags-Mitglieder beauftragten Landrat Peter Heimrich (SPD), alle politischen und rechtlichen Mittel des Widerstandes gegen den Verlauf der Stromtrasse durch den Kreis Schmalkalden-Meiningen zu nutzen. Heimrich hatte die entsprechende Resolution eingebracht.

Heimrich: "Region kein Abschiebebahnhof"

In der Beschlussvorlage des Kreistags heißt es, man begrüße die Energiewende, lehne aber jegliche Trassenführungen durch den Landkreis Schmalkalden-Meiningen ab. Zahlreiche Bedenken werden darin aufgeführt. Mit dem Bau der 380-kV-Südwest-Freileitung in Thüringer Wald und Schiefergebirge habe die Region ihren Anteil zur Energiewende bereits geleistet, heißt es.

Heimrich gilt als vehementer Gegner der neuen Stromtrasse. Nach erstem Bekanntwerden von Plänen unterirdischer Stromautobahnen durch Thüringen hatte er gesagt, die Region sei kein Abschiebebahnhof für unliebsame Großprojekte. Thüringen müsse deutlich machen, eine Verschiebung der Trasse nach Osten nicht zu akzeptieren.

Die Stromnetzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz planen neue Erdkabel-Korridore vom Norden in den Süden der Republik. Ende September waren Pläne bekannt geworden, nach denen die SuedLink-Trasse durch Thüringen führen könnte. Mehrere Varianten führen demnach durch Gebiete im Westen Thüringens - viele tangieren Orte im Kreis Schmalkalden-Meiningen. Die Bundesnetzagentur will die Vorschläge für die Stromautobahnen ab Frühjahr 2017 prüfen.

Kreis wehrt sich auch gegen Gebietsreform

Auch gegen die Pläne zur Gebietsreform macht der Kreis Schmalkalden-Meiningen mobil. Mit großer Mehrheit stimmten die Kreisräte am Donnerstag gegen den von der Landesregierung vorgeschlagenen Zusammenschluss ihres Kreises mit Hildburghausen, Sonneberg und Suhl zu einem Großkreis. Der Kreistag beauftragte Heimrich, wenn nötig gegen den Freistaat Thüringen zu klagen. Die Gebietsreform-Pläne der Landesregierung führen nach Meinung des Kreistages unter anderem zu einer schlechteren finanziellen Situation. Die Kreisumlage werde erheblich steigen und die Investitionskraft maßgeblich sinken.

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2016, 14:22 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

18.11.2016 16:50 Gesunder Menschenverstand 2

Stehe voll hinter Landrat Heimrich.

Auf der einen Seite erhalten Bürger (z.B. in Wasungen) absolut dringliche Ortsumgehungen nicht (hier scheint man die Region nicht zu kennen), andererseits sollen Leitungen, die im Westen keiner will, durch Naturräume mit höchster Schutzwürdigkeit (UNESCO Biosphärenreservat) hier durchgeführt werden...eine Straße von Fulda nach Meiningen konnte deswegen nicht entstehen....
Sind die die Bürger im Südwesten Thüringen denn der letzte Dreck, mit denen man denkt machen zu können, was man will, So nicht!!!

18.11.2016 16:28 Tobi 1

Man kann ja gegen alles sein, muss dann aber auch sagen wie denn die Alternativen aussehen. In Sachen Stromautobahn sehe ich schwarz, da die Betreiber bereits Kompromisse und Planungsvorlauf geliefert haben und die rechtlichen Rahmenbedingungen durch den Bund stehen. Die Gebietsreform kommt so oder so. Wenn nicht durch RRG, dann durch CDU + "co". Die Zahlen liegen auf dem Tisch... .