Kabinettstreffen Thüringen geht weiter gegen Südlink vor

Thüringen wehrt sich weiter gegen die geplante Südlink-Trasse über Landesgebiet. Das Kabinett hat am Dienstag beschlossen, offiziell Einwände gegen die Trassenplanung der Bundesnetzagentur einzulegen. Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff sagte, er werde nichts unversucht lassen, den Bau abzuwenden. Notfalls werde das Land erneut gegen die Pläne klagen.

Ende Oktober hatte die Bundesnetzagentur beschlossen, dass die Starkstromtrasse nach Plänen des Netzbetreibers Tennet auch durch Teile Thüringens führt. Am Montag wurden nun neue Details bekannt: Der 112 Kilometer lange Abschnitt zwischen Bad Gandersheim/Seesen im Süden von Niedersachsen und Gerstungen soll auf einer Länge von zwölf Kilometern durch den Freistaat führen.

Demo Südlink Fambach 2020
Proteste gegen Südlink in Fambach im Mai 2020. Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Thüringen erwägt Klage vor Bundesverwaltungsgericht

Die Südlink-Trasse soll Strom vom Norden der Republik nach Süddeutschland transportieren. Thüringen hatte zu Beginn des Verfahrens eigene Trassenvorschläge eingereicht. Diese wurden aber nicht berücksichtigt.

Wie Thüringens Infrastrukturminister Hoff am Dienstag sagte, gab es Verfahrensfehler bei der Trassenfestlegung. Der Thüringer Alternativvorschlag sei zu wenig berücksichtigt worden. Auch habe die Bundesnetzagentur das Gebot der Geradlinigkeit missachtet. Das Land Thüringen verlange, dass neu entschieden wird. Anderenfalls werde eine Klage am Bundesverwaltungsgericht erwogen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Dezember 2020 | 18:00 Uhr

8 Kommentare

Harka2 vor 7 Wochen

Offshore-Anlagen sind deutlich größer als auf dem Festland stehende Windkrafträder. Propellerdurchmesser von 150 m und mehr sowie Höhen von 250 m sind Offshore nicht die Ausnahme, dass ist inzwischen die Regel. Die Offshore-Windräder liefern wesentlich mehr Strom und der Wind weht dort berechenbarer und kontinuierlicher.

Harka2 vor 7 Wochen

Festhalten muss man hier auch, dass die allerwenigsten der Täter zu ihren Taten standen. Oskar Gröning ist da eher die löbliche Ausnahme. Kein Richter des Volksgerichtshofs wurde nach dem Krieg verurteilt, die meisten noch nicht mal angeklagt.

unverbesserlicher Realist vor 7 Wochen

Eine (zugegebenermaßen recht schwache) Begründung ist, dass Windparks vor der Küste durch den gleichmäßig wehenden Wind eher geeignet für ein Art "Grundlast" sind. Für die Nutzungseinschränkung der Grundstücke gibt es für die Eigentümer eine angemessene Entschädigung.
Bitte verwenden Sie mehr Kommas in Ihren Kommentaren. Dann lässt sich das Ganze auch flüssiger lesen. (Das Bundesland heißt übrigens "Baden Württemberg")

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