Menshen gehen hinter einem Bauzaun entlang
Erstaufnahmeeinrichtung Suhl. Bildrechte: WichmannTV

Fremdenfeindliche Übergriffe Schweinekopf vor Asylunterkunft in Suhl aufgehängt

Vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl haben Unbekannte einen abgetrennten Schweinekopf auf einen Metallzaun aufhängt. In Erfurt griff ein Mann in einem islamischen Kulturzentrum Muslime an.

Menshen gehen hinter einem Bauzaun entlang
Erstaufnahmeeinrichtung Suhl. Bildrechte: WichmannTV

Unbekannte haben einen abgetrennten Schweinekopf auf einen Zaun vor der Suhler Erstaufnahmeeinrichtung aufgehängt. Laut Polizei passierte der Vorfall am Montagmorgen. Ein Wachschützer habe den Kopf auf dem Metallzaun entdeckt. Hinweise auf mögliche Täter gibt es nach Polizeiangaben bislang noch nicht. Das Schwein gilt in mehreren Religionen, darunter im Islam, als unrein und daher für die Gläubigen als besonders beleidigend.

Bereits am Sonntag kam es zu einem fremdenfeindlichen Vorfall in Erfurt. Dem Innenministerium zufolge hatte ein 35-jähriger Mann Teilnehmer eines Sprachkurses im islamischen Kulturzentrum mit rechten Parolen beschimpft und mit Bier bespritzt. Außerdem soll er auf zwei Männer eingeprügelt haben. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen. Weitere Gläubige seien zur Hilfe gekommen, um den Mann festzusetzen. Die Polizei nahm ihn zeitweilig in Gewahrsam. Anschließend habe der 35-jährige Deutsche damit gedroht, dass sich in seinem Rucksack eine Bombe befinde - was nicht der Fall war.

Zunehmender Hass auf Muslime befürchtet

Mohammad Suleman Malik, Vertreter der muslimischen Ahmaddiya-Gemeinde in Erufurt.
Suleman Malik Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

Innenminister Georg Maier (SPD) verurteilte die Übergriffe an den Pfingsttagen in Suhl und Erfurt und nannte sie einen "Angriff auf die Würde aller Menschen muslimischen Glaubens" und "nicht hinnehmbar". Er sei bestürzt, dass "gerade an Tagen der christlichen Toleranz solche Übergriffe geschehen". Man dürfe nicht akzeptieren, dass rechte Gesinnungstäter versuchen, das Ansehen Thüringens zu zerstören.

Muslime in Thüringen befürchten ein Erstarken der Ressentiments. Suleman Malik, Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde Erfurt, äußerte sich via "Twitter" besorgt. In der Öffentlichkeit scheine der Hass auf Muslime und Flüchtlinge salonfähig zu werden, so Malik. Die zunehmende Bedeutung von islamophoben und anti-muslimischen Parteien bereite der muslimischen Bevölkerung Unbehagen.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Mai 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2018, 12:01 Uhr

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