Suhl Wieder Einsatz der Polizei in Erstaufnahme

Bei einer Schlägerei im Erstaufnahmeheim für Flüchtlinge in Suhl sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Informationen der Polizei waren an der Auseinandersetzung etwa 50 Menschen beteiligt. Sie schlugen Rauchmelder auf den Fluren ab und lösten dadurch Brandalarm aus. Aus Angst vor einem Brand sprang eine Bewohnerin aus dem dritten Stock.

Polizisten in Schutzuniform gehen auf das Eingangstor zur Flüchtlingsunterkunft in Suhl zu.
In der Nacht rückte die Polizei in der Flüchtlingsunterkunft in Suhl an. Bildrechte: MDR/News5

In der Erstaufnahme für Flüchtlinge auf dem Suhler Friedberg hat es in der Nacht zum Donnerstag erneut einen größeren Polizei- und Feuerwehreinsatz gegeben. Zeitweise seien bis zu 100 Kräfte vor Ort gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es nach einer Messerstecherei eine Massenschlägerei. Daran sollen bis zu 50 Menschen verwickelt gewesen sein. Der Auslöser dafür ist noch unklar.

Frau in Flüchtlingsunterkunft in Suhl schwer verletzt

Die beteiligten Männer sollen mit Holzstöcken, Eisenstangen und Steinen aufeinander losgegangen sein. In Panik sei eine Frau aus dem Fenster im dritten Stockwerk gesprungen. Sie erlitt einen Beinbruch. Beim Eintreffen der Sanitäter sollen mehrere Männer auf den Rettungswagen eingeschlagen haben. Nach Angaben der Polizei erlitt einer der Flüchtlinge eine Stichverletzung. Insgesamt soll es fünf Verletzte geben.

Die Lage soll sich am Donnerstagmorgen wieder beruhigt haben. Was die Schlägerei ausgelöst hat, ist bisher nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen. Ein mutmaßlicher Täter wurde vorläufig festgenommen.

Überwachungskameras für Asylheim angekündigt

Nach der erneuten Massenschlägerei sollen in der Unterkunft nun Videokameras installiert werden. Wie der Leiter Michael Hasenbeck sagte, kann nur so für mehr Sicherheit in der Einrichtung gesorgt werden. Auch die Brandmeldeanlagen müssten überwacht werden. Immer wieder lösten Bewohner Alarm aus und schürten Panik. Die Täter konnten bisher nur schwer ermittelt werden.

Konflikte in Suhl bereits vor vier Wochen

Vor knapp vier Wochen war es bereits zu Unruhen in der Unterkunft in Suhl gekommen. Auslöser war eine verordnete Quarantäne für alle Bewohner, nachdem ein Flüchtling positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Als Konsequenz aus den Zwischenfällen wurden mehr als 100 Flüchtlinge in anderen Einrichtungen untergebracht. Momentan leben in der Flüchtlingsunterkunft rund 380 Bewohner. 120 Menschen war in der vergangenen Woche von Suhl nach Erfurt gebracht worden. Um die Lage weiter zu entspannen, soll die Zahl der Bewohner in Suhl dauerhaft bei unter 300 gehalten werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. April 2020 | 12:00 Uhr

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