Passanten laufen 2015 durch die Innenstadt in Suhl.
Innenstadt von Suhl. Bildrechte: dpa

Kommunen und Wirtschaft gemeinsam Neues Konzept soll Südthüringen attraktiver machen

Die Südthüringer Wirtschaft hat gemeinsam mit den Landkreisen und der Stadt Suhl ein neues Entwicklungskonzept auf den Weg gebracht. Die Region will sich künftig besser vermarkten, um wieder mehr Fachleute anzulocken.

Passanten laufen 2015 durch die Innenstadt in Suhl.
Innenstadt von Suhl. Bildrechte: dpa

Zugegeben, der korrekte Name ist etwas sperrig. Der Verein "Forum Thüringer Wald" hat am Dienstagnachmittag das "Integrierte Regionalwirtschaftliche Entwicklungskonzept" auf den Weg gebracht. Fachfrauen und natürlich auch die Fachmänner sprechen ab sofort von IREK, wenn es um das neue Konzept geht.

Völlig neu für Südthüringen ist, dass dieses Mal der Wartburgkreis, die Kreise Sonneberg, Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und die Stadt Suhl zusammen mit der Wirtschaft an einem Strang ziehen. Alle eint ein riesiges Problem: Der Mangel an Fachleuten. "Wir müssen unsere Region attraktiver machen", sagt Peter Traut. Als IHK-Präsident ist er auch Chef des Marketingvereins "Forum Thüringer Wald". Der habe in den letzten zehn Jahren schon ziemlich viel auf die Beine gestellt. Die Industriemesse "Intouch" zum Beispiel, Jugendwerkstätten oder den allseits beliebten Thüringer-Wald-Firmenlauf in Oberhof.

"Region muss attraktiver werden"

Für Traut geht es jetzt aber um ein neues Level. "Die Region selbst muss attraktiver werden", fordert er. Hier seien vor allem die Landkreise, Städte und Dörfer gefragt. Im Thüringer Süden müsse es sich noch besser leben lassen - mit guten Schulen und Kindergärten, aber auch einem tollen Kultur- und Freizeitangebot. Heute reicht es laut Traut nicht mehr aus, einfach nur einen guten Arbeitsplatz anzubieten, auch rundherum muss es stimmen.

"Thüringens Süden hat schon jede Menge Vorteile", sagt Regionalmanagerin Cornelia Grimm. "Aber wir vermarkten uns noch nicht gut genug." Grimm träumt zum Beispiel von einem Internetportal, auf dem Kitaplätze, Grundstücke, Schulen und Arbeitsplätze für die ganze Region von Eisenach bis Sonneberg aufgezeigt werden. So etwas gebe es heute noch nicht.

Land entscheidet über Fördergelder

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee überreicht Förderbescheid über 39.000 Euro
Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee bei der Scheckübergabe von 39.000 Euro. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Eine Thüringer Planungsagentur ist am Dienstag mit dem Konzept beauftragt worden und erarbeitet konkrete Projekte in den Bereichen Vermarktung, Infrastruktur und Digitalisierung. Danach entscheidet das Land über Fördergelder. In einem Zeitraum von bis zu neun Jahren gibt es mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr. Auch wenn es auf den ersten Blick viel klingt, Kammerpräsident Traut ist skeptisch, dass dieses Geld auch ausreicht. Deshalb will das "Forum Thüringer Wald" auch noch nach anderen Partnern Ausschau halten.

Allein das IREK - also das Konzept - kostet 52.000 Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat dafür einen Förderbescheid über 39.000 Euro überreicht.

"Wir brauchen Kümmerer", sagt Tiefensee, als er den symbolischen Scheck überreicht. "Leute, die vor Ort hauptamtlich die Arbeit erledigen, die Projekte anschieben und Ideen entwickeln. Deshalb sei das Geld für den Minister auch gut angelegt. Spannend wird es, wenn Ende Juni das IREK-Konzept vorliegt und die Leute vor Ort von konkreten Plänen sprechen können.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. April 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 19:58 Uhr

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17 Kommentare

18.04.2019 16:44 Dorfentwicklung 17

[Unsachliches entfernt, d. Red.] Von den wahren Problemen keine Spur,gegen über der dort wohnenten Bevölkerung. Bei uns am Rennsteig stehen günstige Bauflächen zur Verfügung. Warum nutzt man sieh nicht für den überforderten Wohnungsbau in den Städten mit ihren hohen Mieten die bereits jetzt unbezahlbar sind ? Hier gehört natürlich die Verkehrsinfrastruktur dazu. Die Baufläche ist für die Natur- und Landwirtschaft sowieso unnütze und befindet sich zwischen den Ortsteil Kahlert und Neustadt am Rennsteig,Richtung Masserberg, Stadtteil Großbreitenbach. Hier werden es immer weniger Einwohner, auf Grund eines örtlichen Schuldenbergs und nicht vorhandenen Einrichtungen wie die Schule, Arztpraxen und einen Kindergarten der Gebäudemäßig als Nachkriegsbaracke 1948 erstellt wurde usw.. Die Grundsteuern und andere werden auch immer mehr in die Höhe gedreht.

18.04.2019 12:53 Grosser, Klaus 16

@martin
Das "Integrierte regionalwirtschaftliche Entwicklungskonzept" mag vielleicht in sich logisch und schlüssig sein. Die Akteure machen hierbei aber den großen Fehler, das diese nicht in eine Gesamtkonzeption eingebetet ist.
Somit ist die "Integrierte regionalwirtschaftliche Entwicklungskonzept" von vornherein zum Scheitern verurteilt.

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