Thüringer Landtag Parteien wollen gegen Stromtrasse vorgehen

Die durch Thüringen geplante Stromtrasse Südlink beschäftigte am Freitag den Landtag. Mit einem gemeinsamen Antrag demonstrierten die Parteien ungewohnte Einigkeit. Der AfD ging der Widerstand nicht weit genug.

Der Landtag hat am Freitag über die geplante Stromtrasse Südlink debattiert. Sie soll durch den Norden und Westen Thüringens führen. Ein Antrag der Koalitionsfraktionen und der CDU fordert die Landesregierung auf, gegen die umstrittene Trasse vorzugehen. Somit bestand weitgehend Einigkeit zwischen den im Landtag vertretenen Parteien. Lediglich die AfD hielt dagegen. Ihr ging der Antrag nicht weit genug. Sie stellte stattdessen die gesamte Energiewende in Frage. Diese sei insgesamt unsozial und belaste Verbraucher über Jahre hinweg. Ja zur Energiewende an sich - nein zur Trasse durch Thüringen - war hingegen der Grundtenor der Regierungsfraktionen. Die Lasten der Energiewende und des Stromtransfers von Nord nach Süd müssten fair verteilt werden. Thüringen sei nicht der Lastesel der Nation, sagten Vertreter der CDU.  

Regierung kündigt Widerstand an

Birgit Keller spricht bei der Regierungsmedienkonferenz der Thüringer Landesregierung am 8. Dezember 2015 in der Thüringer Staatskanzlei.
Infrastrukturministerin Birgit Keller (Die Linke) kündigt Widerstand an. Bildrechte: IMAGO

Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) kündigte Widerstand gegen die Pläne des Netzbetreibers Tennet an. Sie forderte die Bundesnetzagentur auf, den Verlauf der Trassenführung zu korrigieren. Juristische Schritte sollen aber vorerst nicht eingeleitet werden. Eine Klage sei ohnehin erst in vier Jahren möglich. Erst dann werde wohl ein Planfeststellungsbeschluss zu dem Vorhaben vorliegen, der beklagt werden könne. Die Bundesnetzagentur könne aber schon jetzt dafür sorgen, dass vorhandene Mängel im derzeit geplanten Trassenverlauf beseitigt werden, so Keller.

Darum geht's

Zwei neue unterirdische Stromtrassen sollen Windenergie vom Norden in den Süden Deutschlands leiten. Den Plänen zufolge wird die Südostlink-Trasse durch Ostthüringen verlaufen. Die sogenannte Südlink-Trasse soll durch den Eichsfeldkreis, den Wartburgkreis und den Kreis Schmalkalden-Meiningen führen. Thüringen würde damit ein weiteres Mal zur Durchgangsstrecke für Strom von Nord nach Süd. Bei dem in Fett markierten Verlauf auf der Karte handelt es sich um die bevorzugte Südlink-Variante des zuständigen Netzbetreibers Tennet.

Mein Tag ohne Strom
Bildrechte: Colourbox

Netzbetreiber hält "Südlink" für die beste Lösung

Der umstrittene Trassenverlauf durch Thüringen sei am besten, erklärte Netzbetreiber Tennet zuletzt. Die Trasse durch den Freistaat habe kaum Einfluss auf Mensch und Natur. Zudem würden Erdkabel weniger stören als Oberleitungen. Tennet wies darauf hin, dass im Vorfeld zahlreiche Bürger-Informationsveranstaltungen durchgeführt wurden. Man habe das Projekt erklärt und Hinweise aufgenommen. In den betroffenen Thüringer Regionen gibt es seit der Bekanntgabe immer wieder Proteste gegen die geplante Trasse.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24.03.2017 | 19:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | 24.03.2017 | Nachrichten | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2017, 11:55 Uhr

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19 Kommentare

26.03.2017 11:08 O-Perler 19

Die Blockparteien wollen also keine Stromtrasse durch ihr Bundesland haben (selbst hier bietet sich die Möglichkeit, die AfD in die Ecke zu stellen); so so! Nur: Mit der völlig irren "Energiewende" mit den von Anfang an getürkten Versprechungen hatte keine Schwierigkeiten gehabt, derweil paßt Trittins "Eiskugel" mittlerweile in keine Regentonne mehr. Die Versorgungssicherheit ist dabei ein Lamm mehr, das auf dem Altar der Ideologie geopfert wird; ganz abgesehen vom höchsten Preis, den wir in Europa bald innehaben werden - Dänemark wird locker eingeholt dieses Jahr; und das ohne jede Not! Und wer kann etwas mit dem 27. Januar 2017 anfangen? Da war doch irgendwas mit "Dunkelflaute", selbst der MDR hatte hier etwas - im Übrigen völlig Verharmlosendes - zu schreiben gehabt. Dabei pfiff die Stromversorgung in Deutschland auf dem letzten Loch; es gab keinerlei Reserven mehr. Aber das war in den Leidmedien kein Thema. Aber es wird nicht jeder Winter so ruhig wie dieser werden; mit Sicherheit!

26.03.2017 09:32 Ekkehard Kohfeld 18

@ Eulenspiegel Ich möchte hier nur Österreich und Norwegen nennen.##Das hilft uns auch ungemein## Die Atomkraft war von Anfang ein Irrweg denn man hätte zu aller erst die Entsorgungsfrage klären müssen bevor man anfängt solche Kraftwerke zu bauen. Weiter ist das ganze Sicherheitssystem bis Heute total unausgereift.##Habe ja nichts anderes behauptet,was wollen sie mir damit sagen??##Fakt ist wir haben von Heute auf Morgen gut die Hälfte unserer AKWs abgeschaltet. Unsere Stromversorgung ist nicht zusammengebrochen.##Habe ich auch nicht behauptet aber alle abschalten geht halt noch nicht,und regenerativer Energien meinen sie da Kohlekraftwerke oder Gaskraftwerke mit da sind und werden noch welche gebaut."Die künftige Rolle von Gaskraftwerken in Deutschland"SWU-Kraftwerk in Leipheim soll von 2017 an die Versorgung" Usw arbeiten die mit Wind oder Sonne??????Hört doch auf zu träumen das was benötigt wird an Energie können Wind und Sonne alleine bei uns nicht leisten nur etwas dazu beitragen.

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