Selfie-Punkte statt Prospekte Werbekonzept für Thüringer Wald

Ein Jahr nach Vorstellung des neuen Tourismuskonzeptes für den Thüringer Wald ist die Werbung für die Region noch im Umbruch. Regionalverbund-Geschäftsführerin Marietta Schlütter sprach bei der Mitgliederversammlung in Suhl von einem mutigen Schritt, die Werbung für den Thüringer Wald - so wörtlich - "abzuholzen". Es gehe seit einem Jahr nicht mehr darum, den Thüringer Wald bekannter zu machen - denn er allein sei kein Anlass für eine Reise. Vielmehr stünden jetzt auch die bisherigen Tabu-Themen Kultur und Attraktionen im Mittelpunkt, darunter das Spielzeugmuseum, das Burgenmuseum, die Wartburg und der Rennsteig.

Berater Lars Bengsch sagte, so sei es etwa sinnvoll, den Rennsteig nur im Outdoor-Bereich und auf Aktiv-Kanälen zu bedienen, statt das Angebot mit einem "Streufahrzeug breitflächig zu verteilen". Institutsleiter Christoph Engl sagte, es sei nicht sinnvoll Prospekte und Karten zu verteilen. Die Menschen brächten mit ihren Smartphones und geteilten Fotos die Botschaften viel stärker und authentischer nach außen. Es brauche "fotografable Zimmer" und Selfie-Punkte, statt Hinweisschildern und Informationsflut.

Bis September 3,2 Millionen Gäste

In diesem Jahr hat der Thüringer Wald von Januar bis September 3,2 Millionen Übernachtungsgäste gehabt. Die Zahl der Übernachtungen sei mit 2,2 Prozent leicht angestiegen. Profitiert habe die Region von Lutherjahr und Deutschem Wandertag. Auswirkungen der neuen Strategie seien noch nicht messbar, so Marietta Schlütter. Sie erklärte, die 15,4 Millionen Euro Investitionen in Rennsteighäuser, Parkplätze und Toiletten fielen den Besuchern aber auf - die positiven Erfahrungen würden in sozialen Netzwerken auch geteilt, sagte Schlütter.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 12. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2017, 19:52 Uhr

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1 Kommentar

13.12.2017 10:46 Klarsichtbrille 1

Solange keine Bahnlückenschließung vom Großen Inselberg nach Saalfeld zu den Feengrotten und nach Sonneberg ins Spielzeugland existiert, über Oberhof, Bahnhof Rennsteig und Masserberg wird der Tourismus weiter in der Versenkung stecken bleiben. Selfietauglich, ist leider reiner Kindergram und nicht für den Aufschwung für das Hotel- und Gaststättengewerbe tauglich. Hier müssen wirkliche Attraktionen geschaffen werden und deren Ziele müssen erreichbar sein und dies geht nur durch eine Rennsteigbahn. Ob die 3,2 Millionen Übernachtungsgäste wirklich der Wahrheit entsprechen, möchte ich bezweifeln. Am Mittelpunkt des Rennsteiges bleiben weiterhin die Übernachtungsgäste mit sinkenden Zahlen aus. Wie sagte so schön, der Tourismusausschuss der IHK Thüringen, Reinhard Leser , " es besteht eine schlechte Infrastruktur im Thüringer Tourismus" zum Tourismustag in Erfurt (Freies Wort vom 30.11.2017 aus Suhl).

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