Landkreis Sonneberg Pilzsammler berichtet vom Fund der DDR-Minen auf Ex-Todesstreifen

Nach der Entdeckung von zwei scharfen DDR-Minen auf dem früheren Todesstreifen in Südthüringen berichtet der Pilzesammler von seinem Fund. Stefan Wöhner aus Neuhaus-Schierschnitz im Kreis Sonneberg sagte MDR THÜRINGEN, er habe die beiden Sprengkörper am Sonnabend an seiner "Steinpilzstelle" entdeckt, die er jedes Jahr aufsuche. Bei der Pilzsuche 2019 habe die Minen dort nicht gesehen. Er tippe deswegen darauf, dass die Minen bei der Holzernte an die Oberfläche gelangten - beispielsweise beim Roden eines Baumstumpfes.

DDR-Minen vom Typ PMP-71 auf dem früheren Todesstreifen nahe Neuhaus-Schierschnitz im Kreis Sonneberg in Thüringen.
Die beiden DDR-Minen vom Typ PMP-71 auf dem früheren Todesstreifen nahe Gessendorf im Kreis Sonneberg in Thüringen. Bildrechte: MDR/Stefan Wöhner

Wöhner informierte nach dem Fund nahe Gessendorf die Polizei, die den Kampfmittelräumdienst hinzuzog. Die Experten entschieden, dass ein Abtransport zu gefährlich gewesen wäre, und sprengten die Minen deswegen vor Ort.

Pilzsammler Wöhner hatte sich schon vorher auf den Heimweg gemacht. Seine Fotos zeigen auch den Typ der Minen: PMP-71. Diese Baureihe aus DDR-Produktion besteht aus Hartplastik und enthält jeweils 130 Gramm des Sprengstoffs TNT. Die DDR hatte an der Grenze zur Bundesrepublik hunderttausende Landminen unterschiedlicher Typen im Boden verlegt, um Bürger an der Flucht in den Westen zu hindern. Auf westdeutschen Druck wurden die Minen in den 80-er Jahren geräumt; nach der Wende gab es eine erneute Suche nach verbliebenen Sprengkörpern. Experten gehen davon aus, dass dabei nicht alle Minen im Boden auf dem heutigen "Grünen Band" entdeckt worden sind.

DDR-Minen vom Typ PMP-71 auf dem früheren Todesstreifen nahe Neuhaus-Schierschnitz im Kreis Sonneberg in Thüringen.
Detailaufnahme einer der beiden Minen mit der Typenbezeichnung. Bildrechte: MDR/Stefan Wöhner

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. September 2020 | 14:00 Uhr

11 Kommentare

kleinerfrontkaempfer vor 7 Wochen

In Laos ist das Land durch US-Bombardements dermaßen kontaminiert, dass man noch auf 80 - 100 Jahre Räumdienst veranschlagt. Damit auch die "Rückgewinnung" von ehemals nutzbaren Flächen für dieses Agrarland.

part vor 7 Wochen

Mienen sind und waren schon immer das Fieseste in der Kriegsführung was es gibt, übertrofen von autonomen Systemen, die eigenständig Lenkwaffenen abfeuern auf sich bewegende Ziele. Weltweit erhöht sich die Zahl der Opfer durch Mienenverletzungen stetig, denn selbst aus dem WK II liegen noch unzählige scharfe Sprengkörper in verschieden Ländern im Boden, die durchaus noch scharf sind. Besonders Menschen und auch Kinder in Entwicklungsländern sind dabei besonders betroffen, hierzu gibt es Gegenintiativen gegen Landmienen aber auch Spedenednkonten um den Opfern eine kleine Hilfe zu Teil werden zu lassen.

BEN2020 vor 7 Wochen

Hallo Lisa,
Informier dich bitte bevor du einen Kommentar ab gibst und Bußgelder aufruft. Was das Grüne Band ist und welche Bedeutung es für die die Menschen hat.

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