Auf dem Rennsteig, dem Höhenweg des Thüringer Waldes, sind auf dem Großen Inselsberg Wanderer unterwegs.
Wandern am Rennsteig ist beliebt. Doch der Weg zur oder von der Tour weg kann beschwerlich sein. Noch gibt es kein einheitliches Ticket für die ganze Region um Touristen mit dem Nahverkehr von A nach B zu bringen. Bildrechte: dpa

Tourismus Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Rennsteigtickets vorgestellt

Wer im Thüringer Wald Urlaub macht, braucht meist ein Auto. Denn der Nahverkehr in der Region ist bisher nicht aufeinander abgestimmt. Mit dem Rennsteigticket sollen Touristen irgendwann kostenfrei im ganzen Thüringer Wald unterwegs sein können. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

von Bettina Ehrlich

Auf dem Rennsteig, dem Höhenweg des Thüringer Waldes, sind auf dem Großen Inselsberg Wanderer unterwegs.
Wandern am Rennsteig ist beliebt. Doch der Weg zur oder von der Tour weg kann beschwerlich sein. Noch gibt es kein einheitliches Ticket für die ganze Region um Touristen mit dem Nahverkehr von A nach B zu bringen. Bildrechte: dpa

Wer im Thüringer Wald Urlaub macht und nicht nur wandern will… braucht ein Auto. Ohne den fahrbaren Untersatz ist man sonst meist komplett aufgeschmissen. Dagmar Köllner vom Regionalverbund Thüringer Wald träumt davon, dass Urlauber irgendwann einmal mit dem Rennsteigticket kostenfrei im ganzen Thüringer Wald unterwegs sein können. Die Betonung jedoch liegt auf irgendwann einmal. "Denn bis es soweit ist, vergehen sicher noch Jahre", so die Marketingchefin des Touristik-Verbundes. Problem ist, dass in der Region acht verschiedene Landkreise und zwei kreisfreie Städte unter einen Hut gebracht werden müssen, die ihren öffentlichen Nahverkehr jeder für sich regeln. An den Kreisgrenzen ist meist Schluss mit der guten Verbindung.

Neue Studie soll Entscheidungshilfe für Städte und Landkreise sein

eine Frau steht vor einer Ersatzhaltestelle für Busse
Auch unsere Reporterin Bettina Ehrlich hat schon mal den Selbstversuch gewagt mit dem Bus durch den Thüringer Wald zu kommen. Sie brauchte vier Stunden für ihre Strecke. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

2015 ist das Rennsteigticket eingeführt worden. Elf Ortschaften im Ilm-Kreis, Masserberg im Landkreis Hildburghausen und seit Januar nun auch das Schwarzatal sind mit im Boot. So wichtige Urlauberorte wie Oberhof, die Inselbergregion oder das Thüringer Meer um Bleiloch- und Hohenwartestausee jedoch fehlen. Um das zu ändern, soll nun die Machbarkeitsstudie des Regionalverbundes ein Baustein dazu sein. "Wir haben erst einmal den Stand analysiert", sagt Köllner. "Wo gibt es bereits Gästekarten, wo müssten neue Buslinien aufgebaut werden und die allerwichtigste Frage natürlich, was wird es kosten", beschreibt Köllner. Mit der neuen Studie werde den Landkreisen und Städten eine Handlungsgrundlage und Entscheidungshilfe geboten.

Eisenach und die Wartburgregion zum Beispiel sind so gut wie gar nicht angebunden, heißt es in der Studie. Deshalb wird eine völlig neue Buslinie empfohlen. Von Eisenach über Brotterode bis nach Schmalkalden. Finanziert wird das Rennsteigticket über die Kurtaxe. Sollte sie einmal im ganzen Thüringer Wald gelten - so grobe Schätzungen - müssten 52 Cent von der Kurtaxe abgezweigt werden. Bisher reicht die Spanne von 42 bis 83 Cent. "Manche müssten also deutlich weniger zahlen, andere etwa mehr", so Köllner.

Etabliertes Modell

Im Schwarzwald, im Bayerischen Wald oder auch im Harz funktioniert das schon lange. Zu Thüringern gibt es dort laut Köllner jedoch einen großen Unterschied. "Viele private Hoteliers und Freizeitanbieter haben dort längst erkannt, wie wichtig so ein Angebot ist und sponsern das Ganze mit nicht unerheblichen Beträgen", so Köllner. Bei den Thüringer Anbietern fehle dafür jedoch noch das finanzielle Polster. "Ich kann jetzt leider nicht sagen, im Herbst oder im nächsten Jahr startet das Rennsteigticket für den Thüringer Wald. Wir können nur Hilfestellung geben". Wenn es gut läuft, ziehen sich jetzt die einzelnen Regionen das für sie Wichtige heraus. Der Wartburgkreis und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen zum Beispiel, ob sie tatsächlich eine Linie von Eisenach rund um den Inselberg bis nach Schmalkalden in Angriff nehmen und vor allem finanzieren wollen.

Ein Bus fährt eine Straße entlang durch einen Wald
Nichts als grün, wenn man aus dem Fenster eines Busses unterwegs durch den Thüringer Wald schaut. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Juli 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 17:30 Uhr

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3 Kommentare

10.07.2019 10:31 martin 3

@2 steuerzahler: Zu Ihrem bemerkenswerten Beitrag zwei Anmerkungen von mir:

1.) Von einem öffentlichen Nahverkehr, der kreisübergreifend geplant und realisiert wird, profitieren in erster Linie die Bewohner der ländlichen Regionen. Deren Einkaufziel oder Arzt ist vielleicht nicht in der Kreisstadt sondern in einem näher gelegenen Ort eines Nachbarkreises. Oder wenn auch am Wochenende ein Bus fahren würde.

2.) Wenn Sie den Beitrag noch einmal lesen, könnte Ihnen der Satz "Finanziert wird das Rennsteigticket über die Kurtaxe." auffallen. Mir ist nicht bekannt, dass heimische Armutsrentner Kurtaxe bezahlt.

10.07.2019 07:42 Steuerzahler 2

Na klar,vom Regionalverbund Thüringer Wald, sagte die Frau Köllner so richtig: " Was wird das wohl kosten !" Die Landrätin Enders vom Ilm-Kreis lobte die Rennsteigticket- Studie. Wobei sie gerne einen Verkehrsverbund mit den acht Landkreisen und zwei kreisfreien Städte gerne hätten. Alles ganz schön und gut zur Sache. Hier wird bestimmt eine Erhöhung der Kreis- Umlage auf die Kommunen erforderlich sein und diese werden die Grundsteuer auf die Bürger weiter erhöhen. Der Steuerzahler sowie der Armutsrentner tragen wie immer die Folgekosten und der Erholungssuchende fährt lustig und kostenlos durch die Rennsteigregion.

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