Suhl Schlägerei und drei Feueralarme in Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge

In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl ist es in der Nacht auf Donnerstag zu einer Schlägerei gekommen. Nach Polizeiangaben wurden dabei fünf Menschen leicht verletzt - vier von ihnen wurden im Suhler Krankenhaus behandelt. Demnach gab es im Gebäude eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Flüchtlingen. Gleichzeitig löste ein unbekannter Bewohner den Feueralarm aus.

Rettungskräfte und Polizei vor einem Mehrfamilienhaus
In der Unterkunft für Flüchtlinge in Suhl kam es in der Nacht zu Donnerstag zu einer Auseinandersetzung. Bildrechte: MDR/NEWS5/Ittig

Feuerwehr und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an. Rund 40 Beamte waren den Angaben zufolge vor Ort. Wegen des Feueralarms musste das Gebäude mit rund 400 Menschen evakuiert werden. Laut Polizei kam es bei der Evakuierung zu weiteren Handgreiflichkeiten unter den Bewohnern. Die Polizei konnte die Situation kurz nach Mitternacht unter Kontrolle bringen und die Bewohner durften wieder zurück ins Gebäude. Festnahmen gab es keine. Die Polizei ermittelt nun gegen vier Verdächtige wegen Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung.

Mehrere Auseinandersetzungen in der Nacht

Rettungskräfte und Polizei vor einem Mehrfamilienhaus
Feuerwehr und Polizei rückten an. Bildrechte: MDR/NEWS5/Ittig

Auslöser war laut Polizei zunächst eine Auseinandersetzung zwischen einem 23-jährigen und einem 43-jährigen Bewohner der Erstaufnahme am Friedberg. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes informierte daraufhin die Polizei. Bei deren Eintreffen hielten sich beide Männer im Büro des Sicherheitsdienstes auf und hatten sich den Angaben zufolge schon wieder beruhigt.

Zeitgleich fiel einem weiteren Sicherheitsmitarbeiter im Haus ein 30-Jähriger auf, der offenbar stark angetrunken war. Der Mitarbeiter kassierte eine Schnapsflasche des Mannes ein, woraufhin dieser aus Protest die Einrichtung im Zimmer umherwarf. Laut Polizeiangaben kamen daraufhin zahlreiche Bewohner aus ihren Zimmern auf den Gang des Gebäudes und beteiligten sich "wild gestikulierend und laut diskutierend am Geschehen". Durch einen der Bewohner wurde dabei der Feueralarm ausgelöst.

Zwei weitere Feueralarme am Donnerstag

Bis zum Donnerstagnachmittag hat sich die Lage in der Erstaufnahmeeinrichtung nicht entspannt. Wie ein Sprecher der Feuerwehr Suhl MDR THÜRINGEN mitteilte, hat ein bislang Unbekannter mutwillig einen Brandmelder im Haus beschädigt und erneut Feueralarm ausgelöst. Die rund 400 Bewohner mussten daraufhin zum dritten Mal innerhalb weniger Stunden das Haus verlassen. Neben der Feuerwehr war auch die Polizei vor Ort. Zuvor hatte es am Vormittag bereits einen zweiten Feuerwehreinsatz gegeben, weil ein Bewohner in seinem Zimmer Papier angezündet hatte. Der Sicherheitsdienst konnte die Flammen schnell löschen. Trotzdem hatten alle Bewohner das Haus verlassen müssen.

Polizei mit Großaufgebot

Die Polizei rückte in der Nacht unter anderem auch wegen ihrer negativen Erfahrungen bei einem Zwischenfall vor zwei Jahren mit einen Großaufgebot in der Flüchtlingsunterkunft an. Bei heftigen Ausschreitungen waren 14 Menschen, darunter auch Polizeibeamte verletzt worden. Gegen 18 Tatverdächtigte wurde im Nachgang Anklage erhoben. Der Hauptangeklagte erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten, unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Januar 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 17:58 Uhr

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