Videoüberwachung und digitales Schließsystem Flüchtlingsunterkunft Suhl: Zwei Millionen Euro für Sicherheitstechnik

Der Thüringer Migrationsminister Dirk Adams geht davon aus, dass es in der Flüchtlingsunterkunft in Suhl immer wieder zu Konflikten kommt. Deshalb investiert Thüringen nun zwei Millionen Euro in Sicherheitstechnik.

Die Landesregierung will die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Suhl für zwei Millionen Euro sicherer machen. Unter anderem sollen eine Videoüberwachung für bestimmte Gemeinschaftsbereiche und ein digitales Schließsystem für mehr Schutz sorgen. Das sagte Migrationsminister Dirk Adams. Er gehe allerdings davon aus, dass es dort dennoch auch in Zukunft Streitereien und Straftaten geben werde. Das liege maßgeblich daran, dass in der Unterkunft so viele unterschiedliche Menschen für eine nur relativ kurze Zeit aufeinandertreffen. Immer wieder gebe es einzelne Gruppe von Flüchtlingen, die Probleme machten, während die Mehrzahl der Bewohner friedlich und integrationswillig sei. Das Flüchtlingsheim sei wie eine Diskothek, wo es trotz aller Mahnungen immer wieder zu Konflikten komme.

Die Stadt Suhl hatte die Videoüberwachung seit langem gefordert. Und auch die Bewohner - vor allem Frauen - hatten sich diese, nach Angaben des Migrationsministers, "ausdrücklich gewünscht".

Oberbürgermeister André Knapp hatte außerdem einen deutlich höheren Zaun gefordert, damit die organisierte Kriminalität eingedämmt werden kann. Außerdem gab es Diskussionen um die maximale Belegung der Erstaufnahmeeinrichtung. Knapp hatte gefordert, in der Landeserstaufnahme künftig nur noch maximal 350 Menschen unterzubringen. Das Land sieht eine höhere Auslastung vor. Nach Angaben von Adams ist die Erstaufnahme derzeit mit etwa 600 Menschen belegt, das Maximum sei bei 1.000 erreicht. Als 2015/2016 besonders viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, hatten dort Adams zufolge kurzzeitig mehr als 1.800 Männer, Frauen und Kinder gewohnt.

Zwischen Januar und Mitte Mai 100 Einsätze im Flüchtlingsheim

In dem Flüchtlingsheim auf dem Suhler Friedberg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Massenschlägereien und Straftaten. Nach Angaben des Innenministeriums war die Polizei allein von Januar bis Mitte Mai 2020 etwa 100 Mal in dem Flüchtlingsheim im Einsatz. Für das Vorjahr zählte die Polizei 287 Straftaten. 2018 waren es noch knapp 478 Delikte gewesen. Zuletzt hatte es auch Vorfälle in den Bussen gegeben, die nachts zum Flüchtlingsheim unterwegs waren. Zudem kam es am vergangenen Mittwochabend eine heftige Auseinandersetzung in der Suhler Innenstadt, bei der laut Polizei auch Bewohner der Erstaufnahme involviert waren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa, the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. September 2020 | 09:00 Uhr

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