Ein Sturmgewehr von Haenel.
Sturmgewehr von Haenel (Symbolfoto). Bildrechte: Dehli News

Suhl Waffenhersteller Haenel hofft auf Großauftrag der Bundeswehr

Vor nicht einmal drei Jahren lieferte der Suhler Waffenhersteller Haenel der Bundeswehr 115 Scharfschützen-Gewehre. Bei der jetzigen Ausschreibung geht es um ganz andere Dimensionen: 120.000 Sturmgewehre für die Truppe.

von Dirk Reinhardt

Ein Sturmgewehr von Haenel.
Sturmgewehr von Haenel (Symbolfoto). Bildrechte: Dehli News

Der Suhler Waffenhersteller C. G. Haenel hofft auf einen Großauftrag der Bundeswehr: Am Freitag endet die Ausschreibungsfrist für die Produktion von 120.000 Sturmgewehren für die Truppe.

Haenel hat sich um den Auftrag beworben, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von MDR THÜRINGEN bestätigte. Weitere Details zu dem Verfahren wollte er nicht nennen. Nach Medienberichten soll sich neben Haenel auch der Waffenhersteller Heckler & Koch aus Baden-Württemberg beworben haben. Dieser hatte bereits das derzeit in der Bundeswehr verwendete Sturmgewehr G36 geliefert.

Entscheidung bis Jahresende

Ein Mann geht in das Bundesverteidigungsministerium.
Bundesverteidigungsministerium in Berlin Bildrechte: dpa

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, den Bewerbern um den Auftrag sei eine Nachfrist zum Einreichen überarbeiteter Gewehr-Muster gegeben worden. Diese Frist ende am 15. Februar. Die zuvor eingereichten Muster hätten einige in der Ausschreibung genannten Anforderungen nicht erfüllt. In den nächsten Monaten seien Vergleichstests der eingereichten Waffen geplant. Man hoffe, bis Jahresende eine Entscheidung über den künftigen Lieferanten treffen zu können.

Anschließend sind die Vertragsverhandlungen vorgesehen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments zu dem Vertrag hofft Haenel, die ersten Waffen an die Bundeswehr Ende 2020 ausliefern zu können. Wie viel die Beschaffung der neuen Gewehre kostet, wollte der Sprecher nicht mitteilen.

G36 in der Kritik

Das G36 war vor einigen Jahren in die Kritik geraten, weil es nach Dauerfeuer beziehungsweise im Einsatz bei großer Hitze wie in Afghanistan angeblich Probleme mit der Treffgenauigkeit aufwies. Heckler & Koch hatte diese Vorwürfe aber stets zurückgewiesen. Die Ausschreibung für das Nachfolgemodell wurde im April 2017 gestartet.

Der Suhler Hersteller C.G. Haenel gehört zur Merkel-Unternehmensgruppe, die vor allem Jagd- und Sportwaffen produziert. Im Jahr 2016 hatte Haenel der Bundeswehr 115 Scharfschützen-Gewehre für die Spezialkräfte des Heeres und der Marine geliefert. Der Auftrag hatte einen Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Februar 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2019, 05:00 Uhr

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28 Kommentare

16.02.2019 17:23 Meditaor an part(26) 28

Machen sie sich einmal mit der Sicherheitsarchitektur unseres Landes vertraut. Dann werden sie auch schnell erkennen, dass es nicht Aufgabe des Zivilschutzes ist bei Hochwasser tätig zu werden. Stichwort Verteidigungs- oder Spannungsfall.

Was sie meinen ist wohl eher der Katastrophenschutz und der fällt wohl eher in die Gesetzgebung der Länder und der Bund wird hier nur subsidiär tätig.

Belegen sie doch einmal, dass die Bundeswehr im Auslandseinsatz nicht die höchst eigenen Interessen Deutschland und Europas wahr nimmt. Die Einsätze wurden vor der Billigung ausführlich im Parlament diskutiert und begründet.

PS: Auf Soldaten mit Kalaschnikow trifft man fast überall in der Dritten Welt, weil die von Russland oder noch der SU verramscht, oder in Lizenz gefertigt wurden. Die Dinger sind einfach billig! Aus der Bewaffnung des "Gegners" abzuleiten welche Interessen die Bw vor Ort verfolgt ist doch eher Kaffeesatzleserei als seriöse Analyse.

16.02.2019 13:15 martin 27

@25 mediator: Mitkommentator "part" schrieb, dass Trump die 2% fordere. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass er "nur" die Einhaltung von Zusagen einfordert. Auch wenn ich seine Politik nicht mag, ist es für mich ein erheblicher Unterschied von jemanden etwas zu fordern oder die Einhaltung von Zusagen einzufordern - unabhängig davon, ob sie juristisch einklagbar sind.

Zur (Un-) SInnigkeit der 2% habe ich meines Wissens nach keine Zeile geschrieben ....

@26 part: Wir haben eine Parlamentsarmee. Und ich erwarte, dass die Soldaten vernünftig ausgerüstet und vorbereitet in Einsätze geschickt werden - wenn sie denn geschickt werden. In unserer Demokratie lebe ich damit, dass die Mehrheit der Parlamentarier über die Sinnhaftigkeit eines Einsatzes entscheidet. Aber die Frage von Sinn eines EInsatzes und der Ausstattung der Soldaten sind für mich zwei völlig getrennte Paar Schuhe ....

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