Präzisionsgewehr für Scharfschützen Suhler Firma erhält Bundeswehr-Auftrag

Zuschlag für den Suhler Waffenhersteller Haenel: Das Unternehmen wird für Spezialkräfte der Bundeswehr 115 Scharfschützen-Gewehre des Typs G29 herstellen. Im Vorfeld war die Vergabe gestoppt worden: Einem Soldat wurde vorgeworfen, die Suhler Firma bei der Ausschreibung begünstigt zu haben.

Der Suhler Waffenhersteller C. G. Haenel GmbH hat einen Großauftrag von der Bundeswehr erhalten. Das Unternehmen wird für die Spezialkräfte der Bundeswehr 115 Scharfschützen-Gewehre liefern. Der Auftrag hat nach Informationen von MDR THÜRINGEN einen Wert von etwa zwei Millionen Euro. Die Waffen sollen nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums bis Ende dieses Jahres an die Truppe geliefert werden. Das Gewehr mit der Bezeichnung G29 hat eine Reichweite von etwa 1.500 Metern.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte MDR THÜRINGEN, Haenel habe sich in einer öffentlichen Ausschreibung mit insgesamt neun teilnehmenden Unternehmen durchgesetzt. Die Thüringer Firma habe "das technisch-wirtschaftlich günstigste Angebot" abgegeben. Der Auftrag für die Waffenlieferung sei im Dezember vergangenen Jahres erteilt worden. Weitere Details wollte der Sprecher nicht nennen. Zu den Spezialkräften der Bundeswehr gehören das in Calw stationierte Kommando Spezialkräfte (KSK) des Heeres sowie das in Eckernförde stationierte Kommando Spezialkräfte Marine. Soldaten der Spezialkräfte waren in den vergangenen Jahren unter anderem in Afghanistan im Einsatz. Details zu den Einsätzen nennt das Verteidigungsministerium generell nicht.

Hat ein Soldat die Suhler Firma begünstigt?

Das Ausschreibungsverfahren war im vergangenen Jahr zeitweilig gestoppt worden. Anlass war der Auftritt eines Bundeswehr-Soldaten und ehemaligen Angehörigen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in einem Werbevideo von Haenel. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vom Juni 2015 soll dieser Soldat auch an der Formulierung der Ausschreibung für das neue Scharfschützen-Gewehr beteiligt gewesen sein. Das Bundeskartellamt hatte deshalb geprüft, ob der Soldat die Suhler Firma begünstigt haben könnte.

Dazu sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums dem MDR, die Angelegenheit sei sorgfältig und unabhängig geprüft worden. Anhaltspunkte für eine "Vergaberechtswidrigkeit" hätten sich dabei nicht ergeben. Die Vergabekammer des Bundeskartellamtes hatte im Juni 2015 die Beschwerde eines unterlegenen Wettbewerbes zurückgewiesen. In der Begründung heißt es unter anderem, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der ehemalige Soldat das Vergabeverfahren beeinflusst haben könnte.

Zuletzt aktualisiert: 29. Februar 2016, 05:00 Uhr

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6 Kommentare

29.02.2016 23:27 peacock 6

Beim von mir genannten Nachfolger des Vollautomaten G 36, den Suhl gern bauen würde, geht es um eine Kombination der positiven Elemente des M16 (AR15)-Systems, einem direkten Gasdrucklader, mit der Kuzstroke-Gasabnahme des G36, an der auch Heckler & Koch arbeitet. Das geht prinzipiell recht gut. Da würde ein recht bedeutender Auftrag in Suhl hängen bleiben. Dazu müßte die Waffe aber herausragende Qualität und/oder einen sehr günstigen Preis haben.
Ca. 100 Stück Repetiergewehre sind kein Auftrag der Suhl wieder zu einem bedeutenden Waffenstandort macht. Das ist eigentlich ein Auftag für einen Büchsenmacher.

29.02.2016 13:28 derPichl 5

Schön, dass unser Heer mal neue Knarren bekommt - die auf dem Foto sind ja steinalt! Aber besser als diese Plastik-Püsterchen, die die Herren Soldaten heute durch die Gegend tragen und die sich dauernd verbiegen.
Aber mal im Ernst liebe MDR-Kollegen, warum zeigt Ihr nicht ein Foto von dem neuen Gewehr?