Fichtenwald (Picea abies) im Gegenlicht
Noch sind die meisten Thüringens Wälder dicht und gesund. Das wird sich laut Experten ändern. Bildrechte: imago/blickwinkel

Tag des Baumes Fichten in Thüringen vom Klimawandel bedroht

Die Fichte ist der häufigste Baum in Thüringen. Doch die zunehmende Trockenheit macht den Nadelgehölzen zu schaffen. Der Bestand könnte laut Experten um zehn Prozent zurückgehen.

Fichtenwald (Picea abies) im Gegenlicht
Noch sind die meisten Thüringens Wälder dicht und gesund. Das wird sich laut Experten ändern. Bildrechte: imago/blickwinkel

Die Fichte, der häufigste Baum Thüringens, ist der große Verlierer des Klimawandels. Zum Tag des Baumes am 25. April sagte Horst Sproßmann von Thüringenforst: "Der Bestand könnte bei anhaltender Trockenheit um rund zehn Prozent zurückgehen." Damit sei der "Brotbaum der Forstwirtschaft" in Gefahr.

Nach Ansicht von Sproßmann wird der Fichtenanteil bei anhaltender Trockenheit in den mittleren und unteren Lagen Thüringens spürbar zurückgehen - und zwar auf 35 Prozent oder weniger (derzeit beträgt er 38 Prozent). Das sei gravierend, denn die Fichte ist für Thüringens Waldbesitzer Baum Nummer eins - auch die Holzindustrie nutzt die universell einsetzbare Fichte wie keinen anderen Baum.

Anteil der Baumbestände in Thüringens Wäldern
Baumart Anteil in Prozent  
Fichte 38  
Buche 19,5  
Kiefer 14  
Eiche 7  
Lärche 3  
Ein Borkenkäfer kriecht über eine befallene Fichte
Neben dem trockenen Klima machen auch Borkenkäfer den Fichten zu schaffen. Bildrechte: dpa

Durch die Trockenheit ist die Vitalität der Fichten geschwächt - ein gefundenes Fressen für den Fichtenborkenkäfer, der dieses Jahr noch früher wütet als sonst. Allein im vergangenen Jahr sind dem Borkenkäfer 800.000 Festmeter zum Opfer gefallen. Thüringens Landesregierung setzt schon seit Jahren auf einen Waldumbau.

Statt reiner Fichtenwälder brauche es mehr Mischwälder, sagt auch Wolfgang Heyn, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Thüringen. Ein solcher Umbau sei aber teuer und dauere Jahre. "Die Fichte ist aber weiterhin sehr gefragt", so Heyn weiter.

Der Wald in Thüringen bindet große Mengen an Kohlenstoff. Vor allem aber: Nachhaltiges Wirtschaften im Wald verbessert die positive Bilanz seit Jahren zusätzlich. In den rund 200.000 Hektar Staatswald der Landesforstanstalt werden aktuell 44,1 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden - und dadurch etwa 162 Millionen Tonnen potenziell klimaschädliches CO2 fixiert und unwirksam gemacht.

Tag des Baumes Der internationale Tag des Baumes geht auf den amerikanischen Politiker Julius Sterling Morton zurück. Den deutschen Tag des Baumes gibt es seit 1952. Er soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. Unter anderem wirbt heute der Naturschutz für seine Aktion "Wald-Pate", um die Wälder zu schützen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 09:00 Uhr