Ab in den Süden? Sonneberg und Hildburghausen in Bayern willkommen

Dass die Südthüringer Landkreise Sonneberg und Hildburghausen nach Bayern wechseln, könnte sich die bayrische Landesregierung vorstellen. Ohnehin gebe es schon jetzt Schnittstellen. Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) reagierte auf den Vorschlag mit Humor.

Bayern steht einem Wechsel der Thüringer Landkreise Sonneberg und Hildburghausen aufgeschlossen gegenüber. Laut Medienberichten hatte der bayrische Innenminister Joachim Herrmann das auf Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld mitgeteilt. Dabei verwies der CSU-Politiker auf die bereits bestehenden Verflechtungen in Zweckverbänden oder in der Metropolregion Nürnberg sowie die historische Zusammengehörigkeit von Sonneberg und Coburg.

Die Landkreise Sonneberg und Hildburghausen und Oberfranken
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Ein Gebietswechsel der beiden Südthüringer Kreise sei laut Herrmann nur möglich, wenn beide Länder per Staatsvertrag dazu bereit wären. Dafür sei ein Volksentscheid in beiden beteiligten Ländern notwendig. Ein solcher könne, so der bayrische Innenminister, auch auf die betroffenen Teilgebiete eingeschränkt werden.

Außerdem müsste der Bundestag zustimmen. Herrmann verwies darauf, dass vor einem solchen bürokratischen Vorgehen zunächst einmal in Thüringen die Weichen gestellt werden müssten. Erst dann könne diese Idee weiterverfolgt werden.

Poppenhäger: "Natürlich nur innerhalb des Freistaats Thüringen"

Im Thüringer Innenministerium stößt der bayerische Vorstoß allerdings auf wenig Gegenliebe. Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hat als Antwort auf seinen bayerischen Amtskollegen Vertreter der Region Coburg zu Gesprächen über einen Wechsel nach Thüringen eingeladen. Poppenhäger sagte, "die traditionell häufigen Missverständnisse insbesondere zwischen Alt-Bayern und Franken" seien seit langem bekannt und die räumliche Distanz zur bayerischen Landeshauptstadt groß. So spreche eigentlich nichts dagegen, dass die Region Coburg im Zuge der Thüringer Gebietsreform mit den Kommunen der Landkreise Sonneberg und Hildburghausen zusammengehe. "Natürlich innerhalb des Freistaats Thüringen", sagte Poppenhäger in einer Mitteilung.

Weiter schwärmte Poppenhäger davon, dass durch die Autobahn der Weg von Coburg nach Erfurt so kurz geworden sei, dass Coburger "oft einen der Feiertage in Bayern nutzen, um in die aufblühende Thüringer Landeshauptstadt Erfurt einkaufen zu fahren".

Im Zuge der geplanten Gebietsreform in Thüringen hatten insbesondere die Sonneberger immer wieder von einem Wechsel nach Bayern gesprochen. Eine Drohkulisse solle das, so der Sonneberger Vizebürgermeister Heiko Voigt, aber nicht sein. Er sieht darin eine ernstzunehmende Option. Die Sonneberger fürchten, dass sie im Zuge der Gebietsreform ihren Landkreis und damit ihre Kreisstadt verlieren. Aus Sicht der Sonneberger droht im schlimmsten Fall ein Südthüringer Großkreis mit einer Kreisstadt Suhl.