Steuer-Einbruch Finanzministerin Taubert erwägt Sparkurs für Thüringen

Wegen der Corona-Krise muss Thüringen in den kommenden drei Jahren bei den Steuereinnahmen mit einem Rückgang in Milliardenhöhe rechnen. Finanzministerin Heike Taubert erwägt eine Haushaltssperre - und rechnet mit einem schnellen Aufschwung.

Heike Taubert
Thüringens Finanzministerin Heike Taubert. Bildrechte: dpa

Wegen der Corona-Krise muss Thüringen in den kommenden drei Jahren bei den Steuereinnahmen mit einem Rückgang von voraussichtlich rund 1,7 Milliarden Euro rechnen.

Laut Finanzministerin Heike Taubert (SPD) hat die Mai-Steuerschätzung ergeben, dass 2020 ein Minus von knapp einer Milliarde zu erwarten ist. Außerdem werden die Einnahmen in den beiden nächsten Jahren um knapp 800 Millionen Euro unter der Steuerschätzung vom Oktober 2019 liegen. "Wir haben seit 1990 nicht so einen Einbruch an Steuern gehabt", sagte Taubert.

Sparen im öffentlichen Dienst als Option

Die erwartete Entscheidung über eine Haushaltssperre als Reaktion auf die immensen Steuerausfälle hat die Landesregierung vertragt. Sie werde erst in einer der nächsten Kabinettssitzungen fallen, sagte Taubert am Dienstag. Sie hatte angekündigt, dass sie sich dafür einsetzt, dass ein Teil der 2020 geplanten Ausgaben auf Eis gelegt wird.

"Bei einer solchen Frage steht immer das Kabinett gegen die Finanzministerin", sagte sie. Sie habe aber viel Verständnis in den Gesichtern ihrer Kabinettskollegen gesehen. Eine Sparmöglichkeit könnte nach Meinung von Taubert bei den Personalausgaben im öffentlichen Dienst liegen. "Möglicherweise können wir die Gehaltserhöhung ein Jahr aussetzen", sagte sie.

Finanzministerin Taubert rechnet trotz des Steuer-Einbruchs "mit einer starken Erholung in recht kurzer Zeit". Sie erwarte eine lineare Steigerung der Einnahmen in den kommenden Jahren. „Wir kommen gut durch die Krise", sagte sie am Dienstag.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Mai 2020 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

Erichs Rache vor 22 Wochen

@PoliticalNerd99

Corona ist ein Klaks gegen die demographische Entwicklung!
2,3 MILLIONEN Kinder WENIGER, 6 MILLIONEN Senioren MEHR!
SOZIALER Sprengstoff für die Zukunft!

Was meinen Sie, warum das so ist? Weil hier keiner mehr Kinder möchte? Eher weniger. Vielmehr wird alles Erdenkliche von diesen Regierungen getan, das KEINE Kinder mehr geboren werden!
Statt Familien zu FÖRDERN, werden diese IM STICH gelassen.

Ehegattensplitting, KEINE und/oder FEHLENDE Kinderbetreuungsmöglichkeiten etc führen dazu, dass immer weniger Kinder geboren werden.

Vgl. Prof. Dr. iur. Frauke Brosius-Gersdorf, LL.M: “Demografischer Wandel und Familienförderung“, S. 2, ISBN 978-3-16-151285-8

Ihr schafft Euch und den Osten gerade AB!

Erichs Rache vor 22 Wochen

@lobo56

Ihre augenscheinlich naive Sicht der Dinge in allen Ehren. Es fragt sich nur wer dieses Gesundheitssystem bezahlt, wenn es weniger Beitragseinzahler gibt

lobo56 vor 23 Wochen

Die Wirtschaft und gerade die Institute sind immer am warnen vor etwaigen Konjungtureinbrüchen, auch vor Corona.
Dieser Unsinn, dass es ständig Wachstum geben soll/muss ist einfach
nicht real.
Wohin uns diese Wachsrumsphilosophie bringt erleben wir gerade. Diese Art Globalisierung ist auf Dauer ein riesiges Problem. Was passiert, wenn Einzelteile aus 10 Ländern für die Produktion eines Endproduktes geliefert werden müssen, erleben wir gerade. Von Klimazerstörung ganz abgesehen, was künftig ein weitaus größeres Problem sein wird.
Dahin haben uns all die klugen Köpfe gebracht!
Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht umgekehrt.
Deshalb, keine Panik, das Leben geht weiter , die Wirtschaft erholt sich schnell und jammern wird sie vermutlich weiter.

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