Wegen der vielen Polizeieinsätze "Separate" Unterkunft für "problematische Asylbewerber" soll nach Gera

Menshen gehen hinter einem Bauzaun entlang
Die Suhler Flüchtlingsunterkunft. Bildrechte: WichmannTV

Der designierte Oberbürgermeister von Suhl, André Knapp (CDU), fordert eine separate Erstaufnahmeeinrichtung für "problematische Asylbewerber" in Gera. Er schlägt dafür das ehemalige Wismut-Krankenhaus in der Ostthüringer Stadt vor, das schon einmal Erstaufnahmeeinrichtung war. Knapp bestätigte entsprechende Zeitungsberichte. Bei Personen, die gegen Recht und Ordnung verstoßen, müsse etwas getan werden, sagte der CDU-Politiker und verwies auf die vielen Polizeieinsätze in der Suhler Unterkunft vor allem am Jahresanfang. Die problematischen Fälle könne man nicht einfach auf die Landkreise abschieben. Außerdem kritisierte Knapp, dass es keinen Einrichtungsleiter in der Suhler Erstaufnahmestelle gibt. Die "Thüringische Landeszeitung" hatte zuerst darüber berichtet.

Reaktion aus Gera zurückhaltend

Der designierte Geraer Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) äußerte sich am Dienstagmittag zurückhaltend in Sachen Erstaufnahmeeinrichtung. Das frühere Wismut-Krankenhaus sei Eigentum des Freistaats. Daher werde sich das Land bei einer alternativen Verwendung mit der Stadt Gera abstimmen, sagte Julian Vonarb MDR THÜRINGEN. Das künftige Stadtoberhaupt hatte das Gebäude zuvor als Standort für eine neue Technische Hochschule ins Gespräch gebracht.

Migrationsminister Lauinger kritisiert CDU

Das Justizministerium lehnte den Vorschlag aus Suhl am Nachmittag gegenüber MDR THÜRINGEN ab. Die Unterbringung abgelehnter und straffällig gewordener Asylbewerber in einer Einrichtung sei "nicht zielführend". Minister Dieter Lauinger (Grüne) kritisierte "eine nicht durch Fakten gestützte Argumentation der CDU".

Es wird ständig versucht, von einer prozentual sehr kleinen Gruppe von auffälligen Personen Rückschlüsse auf alle Flüchtlinge zu ziehen. Das ist falsch und populistisch.

Justizminister Dieter Lauinger (Grüne).

Es sei richtig, die Ankunft der Flüchtlinge zu zentralisieren. In Thüringen erfolge deren Registrierung in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Suhl, wo auch die ersten Integrationskurse angeboten würden. Die im Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union vereinbarten Ankerzentren hatte Lauinger bereits abgelehnt, weil die Konzentration von Menschen mit abgelehnten Asylbescheiden an einem Ort die Probleme dort potenzieren würden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 22. Mai 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2018, 16:25 Uhr

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19 Kommentare

23.05.2018 16:06 D.o.M. 19

Und wieder eine Unterstützung für die AfD in Gera. Schade nur, dass sie nicht vor der Bürgemeister-Wahl kam.

23.05.2018 14:48 Helmut 18

@ 1 7 ja das stimmt wiedermal wie immer nur 15 Afghanen mit einem Arzt und 45 Polizeier abgeschoben sagenhaft was wir alles bezahlen müssen. der sehr feine nichtsbringende Herr Lauinger kann ja seine [Anm.d.Red.: beleidigendes Wort entfernt] weit aufmachen er lebt ja in Sicherheit nur wir nicht, wie kann man nur solche Leute wählen, verstehe es nicht.

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