Biathlon Doppel-Weltcup für Oberhof - Ruhpolding ist raus

Die Corona-Pandemie beschert Oberhof einen doppelt langen Biathlon-Weltcup. Hintergrund: Um unnötige Reisen zu vermeiden, wurden die für Ruhpolding geplanten Wettkämpfe in den Thüringer Wintersportort verlegt.

Biathlon in Oberhof
Der Biathlon-Weltcup 2020 in Oberhof startet am 7. Januar 2021. Bildrechte: imago/Gerhard König

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird der Biathlon-Weltcup im Januar in Oberhof auf zwei Wochen gestreckt.Das hat der Biathlon-Weltverband am Montagnachmittag mitgeteilt.

Keine Wettkämpfe in Ruhpolding

Im bayerischen Ruhpolding wird es dagegen keine Wettkämpfe geben. Zur Begründung hieß es, wenn der Weltcup-Tross weniger reise, könnten die Risiken in Corona-Zeiten minimiert werden. In Oberhof sollen deshalb vom 7. bis 17. Januar zwölf Rennen stattfinden.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum (TWZ) und Oberhof-Beauftragte der Landesregierung, Hartmut Schubert (SPD), begrüßte die Entscheidung des Weltverbandes. Schubert sagte, Oberhof sei stolz darauf, dass der Region, den Organisatoren und dem Zweckverband das Vertrauen entgegengebracht werde, zwei Weltcups hintereinander ausrichten zu dürfen.

Testlauf für geplante Weltmeisterschaft

Der Präsident des Deutschen Skiverbandes, Franz Steinle, begründete die Entscheidung für Oberhof auch mit der für 2023 geplanten Weltmeisterschaft. Laut Steinle muss die neue Infrastruktur im Stadion dringend unter Weltcup-Bedingungen getestet werden. Unter anderem können bereits neue Streckenabschnitte genutzt werden.

Biathlon in Ruhpolding
In Ruhpolding bleiben die Zuschauerränge im Januar leer. Bildrechte: IMAGO

Ein Knackpunkt könnte die Schneesituation werden. Denn das neue Schneekonzept ist noch nicht umgesetzt. Unklar ist außerdem noch, wie viele Zuschauer wegen der Coronaregeln für die Rennen zugelassen werden.

Viel Arbeit bis zum Weltcup

Auch die Organisatoren des Weltcups äußerten sich zufrieden über die Entscheidung, räumten aber gleichzeitig ein, dass bis zu den Rennen noch viel Arbeit vor Ihnen liege. Landrätin Peggy Greiser begrüßte den Zuschlag ebenfalls. Greiser sagte, die Veranstalter haben umfassende Konzepte für unterschiedliche Szenarien entwickelt, damit die Doppel-Veranstaltung mit einem Höchstmaß an Sicherheits- und Hygienestandards stattfinden kann.

Hotelbetten könnten knapp werden

Verschneite Bäume mit dem einer Skischanze nachempfundenen Hotel "Panorama"
Das Panoramahotel in Oberhof verfügt über 488 Zimmer. Doch die könnten nicht ausreichen. Bildrechte: dpa

Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz (Freie Wähler) begrüßte den Zuschlag ebenfalls. Er warnte allerdings vor vielen offenen Fragen. Unter anderem könnten die Hotelbetten knapp werden, weil auch der Rennrodel-Weltcup parallel in Oberhof ausgetragen wird. Laut Schulz müsse es dazu nun rasch Gespräche zwischen allen Beteiligten geben. Der Oberhof-Beauftragte der Landesregierung, Hartmut Schubert, rechnet überdies mit einem Minus für die Veranstalter. Er sagte MDR THÜRINGEN, es werde wohl keine profitablen Rennen geben. Man müsse nach Wegen suchen, wie der Verlust für die Organisatoren möglichst gering gehalten werden könne. Vieles hängt laut Schubert davon ab, ob bei den Rennen zumindest einige Zuschauer zugelassen werden. Optimistisch ist Schubert bei der Schneesituation. Oberhof habe mit dem neuen Schneedepot und neuer Beschneiungstechnik vorgesorgt, sollte es keinen natürlich Schnee geben, sagte er. Insgesamt können sich die Thüringer Sportfans innerhalb von zehn Tagen auf zwölf Biathlonrennen und ein Weltcup-Wochenende der Rennrodler freuen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Oktober 2020 | 21:00 Uhr

6 Kommentare

martin vor 6 Wochen

Sofern die Gäste nur als Zuschauer zu den Rennen kämen, würde ich Ihnen Recht geben. Wenn sich allerdings Personal in Unterkünften, Gastronomie und Dienstleistungen infiziert, könnte es leider doch schnell problematisch werden. Der erwartbare Bettenmangel dürfte sich verschärfend auf die Risiken auswirken.

pepe79 vor 7 Wochen

Oberhof wird eher nicht zum Hotspot werden. Viele bleiben nur 2-3 Tage und das begrenzt die Kontakthäufigkeit. Es ist zudem eine Freiluftveranstaltung mit wahrscheinlich dann mehr Abstandsregeln als im Sommer an Die Ievtl. Evtlt. Infizierten verteilen sich eher auf viele Landkreise ao das lokale Gesundheitsämter und Kliniken eher nicht überlastet werfen.
Bistglon in Oberhof...ich freue mich,nachdem wir vor wenigen Jahren das Rennen wegen Schneemangel an Ruhpoldingen abgeben mussten bekommen wir es nun "wieder".

Lothar Thomas vor 7 Wochen

@ Critica

Der Söder ist schon so ein Schlitzohr, jetzt tritt er den Termin von Ruhpolding an Thüringen ab, um selbst keinen Hotspot zu provozieren, oder ein zweites "Ischgl" zu haben, damit können die in Thüringen sich doch beschäftigen.

Aber keine Angst, dass wird der Mann uns noch oft genug aufs Brot schmieren,
"ich habe Euch doch mal..., dafür nehmt ihr dann aber unsere Brennelemente in Verwahrung und die nächsten Veranstaltungen finden dann wieder bei uns in Bayern statt. "

Ich höre den Mann schon philosophieren.

Warten sie ab, dass war nicht umsonst.


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