MP-Wahl in Thüringen Ex-Ministerpräsident Althaus hat CDU vor möglicher AfD-Finte gewarnt

Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat die CDU-Landesspitze vor dem Abstimmungsverhalten der AfD im dritten Wahlgang zur Ministerpräisdentenwahl gewarnt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hatte Althaus am vergangenen Sonntag in einer Telefonkonferenz des CDU-Präsidiums gesagt, dass die AfD mit ihrem eigenen Kandidaten nur die "Leimrute" auslege. Laut Konferenzteilnehmern hatte er in der Telefonschalte CDU-Landeschef Mike Mohring und dem Präsidum dringend eine Enthaltung im dritten Wahlgang empfohlen. Althaus soll dabei mehrfach darauf hingewiesen haben, den derzeitigen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) nicht zu wählen.  

Dieter Althaus
Dieter Althaus in der MDR-Sendung "Riverboat" (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch das Verhalten des FDP-Landeschefs ist für Althaus unverzeihlich. "Was Kemmerich sich da geleistet hat, ist unverzeihlich und die Krönung der politischen Dummheit aus Machtversessenheit. Der Gewinner dieses Spiels ist bei der nächsten Wahl die AfD und die Linke", schreibt Althaus in einer Mail an CDU-Parteikollegen, die MDR THÜRINGEN vorliegt. In dieser geißelt er das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion am vergangenen Mittwoch scharf. "Das ist bescheuert, naiv oder bewusst kalkuliert" , schreibt Althaus.

Nach MDR-Informationen aus Parteikreisen hat Althaus am Donnerstag nach Kemmerichs Wahl Kontakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu dem Fall gehabt. Er soll ihr von seinen vorab geäußerten Bedenken gegenüber Mohring und dem CDU-Präsidium berichtet haben. Dabei hat er der Kanzlerin offenbar sein Entsetzen über das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion im dritten Wahlgang deutlich gemacht. Althaus wollte sich auf Nachfrage nicht zu internen Schreiben oder Telefonaten äußern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. Februar 2020 | 07:00 Uhr

333 Kommentare

martin vor 20 Wochen

@beobachter: Auch wenn sich das (noch) nicht in aktuellen Meinungsumfragen / Wählerzuwachs widerspiegelt - ich fürchte schon, dass die AfD auch bei Wählerstimmen profitieren wird. Wobei es selbstverständlich begrüßenswert wäre, wenn Protestwähler darüber nachdenken, ob die Wahl der Thüringer AfD eine geeignete Form ist, seinen Unmut über (Berliner) Politik auszudrücken ....

martin vor 20 Wochen

@wohin: Ach gibt es "wahre Faschisten" und "unwahre Faschisten" - die Unterscheidung kannte ich noch nicht. Wenn Sie mögen, können Sie mir das gern genauer erklären.

Auch mit "Gebärden der Gutmenschengemeinde" kann ich wenig anfangen. Was bitte soll eine "Gutmenschengemeinde" sein? Ich meine mich im religiösen Umfeld ein wenig auszukennen, aber wo finde ich die Gutmenschengemeinde?

Übrigens: Wer faschistische Politik (auch durch Wahl) befördert oder auch nur billigend in Kauf nimmt, sollte sich nicht wundern, wenn er auch als Faschist bezeichnet wird.

martin vor 20 Wochen

@wohin: Vernünftige Antworten auf komplexe Fragen sind manchmal komplex - auch wenn manche Zeitgenossen meinen, das als labern, Geschwafel oder Geschwurbel bezeichnen zu können.

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