Thüringer Verwaltungsamt Außenstellen der Flüchtlingsunterkunft Suhl geplant

Das Thüringer Verwaltungsamt plant mehrere Außenstellen der Suhler Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Man möchte so möglichen Kapazitätsproblemen vorbeugen. Die Bundeswehr ist zur Unterstützung im Gespräch.

Die Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Suhler Friedberg wurde in der Nacht zum Samstag (14.03.2020) unter Quarantäne gestellt.
Die Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl. Bildrechte: MDR/NEWS5 Syndication UG

Das Thüringer Landesverwaltungsamt bereitet die Eröffnung von bis zu sechs Außenstellen der Suhler Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge vor. Das sagte ein Sprecher der Behörde in Weimar MDR THÜRINGEN am Freitag. Damit wolle man sich auf mögliche Engpässe bei den Kapazitäten zur Unterbringung einstellen. Es handele sich jedoch derzeit nur um Planungen für eventuell eintretende Szenarien.

An einer grauen Mauer ist ein Schild mit Thüringer Landeswappen mit grau-rot-gestreiften und gekrönten Löwen auf blauem Grund und dem Schrifzug 'Thüringer Landesverwaltungsamt' angebracht.
Das Thüringer Verwaltungsamt möchte auf mögliche Kapazitätsprobleme vorbereitet sein, auch wenn derzeit sehr wenige Geflüchtete nach Thüringen kommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenige Neuankömmlinge

Nach Angaben des Sprechers ist die Zahl neu ankommender Flüchtlinge in Thüringen derzeit äußerst gering. Sie bewege sich zwischen einer und vier Personen pro Tag. Hintergrund seien die geschlossenen Grenzen zu Nachbarländern. Weil jedoch auch die Verteilung von Flüchtlingen auf die Landkreise und kreisfreien Städte derzeit nicht laufe, fülle sich die Erstaufnahmeeinrichtung allmählich.

Asylbewerber verlassen einen Bus
Asylbewerber verlassen einen Bus (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

Quarantäne belastet Kapazitäten

Zudem könnten durch Quarantäne-Maßnahmen Platzprobleme entstehen. So waren in den vergangenen Tagen zwei Unterkunfts-Gebäude wegen einer bestätigten Coronavirus-Infektion für Neuankömmlinge geschlossen. Die Quarantäne endete am Freitag um Mitternacht.

Bundeswehr zur Betreuung im Gespräch

Bei der Betreuung und Bewachung von Außenstellen soll nach den Plänen des Landesverwaltungsamtes auch die Bundeswehr helfen - was diese bisher aber ablehnt. Laut Landesverwaltungsamt sollten bis zu zehn unbewaffnete Bundeswehr-Soldaten eingesetzt werden, wenn nicht genügend ziviles Wachpersonal gefunden wird. Der Sprecher des Landesverwaltungsamtes sagte dem MDR, noch liege der Behörde keine schriftliche Ablehnung seitens der Bundeswehr vor.

Soldatinnen treten an
Soldatinnen der Bundeswehr (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Ein Sprecher des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin sagte dem MDR hingegen, der Antrag aus Thüringen sei zu unpräzise formuliert. Dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren seien enge rechtliche Grenzen gesetzt. Deshalb müsse präzise beschrieben werden, welche Hilfeleistung von Soldaten erwartet werde. Es stehe dem Landesverwaltungsamt aber frei, einen neuen Antrag zu stellen.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. März 2020 | 18:00 Uhr

21 Kommentare

Guter Schwabe vor 8 Wochen

… werden die größten Brutstätten von Covid, die Flüchtlingslager, … Starker Tobak, mir fehlen nur die Beweise Ihrer
Mutmaßung. Bitte nennen Sie die Quelle, ihrer Behauptung. Danke

Guter Schwabe vor 8 Wochen

@Petra Stein: Nur zur ihrer Info, das Bayrische Ankerzentrum im unterfränkischen Schweinfurt, nahe an der thüringischen Grenze, nicht weit weg von Suhl, hat heute alle ca. 600 Insassen unter Quarantäne gestellt. An irgendwelche Ausweicheinrichtungen, wie die Linke Landesregierung in Thüringen, denkt dort niemand. Warum wohl.
Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. ???
Nach diesen Zeiten wird es wohl oder übel in ganz Europa besondere Maßnahmen geben.

Petra Stein vor 8 Wochen

@winfried Diese "Lösung" ist zutiefst menschenfeindlich und ähnlich zynisch-verlogen wie die Situation der Flüchtlingslager in Griechenland und an der türkischen Grenze.

Während nämlich die Covid-Maschinerie in Deutschland großräumig und mit viel Investitionen läuft, werden die größten Brutstätten von Covid, die Flüchtlingslager, einfach ignoriert. Das ist inhuman und leider wird uns das noch gründlich vor die Füße fallen, leider auch denjenigen (Menschen wie mir), die das gar nicht wollen.

Und kommen Sie mir nicht mit "Asylbetrüger". Das ist Quatsch. In der Türkei sitzen die Syrer/innen und das ist kein Zuckerschlecken dort. Niemand ist da freiwillig. Man sollte diese Lager eigentlich konsequent evakuieren und alle sofort unter Quarantäne stellen unter ärztlicher Aufsicht!

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