Luftbild der Justizvollzugsanstalt Goldlauter
JVA Suhl-Goldlauter von oben. Bildrechte: IMAGO

Ausbruch aus JVA Goldlauter Thüringen verschärft Sicherheit und setzt Kommission ein

Er ließ sich in einer Kiste nach draußen schmuggeln und floh: Nach dem Ausbruch eines Häftlings aus dem Gefängnis Suhl-Goldlauter sind einige Fragen weiter ungeklärt. Thüringens Justizminister will lückenlose Aufklärung.

Luftbild der Justizvollzugsanstalt Goldlauter
JVA Suhl-Goldlauter von oben. Bildrechte: IMAGO

Nach dem Gefängnisausbruch aus der JVA Suhl-Goldlauter zieht die Thüringer Landesregierung Konsequenzen. Wie das Justizministerium mitteilte, hat Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) eine Kommission eingesetzt, die den Fall untersuchen soll. "Nach den bisherigen Ermittlungen lässt sich nicht ausschließen, dass neben individuellem menschlichen Versagen auch organisatorische Abläufe vorliegen, die verbessert werden können", sagte Lauinger. Die Kommission solle dazu Vorschläge unterbreiten. Geleitet wird sie von Wolfgang Suhrbier, einem ehemaligen Referatsleiter für Sicherheit im Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern.

Dieter Lauinger
Justizminister Dieter Lauinger. Bildrechte: dpa

Lauinger zufolge soll die Kommission alle Entscheidungen und Prozesse im Justizvollzug auswerten, die im Zusammenhang mit dem Fall des geflohenen Gefangenen stehen. Dabei werde der gesamte Zeitraum von der Inhaftierung des Mannes am 6. Juni 2017 bis zu seiner Flucht am 17. Oktober nachgezeichnet. Der 35-jährige Moldawier hatte sich in einer Transportkiste nach draußen schmuggeln lassen, ohne dass es dem JVA-Personal aufgefallen war. Zwei Mithäftlinge sollen ihm geholfen haben. Gegen sie wird wegen des Verdachts auf Gefangenenbefreiung ermittelt.

Nach Angaben des Justizministeriums soll die Sicherheit im Thüringer Vollzug erhöht werden. Außerdem seien disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Nach Angaben des Ministeriums saß der geflohene Häftling wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Untersuchungshaft. In der Vergangenheit seien gegen ihn mehrere Geld- und kurze Freiheitsstrafen verhängt worden - allesamt zur Bewährung ausgesetzt. Im letzten Verfahren gegen ihn sei ihm eine positive Sozialprognose gestellt worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. November 2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2017, 17:45 Uhr

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5 Kommentare

08.11.2017 12:59 Pfingstrose 5

Ausbruch aus JVA Goldlauter Thüringen verschärft Sicherheit und setzt Kommission ein. Wo das Kind in den Brunnen gefallen ist wird gehandelt. Lieber vorbeugen als nachbeugen. Der Ausbruch in Goldlauter kein Einzelfall in der vergangenheit gab es schon Ausbrüche aus diesem Knast. Da hätte schon gehandelt werden müssen. Aber dies beweist sich immer wieder wie die Leitung so das Personal. Ob dieser Austausch des Diraktionspersonal etwas nützt ist sehr fraglich.

08.11.2017 11:39 martin 4

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis.

Die Probleme im Thüringer Strafvollzug liegen seit langem klar beschreibbar vor: Zu wenig Personal. DAS ist das Organisationsversagen.

Aber nicht nur von Herrn Lauinger. Seine Vorgänger im Amt waren da keinen Deut besser und haben den "Stellenabbau-Schreiern" auch keine Argumente entgegen gesetzt.

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