Zwei gemachte Betten und digitale Klimaanzeige in Hotelzimmer.
Die südthüringer Hoteliers auf Erfolgskurs. Mehr Qualität bringt mehr Umsatz. Bildrechte: MDR/Bert Weber

Bilanz 2018 Südthüringer Hotels und Gaststätten wirtschaftlich weiter im Aufwind

Volle Auftragsbücher, Reservierungen auf Jahre hinaus - den Hotels, Pensionen und Gaststätten in Südthüringen geht es so gut wie noch nie seit der deutschen Einheit. Entsprechend optimistisch blicken die Macher in die Zukunft, heißt es in der am Dienstag vorgestellten Umfrage der Industrie- und Handelskammer Suhl. Aus Sicht der IHK eine gute Zeit für Investitionen, aus Sicht der Linken auch für bessere Löhne.

Zwei gemachte Betten und digitale Klimaanzeige in Hotelzimmer.
Die südthüringer Hoteliers auf Erfolgskurs. Mehr Qualität bringt mehr Umsatz. Bildrechte: MDR/Bert Weber

Der IHK-Umfrage nach konnten neun von zehn südthüringer Betriebe höhere Umsätze verbuchen. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertete die eigene wirtschaftliche Lage als "gut". Mehr als 80 Prozent der Betriebe geht außerdem davon aus, dass sich daran auch nichts ändert.

Mehr Klasse bei weniger Masse

Ralf Pieterwas, IHK Südthüringen
IHK-Chef Ralf Pieterwas Bildrechte: dpa

Als einen Grund für den anhaltenden Aufwind nannte IHK-Chef Ralf Pieterwas die gute wirtschaftliche Lage in der Region und in Deutschland insgesamt. Die Gaststätten und Hotels der Region böten höhere Qualität, könnten deshalb höhere Preise verlangen und so ihre Umsätze steigern. Mit dieser Entwicklung können aber nicht alle mithalten: die Zahl der Hotels und Gaststätten in Südthüringen geht nach Angaben der IHK weiter zurück.

Kritisch bemerkt die IHK an, dass die südthüringer Hotel- und Gaststättenbranche wenig Lust auf Investitionen habe. Nur fünfzehn Prozent der Hotels und Pensionen, und nur fünf Prozent der Gaststätten planen, Geld in ihre Häuser zu stecken. Zu wenig, um den Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte aufzulösen, sagt die IHK dazu.

Einwanderungsgesetz soll helfen

Als ein Grund für die zurückhaltende Investitionsbereitschaft gelten die bestehenden Engpässe bei Fachkräften. Fast die Hälfte der befragten Betreiber betrachtet die Personalsituation als "Risiko für die eigene Unternehmensentwicklung." IHK-Chef Pieterwas sagte, hier sei der politische Handlungsbedarf besonders groß. Beim angekündigten neuen Fachkräfte-Einwanderungsgesetz sollte das Gastgewerbe als Branche mit besonderem Bedarf berücksichtigt werden, so Pieterwas. In Südthüringen geben 57 Prozent der Gastronomiebetriebe einen Bedarf an Fachkräften aus Drittstaaten an.

Knut Korschewsky, der tourismuspolitische Sprecher der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag, erklärte in einer Pressemitteilung, die Branche solle die gute Lage zur Vorsorge nutzen und investieren. Das Land unterstütze solche Pläne mit diversen Programmen. Außerdem sollten die guten Umsätze genutzt werden, die Beschäftigten zu würdigen.

Wichtig für den zufriedenen Gast ist auch zufriedenes Personal.

Knut Korschewsky, MdL-Die Linke

Die Motivation der Beschäftigten und das Halten von Fachkräften sei mit einer angemessenen Bezahlung verknüpft, sagte Korschewsky. Hier habe Thüringen leider noch immer einen "deutlichen" Nachholbedarf.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 18:17 Uhr

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1 Kommentar

08.01.2019 16:37 Thorsten Drescher 1

Angesichts des Gaststätten-Sterbens scheint es nicht verwunderlich, dass die verbliebenen ihre Umsätze etwas steigern. Allerdings hat man als Ausflügler wenig Lust in Thüringen einzukehren, denn das Angebot ist leider überwiegend unzuverlässig, lückenhaft, unfreundlich, altbacken und runtergewirtschaftet. Jeder, den ich frage, gibt den selben Tipp: Gehe in Thüringen nie ohne Verpflegung wandern!

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