Menschen in orangenen Jacken durchstreifen das Gelände auf dem Friedhof in Zella-Mehlis
Auch Mitarbeiter des Bauhofs zogen Donnerstagfrüh lautstark über das sonst eher ruhige Gelände. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Weil sie Blumen anknabbern Menschenkette will Rehe auf Friedhof in Zella-Mehlis vertreiben

Es klingt ein wenig absurd, ist aber ein Versuch, Rehe friedlich von einem Gelände zu "verjagen". Donnerstagmorgen haben etwa 30 Menschen auf dem Waldfriedhof in Zella-Mehlis versucht, zwei oder drei Rehe zu vertreiben. Immer wieder fressen die Tiere frisch gepflanzte Blumen auf den Gräbern ab.

Menschen in orangenen Jacken durchstreifen das Gelände auf dem Friedhof in Zella-Mehlis
Auch Mitarbeiter des Bauhofs zogen Donnerstagfrüh lautstark über das sonst eher ruhige Gelände. Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Die ersten Bäume treiben ihre Knospen aus, Vögel zwitschern, Hornveilchen und Primel wirken wie bunte Farbtupfer auf dem sonst noch eintönigen Waldgelände. Es ist eine Idylle, in der seit 1951 Menschen ihre letzte Ruhe finden. Der Waldfriedhof in Zella-Mehlis. Doch die Idylle trügt. Niedergetrampeltes Gras, abgefressene Stiefmütterchen und Tulpen - Für Rehe sind die Grabbepflanzungen auf dem Waldfriedhof ein gefundenes Fressen.

Doch am Donnerstag war Schluss damit. Über das sonst eher ruhige Waldstück zogen etwa 30 Personen mit Trommeln und lautstarken Rufen. So wollten sie die Rehe aus dem Gelände vertreiben. Als eine Art Menschenkette zogen sie über das etwa sieben Hektar große Gelände. Immer wieder würden Tiere auf Nahrungssuche in das eingezäunte Waldstück eindringen, so die Stadt. Bei den Friedhofsbesuchern sorgen sie für wenig Begeisterung. Der Zaun, der Friedhof und Wald trennt, sei in den vergangenen Jahren deutlich erhöht wurden, so die Stadt. Doch gebracht hat es bisher wenig! Aktuell befänden sich wieder zwei bis drei Tiere auf dem Gelände. Die Rehe würden sich tagsüber in dem weiträumigen Areal verstecken und sich nachts dann die frisch gepflanzten Blumen auf den Gräbern schmecken lassen.

Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung vermuten, dass die Tiere durch das offene Tor auf den Friedhof gekommen sind. Das würde vor allem am Wochenende offengelassen, wenn Besucher, die die Gräber pflegen, mit Schubkarre unterwegs sind oder noch Pflanzen aus dem Auto holen. Noch ist unklar, ob die lautstarke Menschenkette am Donnerstagmorgen Erfolg hatte. Wie Inge Kessel von der Friedhofsverwaltung MDR THÜRINGEN sagte, sei kein Reh gesehen worden. Möglicherweise seien die Tiere durch die herausgenommenen Zaunteile schon vorzeitig geflüchtet. Auf der Suche nach neuer Nahrung!

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 11. April 2019 | 07:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 20:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

23 Kommentare

13.04.2019 18:37 Kelte vom Oechsenberg 23

@ 22 Bettina: Du / Sie haben den Sinn meines Kommentares absolut nicht verstanden.
Satiere scheint nicht verstanden zuwerden.?
Natürlich kenne ich die Probleme und nehme diese auch ernst. Aber darüber einen öffentlichen Hype zumachen, das kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Trotzdem: Schöne Ostern

13.04.2019 12:21 Bettina 22

@ 2 1 ein sehr mißerabler Kommentar zu diesem Thema, solltest dich was schämen,
nicht nur die thüriger haben das Problem sondern auch andere Städte / Friedhöfe,
und wir halten es für eine bodenlose Fechheit von dir !!

Mehr aus der Region Suhl - Schmalkalden - Meiningen

Mehr aus Thüringen

Thüringen

Seit 1929 fährt die Thüringer Waldbahn zwischen Gotha und Bad Tabarz 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK