Suhl Feuerwehr kämpft 16 Stunden gegen ätzende Ammoniak-Dämpfe

In einer Firma für Tiefkühlprodukte auf dem Suhler Friedberg trat seit Montagabend Ammoniak aus. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehr war 16 Stunden im Dauereinsatz.

Zwei in Schutzanzügen gekleidete Personen verlassen ein Dekontaminationszelt
Eine Vielzahl von Feuerwehrleuten in Speziausrüstung war an dem Großeinsatz beteiligt. Bildrechte: MDR/News5

16 Stunden nach der Alarmierung hat die Feuerwehr am Dienstag Entwarnung gegeben: "Bei den letzten Messungen konnte kein Ammoniak-Austritt mehr gemessen werden", sagte ein Feuerwehrsprecher am frühen Nachmittag. Die Anlage könne an den Betreiber, einer Firma für Tiefkühlkost, wieder übergeben werden.

Am Montagabend gegen 20.00 Uhr hatten zwei Mitarbeiter der Firma ein Leck an der Kälteanlage entdeckt und versucht, die defekte Leitung abzudrehen. Dabei erlitt einer der Mitarbeiter schwere Verletzungen, sein Kollege wurde leicht verletzt. Inzwischen konnten beide wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Wie viel von dem stechend riechenden Gas, das ätzend auf Atemwege, Haut und Augen wirkt, ausgetreten war, war zunächst unklar. Die betroffene Anlage fasste den Angaben nach 500 Kilogramm Ammoniak. Rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzzugs des Arbeiter-Samariter-Bundes hatten zunächst große Probleme, das Gasleck zu schließen.

Gefahrguteinsatz nach Ammoniakaustritt

Ein Feuerwehrmann in Uniform verlässt einen Einsatzwagen
Die Feuerwehr war seit Montagabend im Einsatz. Bildrechte: MDR/News5
Ein Feuerwehrmann in Uniform verlässt einen Einsatzwagen
Die Feuerwehr war seit Montagabend im Einsatz. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute vor einer Absperrung im Einsatz
Rund 16 Stunden nach Beginn des Einsatzes konnten die Feuerwehrleute Entwarnung geben. Bildrechte: MDR/News5
Zwei Männer in Schutzanzügen sprechen mit einem Feuerwehrmann
Etwa 80 Einsatzkräfte waren bei dem Versuch das Gasleck zu schließen beteiligt. Bildrechte: MDR/News5
Feuwehrleute in Schutz- und Einsatzkleidung in einem Einsatzwagen
Die mit Spezialausrüstung ausgestatteten Feuerwehrleute mussten eine Eisschicht um den Austrittsort entfernen. Bildrechte: MDR/News5
Feuerwehrleute helfen sich beim Anlegen von Schutzkleidung
Die Unfallursache müsse von einer Fachfirma ermittelt werden. Bildrechte: MDR/News5
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Wegen einer dicken Eisschicht konnte der genaue Austrittsort zunächst nicht gefunden werden. Weiteres Eis an Ventilen und Handrädern habe zudem das Schließen der Leitung erschwert, teilte die Feuerwehr mit. Die in Schutzanzügen gekleideten Einsatzkräfte mussten den Eispanzer in Handarbeit entfernen. Erschwert worden seien die Arbeiten auch durch plötzlich auftretende höhere Gaskonzentration.

Die 35 Mitarbeiter der Firma durften wegen der Gaswolke zunächst nicht nach Hause und mussten im Firmengebäude bleiben. Erst sieben Stunden nach der Havarie konnten sie das Gelände gegen 3.00 Uhr morgens verlassen. Wie es zu dem Unfall kam, müsse nun eine Fachfirma herausfinden, sagte der Feuerwehrsprecher. Zudem müsse das Gebäude in Stand und gesetzt und gelüftet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Februar 2020 | 09:00 Uhr

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