Gefährlich und laut Illegale Motorrad-Rennstrecke bei Sonneberg im Visier

Judenbach und Jagdshof bei Sonneberg sind kleine ruhige Dörfer. Schauberg liegt schon im Kreis Kronach. Seit 2017 nun gibt es wieder eine Verbindung zwischen Sonneberg und Pressig in Franken. Die Freude über die neue Straße währte nicht lange. Denn Motorradfahrer aus ganz Deutschland haben sie als Rennstrecke für sich entdeckt.

Eine Kurve auf einer Straße
Zu schnelle Motorradfahrer sorgen auf der Straße zwischen Schauberg in Franken und Judenberg bei Sonneberg für Ärger. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Sie ist knapp drei Kilometer lang, steil mit sportlichen Kurven und einem fast neuen Belag. Fast wähnt man sich auf dieser Straße in Südtirol. Für Motorradfahrer ist die Strecke zwischen Schauberg in Franken und Judenbach bei Sonneberg einfach nur ein Traum. "Du kannst dich richtig schön in die Kurven legen, das macht einfach Spaß", sagt ein Biker mit leuchtenden Augen.

Er fährt seine Maschine heute zum Sonntag ein bisschen aus. Aber ganz entspannt. Er, so versichert der Mittfünfziger, lässt es ruhig angehen. "Ich will mein Hobby schließlich überleben", fügt er hinzu. Und damit ist der Motorradfahrer gleich beim Punkt angekommen. Wenn er nämlich mit dem Auto unterwegs ist, meidet er die Strecke lieber. "Manche Motorradfahrer kommen derart angeschossen, da hab ich einfach nur noch Angst."

Beschwerden über Motorradfahrer nehmen zu

Andreas Barnikol versteht das nur zu gut. Seit letztem Sommer, so berichtet der Leiter der Sonneberger Polizeiinspektion, häufen sich die Beschwerden der Anwohner. Sogar illegale Rennen habe es schon gegeben. "Hier ist für uns ein Punkt erreicht, wo einfach mal Schluss ist. Bevor es Tote gibt, müssen wir reagieren", so Barnikol.

Sperrung der Strecke ab Mitte Juli

Spätestens Mitte Juli soll die Strecke an den Wochenenden für Motorradfahrer gesperrt werden. Das Landratsamt in Sonneberg arbeitet schon an einer entsprechenden Verfügung. Die Bewohnerin des Hauses am Ortseingang von Schauberg kann das kaum erwarten. "Vielleicht können wir dann wieder mal an einem Sonntagnachmittag draußen sitzen und in Ruhe Kaffee trinken", sagt sie. Das sei bei schönem Wetter zur Zeit wegen des Lärms einfach nur noch eine Qual.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 21. Juni 2020 | 18:15 Uhr

13 Kommentare

Dimitri vor 2 Wochen

Und nur um das klarzustellen, ich bin kein Motorradfahrer, sondern einfach nur ein rational denkender Mensch. Es hilft nicht, halbherzig Symptome zu behandeln, wenn die Ursache des Problems eine ganz andere ist und komplett anders angegangen werden müsste. Solche Verbote sind ganz klar Diskriminierung.

Dimitri vor 2 Wochen

"Übrigens fahre ich selbst seit 25 Jahren Motorrad" - aha. Wenn ich raten darf: Harley-Fahrer, der außer geradeaus fahren und Lärm verursachen nichts anderes mit seinem Motorrad anstellen kann, und es daher den anderen Motorradfahrern nicht gönnt, an kurvenreichen Strecken ihren Spaß zu haben. Dich betrifft das ja nicht.
Normale Polizeikontrollen würden tatsächlich ausreichen, wenn diese vernünftig durchgeführt werden. Damit könnte man nämlich das Problem bei der Wurzel packen und die lärmenden Verkehrsteilnehmer bestrafen. In diesem Punkt ist der Aussage von Paule nichts mehr hinzuzufügen. Es ist einfach eine Schweinerei, dass immer die Motorradfahrer an allem Schuld sind und dann noch grundsätzlich alle Motorradfahrer. Man sieht an diesen Maßnahmen, dass einfach ein paar Leute laut schreien und sich beschweren und dann von der Politik unüberlegte Maßnahmen ergriffen werden, Hauptsache es ist was gemacht. Bravo.

Schnecke vor 2 Wochen

Falsche Entscheidung. Ich kenne die Strecke. Im Sommer fahre ich hier mehrfach pro Woche mit dem Fahrrad lang, einer der Hauptradwege der Region mündet in die Straße - Heinersdorf durchs Tettautal nach Schauberg. Ja, es ist wortwörtlich eine Rennstrecke. Ja, man hat dort als Radfahrer oft Angst, wenn man vor der unübersichtlichen Kurve ins Tettautal abbiegt, wenn die Irren los sind. Und ja, es ist nur eine Frage der Zeit, bis es dort zu einem tödlichen Unfall kommt. Aber. Von den hundert Motorradfahrern, die dort pro Stunde durchfahren, sind ein bis zwei Idioten dabei. Die hört man in Schauberg schon, wenn sie in Jagdshof losfahren. Wegen diesen zwei Idioten wird diese für Motorradfahrer verständlicherweise interessante, schöne, kurvenreiche Strecke gesperrt. Wieder müssen tausende büsen, weil ein paar ihren Affen machen müssen. 60er-Geschwindigkeitsbegrenzung einrichten, ein paar beidseitige Blitzer, z.B. bei der Applauskurve Räppoldshütte, finanziert sich von selbst, schon ist Ruhe.

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