Biathlon-Weltcup in Oberhof Schneeproduktion läuft auf Hochtouren

Die Schneeversorgung zum Biathlon-Weltcup in Oberhof scheint gesichert, auch ohne Schnee von oben. Fast 40 Schneekanonen laufen noch bis zum Start am 9. Januar auf Hochtouren. Nur ein paar unbedarfte Touristen stören die Vorbereitungen.

Eine Schneekanone beschneit einen Skihang
Die 37 Schneekanonen laufen jede Nacht auf Hochtouren. Bildrechte: imago/Udo Gottschalk

Für den Biathlon-Weltcup in Oberhof konnte am Wochenende deutlich mehr Schnee als erhofft produziert werden. Organisationschef Silvio Eschrich sagte MDR THÜRINGEN, das Team sei "sehr glücklich". Die Schneekanonen hätten am Sonntag sogar tagsüber bis zum Mittag schießen können.

Die insgesamt 37 Anlagen hätten bereits große Haufen produzieren können. Dazu kämen sehr positive Wettervorhersagen. Voraussichtlich könne bis zum Weltcup am 9. Januar jede Nacht Schnee hergestellt werden, so Eschrich. Auch regnen solle es nicht.

Schießstand am Grenzadler bereits komplett weiß

Die Helfer hätten sogar schon begonnen, die Wettkampfflächen zu belegen. Der Schießstand im Biathlon-Stadion am Grenzadler sei schon fast komplett weiß, so Eschrich. Und mit den Loipen im Stadion habe das Team bereits angefangen. Der Schnee wird von zwei Traktoren und mehreren Lkws von den Schneedepots (Schanze, Skihalle und Fallbachlift) herangeschafft.

Wieviel Schnee tatsächlich zusammen kommt werde Tag für Tag überprüft. Fremder Schnee muss vermutlich nicht nach Oberhof transportiert werden. Laut Eschrich wird jedoch überlegt, die Strecken statt mit 50 Zentimetern diesmal nur mit 40 Zentimetern Schnee zu belegen.

Auf die zwei Kilometer-Strecke gesehen, würden so 2.000 Kubikmeter weniger Schnee benötigt. Allerdings sei dann unsicher, ob die Strecke haltbar genug wäre, um alle anstehenden Wettkämpfe der Saison darauf zu bestreiten.

Schnee in der Arnea am Rennsteig
Bis zum Wettkampfbeginn soll die Schneeschicht mindestens 40 Zentimeter betragen. Bildrechte: MDR/Josefine Bauer

Sollte der Schnee nicht reichen, dann liegen auf dem Parkplatz vorm Schalke-Stadion in Gelsenkirchen 2.000 Kubikmeter Schnee bereit. Ob dieser gebraucht wird, soll am Dienstagnachmittag entschieden werden. Sollte der Schnee über die rund 400 Kilometer angefahren werden, müssten die Lkw am 2. Januar starten.

Unbedarfte Touristen stören Vorbereitungen

Um den Schnee möglichst verlustfrei aufzubringen, will das Team erstmals eine neue Technik ausprobieren. Wie in Hochfilzen soll die Strecke statt mit dem Pistenbulli teilweise mit einem Bagger belegt werden. Eschrich verspricht sich dadurch ein genaueres Arbeiten.

Touristen laufen auf Schneeberg
Verlockende Schneeberge: Die Organisatoren bitten Besucher um Zurückhaltung. Bildrechte: MDR/Josefine Bauer

Das Team ist sehr zuversichtlich, dass der Biathlon-Weltcup reibungslos ausgerichtet werden kann. Lediglich unbedarfte Touristen machen dem Team momentan zu schaffen. Leider würden die frisch mit Schnee belegten Wettkampfareale regelmäßig von Besuchern zerlaufen. Das sei angesichts des knappen Schnees sehr problematisch und ärgerlich, so Eschrich. Deshalb bitten die Organisatoren, trotz aller Freude über den Schnee, um Zurückhaltung.

Vorverkauf läuft noch bis 3. Januar

Der Ticketvorverkauf für den Biathlon-Weltcup vom 9. bis 12. Januar 2020 läuft bereits seit dem Sommer. Bis zum 3. Januar gelten noch die Vorverkaufspreise. Die Veranstalter warnen davor, Karten aus zweiter Hand zu kaufen, da auch gefälschte und stark überteuerte Tickets angeboten würden. Im Vorjahr kamen mehr als 60.000 Zuschauer zum Weltcup nach Oberhof.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2019, 06:56 Uhr

38 Kommentare

kleinerfrontkaempfer vor 13 Wochen

Da wird nicht nur Schnee "geschossen", sondern auch so mancher Bock.
Gab es doch in den vergangenen Wochen ein Wochenende mit passendem Klima für die Schneeproduktion und die Schneekanonen ballerten los.
Schlecht nur das der Wind drehte und alles in den angrenzenden Wald flog.
Da lagen dann die Haufen und niemand hat sie dann rausgeholt/rausgeschaufelt.
Das passiert wenn Oberhof sein verdientes Wochenende genießt und niemand zur Stelle ist oder nachschaut. Halt wiedermal eine original Oberhofer Posse.

martin vor 13 Wochen

Das mit dem Zertrampeln von Loipen auch die Wirkung von Steuergeldern "vernichtet" wird, ist zweifelsohne zutreffend. Und sicher ist es auch für Amateursportler attraktiv in einer "echten internationalen" Wettkampfloipe zu fahren.

Allerdings dreht sich die Diskussion zu diesem Beitrag meiner Wahrnehmung nach um die Frage des Sinngehalts der vielen Millionen an Thüringer Steuergelder, die für den Wintersport nach Oberhof gepumpt werden und die für andere Zwecke somit nicht mehr zur Verfügung stehen.

Und das hat eher nichts mit "Warum zahlen wir in alle Welt und sollen uns nicht auch mal etwas gönnen?" zu tun.

Heftklammer vor 13 Wochen

Ich habe gerade im Programm gehört, daß wenn es die Schneekanonen nicht schaffen, Schnee per LKW 400 Km weit hergeholt wird um diesen Nonsens in Oberhof stattfinden zu lassen. Mann könnte ja auch so etwas machen wo Schnee LIEGT! Den Sportlern ist es es egal, wohin sie transportiert werden.
Ich und viele Andere müssen einsehen, daß wir als Arbeitnehmer, welche keine Möglichkeiten haben auf Bus und Bahn umzusteigen, mehr Geld zu bezahlen, der UMWELT zuliebe!
Und hier werden HUNDERTE LKW Ladungen SCHNEE von der World Team Challenge (WTC) auf Schalke geholt?!?!?!
Bei allem Respekt vor Sportlern und Organisatoren, das ist widerlich und selbstsüchtig! Geld spielt dabei keine Rolle. ( Kommt ja von Der arbeitenden Bevölkerung ) Umweltschutz interessiert da auch nicht! Hauptsache " Wir verdienen Geld! " TRAURIG.....

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