Justiz Mutmaßliche Millionenbetrüger in Mühlhausen vor Gericht

Vor dem Landgericht Mühlhausen wird ein mutmaßlicher Millionenbetrug in der Fleischbranche verhandelt. Drei Männer und eine Frau sollen den Fiskus, die Sozialkassen und Mitarbeiter um Steuern, Sozialabgaben und Löhne in siebenstelliger Höhe geprellt haben. Weil sich der mutmaßliche Haupttäter nach Uruguay in Südamerika abgesetzt hat, wird in Mühlhausen gegen die beiden anderen Männer und die Frau verhandelt. Sie stammen aus Suhl und sollen ihre illegalen Geschäfte auch zum Teil von dort betrieben haben.

Das Justizzentrum Mühlhausen mit Landgericht und Staatsanwaltschaft
Das Justizzentrum Mühlhausen mit Landgericht und Staatsanwaltschaft. Bildrechte: dpa

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mühlhausen hat Deutschland mit Uruguay kein Auslieferungsabkommen. Der Hauptverdächtige aus Essen könne deswegen nicht gegen seinen Willen nach Deutschland überführt werden. Eine Verurteilung sei zudem nicht möglich, wenn ein Angeklagter abwesend ist, so die Staatsanwaltschaft.

Die vier Beschuldigten sollen zwischen 2001 und 2010 in Suhl sowie in Polen, Litauen und Rumänien Scheinfirmen gegründet haben, um rumänische Arbeitnehmer an Fleischverarbeitungsfirmen in Deutschland zu vermitteln. Erste Verdachtsmomente gab es schon vor zehn Jahren, so die Staatsanwaltschaft Mühlhausen. Die Steuerfahndung und die Finanzkontrolle des Zoll haben jahrelang wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit ermittelt.

In dem Prozess sind Bewährungsstrafen für die Angeklagten wahrscheinlich. Voraussetzung sei ein umfangreiches Geständnis, sagte die Vorsitzende Richterin am Freitag nach einem Rechtsgespräch mit allen Beteiligten. Die Taten lägen bis zu zehn Jahre zurück, die Angeklagten hätten keinen finanziellen Vorteil daraus gezogen und das Verfahren könne so abgekürzt werden. Solche Verfahrensabsprachen sind gesetzlich vorgesehen und in umfangreichen Prozessen nicht unüblich.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 19:51 Uhr

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2 Kommentare

19.07.2019 20:16 Micha55@gmx.ch 2

Sehr geehrter Herr Flügel
Ich bin vor 14 Jahren in die Schweiz gegangen.warum wohl. Thüringen ist und bleibt e ein billiglohnland. Und das ist Fakt. Ich bin ausgebildeter stahlblauer und Meister aber das was Rückkehrern angeboten wird ist eine Frechheit

Vlg aus der Schweiz
Michael Eberhardt

19.07.2019 19:26 Bernd Flügel 1

Nicht umsonst ist Thüringen das Bundesland mit den höchsten Niedriglohnsektor drauf sind sie stolz und natürlich geht es auch nur ,weil die Politik beide Augen zudrückt und wegschaut und letztendlich wäscht eine Hand die andere. Und da ich einmal im Suhl Mitarbeiter der Fleisch zerlegenten Zunft welche hauptsächlich aus junge ausländische Kräfte bestanden in Suhl in der Ersten Hilfe ausgebildet habe bekam ich auch mit wie sie ausgebeutet werden. was ich da zu hören bekommen habe fällt schon unter menschenunwürdige Behandlung.

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