Tourismusbranche Thomas-Cook-Pleite trifft Thüringer Reisende

Die Insolvenz von Thomas Cook verursacht auch in Thüringer Reisebüros große Aufregung. Mitarbeiter zeigten sich am Montagvormittag verunsichert, versuchten aber ihre Kunden so gut wie möglich zu informieren. "Wir arbeiten auf Hochtouren", so das kurze Statement.

Zuverlässige Auskünfte können die überrannten Reisbüromitarbeiter aber noch nicht geben. Ob Hotelbuchungen gehalten werden können, sei unter Umständen eine Einzelfallentscheidung. Die Reisebüros rechnen über den Tag mit unablässigen Kundenanrufen, warten dabei aber selbst auf weitere Informationen. Noch sei unklar, wie viele Thüringer Kunden von der Insolvenz des britischen Touristikkonzerns betroffen sind.

Nach Angaben eines Thüringer Reisebüros stehen etwa zehn Prozent der Buchungen in Verbindung mit Thomas Cook. Da auch den Reisebüromitarbeitern Informationen fehlen, versuchen Sie erst einmal, ihre Kunden zu beruhigen. Zunächst seien nur Reisen der nächsten zwei Tage betroffen. Aber auch hier sei Vorsicht geboten: Dass eine Reise nicht gewährleistet sei, bedeute nicht, dass sie definitiv nicht stattfinde. Zu Reisen in den nächsten Wochen gibt es noch keine zuverlässigen Informationen.

EU-Kommission in der Pflicht?

Wolfgang Tiefensee im Sommerinterview bei MDR THÜRINGEN
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Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee bezeichnete die Insolvenz als "Rückschlag für die gesamte europäische Reisebranche". Die Folgen seien aus heutiger Sicht noch nicht überschaubar, sagte er. Der SPD-Politiker bedauerte, dass die britische Regierung sich offenbar nicht in der Lage gesehen habe, eine notwendige Überbrückungshilfe für die Fortführung des Geschäftsbetriebs bereitzustellen. Bei solchen europaweit agierenden Unternehmen müsse künftig über eine aktivere Rolle der EU-Kommission nachgedacht werden, sagte Tiefensee.

Zu Thomas Cook gehören auch deutsche Tochterunternehmen wie Condor, Neckermann, Bucher oder Öger Tours. Tiefensee forderte die Bundesregierung auf, Hilfen für diese Unternehmen zu prüfen und den weiteren Insolvenzprozess "eng zu begleiten". Die Auswirkungen der Insolvenz auf den deutschen Markt müssten möglichst gering gehalten werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2019, 13:56 Uhr

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