Von der Kalaschnikow zur Wieger Neue Ausstellung über Sturmgewehr in der DDR

Sie ist nicht besonders groß - die neue Sonderausstellung im Suhler Waffenmuseum. Ihr Inhalt aber hat es in sich. Kaum einer weiß, dass die DDR ihr eigenes Sturmgewehr produziert hat. Nicht etwa in der Waffenstadt Suhl, sondern im Erzgebirge. Genauer gesagt in Wiesa bei Annaberg-Buchholz.

Kurator Rigo Herold vor einer Vitrine mit Modellen des DDR-Sturmgewehrs
Kurator Rigo Herold vor einer Vitrine mit Modellen des DDR-Sturmgewehrs in der Suhler Ausstellung Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

"Die Ingenieure im VEB Geräte- und Werkzeugbau haben eine Meisterleistung vollbracht", sagt Kurator Rigo Herold. Mit der Wieger entwickelten sie nach dem Vorbild der russischen Kalaschnikow ein eigenes Gewehr. "Nötig war das, um Lizenzproblemen aus dem Weg zu gehen", hat der Kurator recherchiert. Die Wieger sollte dem ostdeutschen Staat vor allem Devisen bringen. Noch kurz vor der Wende liefen Verhandlungen mit Indien, Peru, Ghana und Nigeria.

Mythen um Gewehr-Produktionsstätte im Erzgebirge

"Ich bin kein Waffennarr", sagt Kurator Herold. Sein Interesse sei eher privater Natur. Sein Vater hat in dem Werk gearbeitet. "Mir geht es vor allem darum, zu erklären, was damals in Wiesa gelaufen ist und was eben auch nicht", so Herold. Denn auch um das Ende des erzgebirgischen Gerätewerkes ranken sich Mythen. So soll der Bundesnachrichtendienst Konstruktionspläne beiseitegeschafft haben, um sie in die USA zu schleusen. Dafür allerdings hat der Kurator keine Beweise gefunden.

Die Sonderausstellung im Suhler Waffenmuseum ist noch bis Ende nächsten Jahres zu sehen.

Fahne vor dem Waffenmuseum in Suhl
Die Ausstellung zur DDR-Waffenproduktion in Suhl läuft bis Ende 2021. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 04. September 2020 | 17:40 Uhr

1 Kommentar

Simone vor 7 Wochen

Der BND hat sicher ein Interesse daran die Hochtechnologie eines Sturmgewehres im Auftrag der USA zu stehlen. Wenn man davon ausgeht, dass der VEB nach der Wiedervereinigung eh im Besitz des Bundes war, dann wird diese Geschichte noch unglaubwürdiger. Mal davon abgesehen, dass es Sturmgewehre zum Schweine füttern gibt und der Problem nicht beim technischen Nachbau, sondern hauptsächlich bei der Lizensierung liegt.

Aber trotzdem schön von einem Produkt Made in GDR zu hören, das beinahe verkauft worden wäre.

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