Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Retter auf dem Weg zum ICE. Bei der Übung am Samstag wurde der Katastrophenfall im Fleckbergtunnel simuliert. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Großübung in Südthüringen ICE brennt in Tunnel - Retter proben den Ernstfall

Im Fleckbergtunnel bei Goldisthal haben mehr als 1.500 Helfer und Statisten den Ernstfall geprobt. Simuliert wurde der Brand eines Schnellzugs mit rund 500 Reisenden. Die Übung deckte Probleme beim Digitalfunk auf.

Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Retter auf dem Weg zum ICE. Bei der Übung am Samstag wurde der Katastrophenfall im Fleckbergtunnel simuliert. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Feuerwehrleute, Ärzte, Sanitäter und Polizisten aus Thüringen haben am Samstag im Fleckbergtunnel in Goldisthal (Kreis Sonneberg) den Ernstfall geübt. Auf der ICE-Strecke zwischen Ebensfeld und Erfurt wurde ein Brand in einem vollbesetzten ICE mit zahlreichen Verletzten simuliert, teilte das Thüringer Innenministerium mit. Innenstaatssekretär Udo Götze sagte, "wir erhoffen uns unter anderem Erkenntnisse dazu, wie tragfähig die Einsatzkonzepte sind und wie leistungsfähig der Digitalfunk ist". Mehr als 1.500 Helfer, Statisten und Seelsorger waren bei der Übung dabei.

Genau beim von Götze angesprochenen Digitalfunk offenbarten sich Probleme auf der ICE-Strecke durch den Thüringer Wald. Wie der Leiter für die Gesamtkoordinierung Gefahrenabwehr, Marc Stielow, sagte, gab es Stellen an den Zufahrtswegen des Tunnels, wo keine hundertprozentige Funkkommunikation vorhanden war.

Szenario mit Dutzenden Schwerverletzten

Das Szenario sieht einen brennenden Transformator in einem ICE vor. Ein Fahrgast betätigt anschließend die Notbremse, woraufhin Menschen in dem vollbesetzten Zug stürzen und durch die Waggons schleudern. Danach breitet sich das Feuer weiter aus - mitten im anderthalb Kilometer langen Tunnel.

Von den Rettungskräften von Feuerwehr, THW, Rotem Kreuz, Katastrophenschutz und Polizei wurde alles gefordert: 60 Schwerverletzte mussten sie versorgen, Tote bergen, Angehörige betreuen. Verletzte wurden mit Rettungswagen und Hubschraubern von den Rettungsplätzen in Krankenhäuser gebracht. Auch dort wurde in den Notaufnahmen weiter geübt.

Kreis Sonneberg Training im ICE-Tunnel bei Goldisthal

Ein Unfallszenario, das mit "Katastrophe" gut umschrieben ist, hielt Rettungskräfte am Samstag in Südthüringen in Atem. Im Fleckbergtunnel wurde der Brand eines ICE simuliert. Zu den Bildern.

Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Es raucht aus dem ICE-Tunnel Fleckberg im Kreis Sonneberg. Am Samstag probten mehr als 1.500 Einsatzkräfte den Ernstfall. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Es raucht aus dem ICE-Tunnel Fleckberg im Kreis Sonneberg. Am Samstag probten mehr als 1.500 Einsatzkräfte den Ernstfall. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Simuliert wurde der Brand eines vollbesetzten ICE im Tunnel.  Im Einsatz waren unter anderem Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Polizei - und viele Statisten. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Alles soll dem Katastrophenfall so nahe kommen wie möglich. Auf dem Rettungsplatz vor dem Tunnel versorgen die Rettungskräfte Verletzte. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Such- und Bergungstrupp sind mit Tragbaren auf dem Weg in den Tunnel zum ICE. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Sie versuchen Verletzte zu finden und zu retten. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung in und am ICE-Tunnel Goldisthal
In dem Tunnel ist die Sicht schlecht. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Die Retter rücken zum ICE vor... Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
... und bergen Schwerverletzte aus dem Schnellzug. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
Die Verletzten werden zum Rettungsplatz gebracht... Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung am Fleckberg-Tunnel in Goldisthal
... und dort versorgt. Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt
Rettungsübung in und am ICE-Tunnel Goldisthal
Später wurde auch in den Notaufnahmen weiter geübt. Bildrechte: MDR/Marian Riedel
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Getestet wurde auch die Warn-App Nina vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz, die die Bevölkerung über Notfälle und Verkehrsbehinderungen informiert. Wichtig sei auch die Kommunikation, etwa zwischen Einsatzkräften und Krankenhäusern sowie mit Angehörigen, sagte Götze.

Erfurter Hauptbahnhof gesperrt

Auf dem Streckenabschnitt mit dem Tunnel war an dem Wochenende ohnehin kein Verkehr. Für die Übung wurde die Sperrung des Bahnknotens Erfurt genutzt, die von Samstag an bis Sonntagvormittag andauert.

Von der Sperrung in Erfurt sind unter anderem ICE-Strecken von Hamburg und Berlin nach Nürnberg und München, von Dresden nach Wiesbaden sowie IC-Züge von Köln nach Gera betroffen. Auch Regionalzüge sollen bis zum Sonntag den Hauptbahnhof nicht passieren. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers ist die Sperrung nötig, weil unter anderem neue Anlagen in das elektronische Stellwerksystem eingebunden werden sollen.

Mehr zum ICE-Streckennetz:

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 22. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 09:37 Uhr

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1 Kommentar

22.06.2019 18:45 Rasselbock 1

Vielleicht schnallen sie es doch noch: Es gibt keine Funkstrecken die 100%ig funktionieren. Wer Ahnung von Physik hat weiss das. Wenn man aber irgendwie spart kommt meist Sch*** heraus, offenbar so auch hier. Die Sprachübertragung findet paketiert nach eine AD Wandlung statt. Durch Beugung oder Reflexion zerhackte Datenpakete müssen wiederholt werden, das kostet Zeit, die Verbindung reisst ab. Analog ist es so, das Ohr hat eine gewisse Korrelationsfähigkeit, Wortfetzen kann das Ohr zumeist gut rekonstruieren.Insofern ist das Problem mit dem Digitalfunk zu erwarten gewesen.

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https://www.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/ilmenau-ilmkreis/video-321518.html

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