Fragen und Antworten zum Coronavirus in Thüringen


Welche Regeln zum Coronavirus gelten in Thüringen?

Das Thüringer Kabinett hat am 5. Januar 2021 beschlossen, den seit Mitte Dezember geltenden "harten Lockdown" zu verlängern - und zwar zunächst bis zum 31. Januar. Damit wird es bis auf weiteres keinen regulären Unterricht in den Schulen und keine reguläre Betreuung in den Kitas geben. Die Regeln für den Einzelhandel werden gelockert: Private Kontakte werden stärker beschränkt. Die neue Thüringer Corona-Verordnung ist am 9. Januar veröffentlicht worden und am 10. Januar in Kraft getreten.

Empfehlung für wohnortnahen Aufenthalt

Die Thüringen sollen Einkäufe, Besorgungen, Sport und Freizeitaktivitäten wohnortnah erledigen - im Umkreis von 15 Kilometern. Dies ist jedoch keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung. Einzelne Landkreise habe allerdings aufgrund der Inzidenz-Werte entsprechende Verordnungen erlassen.

Ausgangsbeschränkung

Die nächtliche Ausgangsbeschränkung in Thüringen bleibt in Kraft. Wohnungen und sonstige Unterkünfte dürfen zwischen 22 und 5 Uhr nur aus triftigen Gründen verlassen werden. Dies sind:

  • Abwendung einer Gefahr für Leib und Leben
  • medizinische Notfälle und Geburten
  • Pflege und Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Menschen sowie notwendige Fürsorge für minderjährige Menschen
  • Begleitung von Sterbenden
  • Wahrnehmung eines Umgangs- oder Sorgerechts
  • Besuch von Lebenspartnern
  • Versorgung von Angehörigen
  • Wege zur Arbeit
  • die Durchfahrt durch Thüringen
  • die Teilnahme an besonderen religiösen Zusammenkünften zu hohen Feiertagen
  • Versorgung von Tieren

Die zuständigen Gesundheitsbehörden können die Ausgangsbeschränkung wieder außer Kraft setzen, wenn der Inzidenzwert die Marke von 200 Neuinfektionen (innerhalb von sieben Tagen an fünf aufeinander folgenden Tagen je 100.000 Einwohner) unterschreitet.

Kontaktregeln

Privat dürfen sich bis zum Ende des Monats nur noch Personen eines Haushalts mit maximal einer Person eines weiteren Haushalts treffen. Kinder sind dabei eingeschlossen.

Maskenpflicht

Im öffentlichen Nahverkehr, in Taxen und in Geschäften gilt in Thüringen weiterhin die Maskenpflicht. Darüber hinaus muss seit dem 1. Dezember in folgenden Situationen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden:

- in allen geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder in denen Publikumsverkehr besteht
- unter freiem Himmel in Innenstädten an allen Orten mit Publikumsverkehr
- in der Öffentlichkeit überall, wo sich Personen auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten (Die konkreten Ausgestaltung und Festlegung der Orte obliegt den Landkreisen und kreisfreien Städten.)
- vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen
- in Arbeits- und Betriebsstätten mit Ausnahme des Arbeitsplatzes, sofern ein Mindestabstand von 1,5 Meter sicher eingehalten werden kann

Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind davon ausgenommen. Auf den Mund-Nasen-Schutz verzichten dürfen auch Menschen, denen das Tragen wegen einer Behinderung, gesundheitlicher oder anderer Gründe nicht möglich oder zumutbar ist. Die Mund-Nasen-Bedeckung soll eng anliegen und gut sitzen. Bei Maskenverweigerern droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Groß- und Einzelhandel

Diese Geschäfte und Dienstleistungsfirmen dürfen weiter öffnen:

* Lebensmittelhandel, Wochenmarkt, Großhandel
* Tierbedarf, Getränkemärkte, Abhol- und Lieferdienste
* Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Optiker, Hörakustiker
* Sparkassen und Banken, Poststellen
* Reinigungen, Waschsalons, Babyfachmärkte
* Ladengeschäfte des Zeitungsverkaufs
* Weihnachtsbaumverkauf
* Tankstellen, Autohäuser, Fahrradläden, Kfz- und Fahrradwerkstätten
* einschlägige Ersatzteilverkaufsstellen

In Einrichtungen mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmeter darf sich höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Ab 801 Quadratmeter Verkaufsfläche gilt: Ein Kunde pro 20 Quadratmeter.

Geschäfte, die nicht zu den genannten Sparten zählen, können ab 10. Januar einen Bestell- und Abholservice anbieten. Voraussetzung dafür ist, dass die Ware kontaktlos übergeben und bezahlt wird. Bestellen müssen die Kunden vorab über Internet oder Telefon.

Diese Geschäfte und Dienstleistungen bleiben geschlossen:

Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen sowie Kinos, Messen, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken sowie Bordelle, Friseursalons, Kosmetik- und Nagelstudios, Massagesalon und Tattoo-Studios.

Kindergärten, Schulen und Bildungsangebote

Ab dem 16. Dezember schließen alle Schulen, Kindergärten, Volkshochschulen, Musik- und Jugendkunstschulen, Schullandheime, Bibliotheken und Fahrschulen. Gleiches gilt für Einrichtungen der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung. Davon ausgenommen sind Abschlussklassen, sie dürfen für Klausuren und andere Aufgaben in die Schulen. Eine Notbetreuung wird für Kindergartenkinder und Schüler bis zur sechsten Klasse angeboten.

Reisen

Jede Person ist angehalten, auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten. Das gleiche gilt für Dienstreisen. Busreisen und Übernachtungsangebote für touristische Zwecke sind untersagt (Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen...).

Menschen, die aus einem Risikogebiet nach Thüringen zurückkehren, müssen sich unverzüglich und direkt in häusliche Quarantäne begeben. Die Bestimmung gilt für alle Personen, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem solchen Risikogebiet befanden - unabhängig davon, ob sie sich in der Zeit auch noch woanders aufhielten. Außerdem sind die zuständigen Behörden zu informieren. Die Isolierung ist für zwei Wochen vorgesehen, haushaltsfremde Personen dürfen keine Besuche abstatten. Ausnahmen von der Quarantäne-Regelung gelten etwa für systemrelevante Berufsgruppen.

Nach einem negativen Corona-Test ist keine Quarantäne mehr nötig. Tests im Ausland müssen nach vergleichbaren Qualitätskriterien, wie sie das Robert Koch-Institut formuliert, durchgeführt werden - und sie dürfen höchstens 48 Stunden vor Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein. Test-Termine in Thüringen können über die kostenfreie Rufnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 vereinbart werden.

Demonstrationen und Gottesdienste

Demonstrationen, Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte, parteipolitische, amtliche und betriebliche Veranstaltungen sind in Thüringen weiter erlaubt. Dabei müssen jedoch die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Bei hohen 7-Tage-Inzidenzen wird die Teilnehmerzahl von politischen Versammlungen begrenzt. Überschreitet ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt den Wert von 200, sind unter freiem Himmel 200, in geschlossenen Räumen 50 Teilnehmer erlaubt. Ab einer Inzidenz von 300 reduziert sich die Zahl auf 25, außen sowie innen.

Für Gottesdienste gilt bis zum 10. Januar eine Maskenpflicht auf allen Plätzen. Außerdem ist Gesang verboten. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt auch für sämtliche Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz (Demonstrationen und Kundgebungen).

Gastronomie

Gaststätten und andere gastronomische Betriebe sind geschlossen, dazu zählen auch Bars, Diskotheken, Kneipen, Cafés und Eisdielen. Möglich sind die Lieferung und das Mitnehmen von Speisen und Getränken. Autohöfe, sowie Kantinen und Mensen, die keinen öffentlichen Besucherverkehr haben, können geöffnet bleiben.

Sport

Der Freizeit- und Amateursport-Betrieb in Thüringen ist vorübergehend eingestellt. Profisportvereine dürfen weiter Training organisieren, Wettbewerbe ohne Zuschauer sind möglich.

Möglich ist individueller Sport ohne Körperkontakt allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts - zum Beispiel Golf, Reiten, Tennis, Radfahren oder Leichtathletik.

Geschlossenen sind Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen sowie Fitnessstudios.

Pflegeheime, Krankenhäuser, Werkstätten

Krankenhäuser werden aufgefordert, alle verschiebbaren medizinischen Maßnahmen zurückzustellen, sofern dies für die Versorgung von Covid-19-Patienten erforderlich ist. Reha-Einrichtungen sollen bei Bedarf kurzfristig Bettenkapazitäten zur Entlastung der Krankenhäuser bereitstellen.

Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Seniorenresidenzen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen dürfen pro Tag nur eine Besuchsperson empfangen. Diese muss registriert werden und soll nicht täglich wechseln. Die Einrichtungen dürfen nur mit FFP2-Maske betreten werden.

Pflegeheime sollen durch vermehrte Corona-Tests geschützt werden. Für Mitarbeiter sind zwei Tests pro Woche vorgesehen. Pflegeheimbewohner haben Anspruch auf bis zu 20 Schnelltests pro Monat, die wiederum auch von ihren Besuchern in Anspruch genommen werden können. Besuche sind auch mit einem negativen PCR-Testergebnis möglich, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Einrichtungen sind darüber hinaus verpflichtet, Schnelltests vorzuhalten und Besucher auf Verlangen vor Ort zu testen.

Tagespflegeeinrichtungen müssen schließen.


Wie viele Menschen in Thüringen waren bisher infiziert?

Seitdem Anfang März der erste Coronavirus-Fall in Thüringen nachgewiesen wurde, stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen kontinuierlich an. Am 18. März wurde die Marke von 100 Corona-Fällen im Freistaat überschritten. Am 10. Januar waren es mehr als 50.000. Die aktuellen Werte und weitere Grafiken finden sie hier.


Unter welchen Telefonnummern erhalte ich Auskünfte?

Zum richtigen Umgang mit dem neuartigen Coronavirus haben mehrere Städte, Gemeinden und Einrichtungen Info-Telefone eingerichtet. Alle Nummern für Thüringen finden Sie hier im Überblick.


Ratgeber: Wo erfahre ich mehr über das Coronavirus?

Das neue Coronavirus und die Pandemie stellen uns alle vor neue Herausforderungen in Beruf, Freizeit und Alltag. Wir möchten Ihnen mit unserem Corona-Ratgeber einen Wegweiser geben und die wichtigsten Fragen beantworten. Sie finden ihn hier.