Bundesweite Polizei-Aktion Rechtsextreme "Blood & Honour"-Gruppe: Razzien auch in Thüringer Orten

Bei einer bundesweiten Razzia gegen Mitglieder der verbotenen Neonazi-Vereinigung "Blood & Honour" hat die Polizei auch Gebäude in Thüringen durchsucht: Die Aktion am Mittwochmorgen betraf Suhl, Eisenach und Benshausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München sagte. Neben Thüringen gab es zudem Durchsuchungen in Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Vier Menschen wurden dabei festgenommen.

Im Fokus standen insgesamt zwölf Beschuldigte wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Polizeipräsidium Niederbayern mitteilten.

Den Rechtsextremisten wird vorgeworfen, eine Verwaltungsstruktur der "Blood & Honour Division Deutschland" aufbauen zu wollen - mit Sektionen in Bayern, Baden-Württemberg und Mitteldeutschland. Ihr Ziel sei, die seit dem Jahr 2000 verbotene Organisation in Deutschland wieder zum Leben zu erwecken. Dabei geht es laut Staatsanwaltschaft und Polizei vor allem um den Vertrieb von Musik-CDs mit verbotenem Rechtsrock-Liedgut. Fan-Artikel mit verbotenen rechtsradikalen Symbolen sollen außerdem nach Deutschland eingeführt und hier verkauft worden sein.

Die Razzien gegen das Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" sind laut der Linken-Politikerin Katharina König-Preuss ein deutliches Zeichen für die immer noch existierenden Strukturen der Organisation. Trotz des Verbots im Jahr 2000 bestünden entsprechende Strukturen weiter fort. Seit Jahren sei zu beobachten, dass Neonazis die Organisation auch für den Vertrieb und die Produktion von Rechtsrock-Musik weiterverwenden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 16:39 Uhr

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18 Kommentare

14.12.2018 10:40 Ekkehard Kohfeld 18

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14.12.2018 09:45 Jakob 17

@14 - in welchen Weisheitstopf sind Sie denn als Kind gefallen, Ekkehart? Seit wann ist denn eine Partei eine Rasse? Darüber hinaus finde ich es besonders beschämend, wenn Naziunrecht von Neonazis relativiert wird.

Apropos Neonazis: Was macht eigentlich die Idee, den Parteiglatzen endlich den staatlichen Geldhahn abzudrehen? Wäre jetzt mal an der Zeit.

Und wieder Eisenach. Mich würde mal der Name der hier verhafteten Person interessieren und in welche Strukturen diese in Eisenach eingebettet ist.

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