Ein Containerschiff verlässt die Werft in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.
China ist wichtiger Handelspartner für Thüringen. Über die Neue Seidenstraße werden künftig wohl noch mehr Waren zwischen Asien und Europa transportiert. Bildrechte: dpa

Wirtschaft Chinas "Neue Seidenstraße" - Chancen und Risiken für Thüringen

China baut seit Jahren an einer "Neuen Seidenstraße". Eigentlich sind es mehrere Seidenstraßen. Mit einem Investitionsvolumen von über 1.000 Milliarden US-Dollar entstehen seit 2013 neue Zugstrecken, Straßen und Häfen sowie Kraftwerke, Pipelines und Flughäfen. Dieses weltgrößte Infrastrukturprojekt bietet für die Wirtschaft in Thüringen Chancen - birgt aber auch Risiken.

von Gerd Nettelroth

Ein Containerschiff verlässt die Werft in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.
China ist wichtiger Handelspartner für Thüringen. Über die Neue Seidenstraße werden künftig wohl noch mehr Waren zwischen Asien und Europa transportiert. Bildrechte: dpa

China will ein neues Handelsnetzwerk zwischen Asien, Afrika und Europa schaffen und verspricht den Ländern Investitionen und Entwicklung. Für das große Vorhaben hat sich ein wohlklingender Name etabliert: Neue Seidenstraße. Gleichzeitig möchte die Volksrepublik damit ihren globalen Einfluss ausbauen und die internationale Ordnung stärker auf sich zuschneiden. Die Infrastrukturprojekte sind meist finanziert durch Kredite von chinesischen Staatsbanken und gebaut von chinesischen Unternehmen, die chinesische Arbeiter beschäftigen. Bis zu 90 Prozent aller Seidenstraßen-Projekte gehen bisher an Firmen aus dem Reich der Mitte.

Mit dem offiziell "One Belt, One Road" (OBOR, deutsch: "Ein Gürtel, eine Straße") genannten weltweit größten Investitionsprogramm soll der Handel zwischen Asien, Europa und Afrika schneller und kostengünstiger werden - zum wirtschaftlichen Nutzen aller teilnehmenden Länder - das sind bisher rund 130. Und davon will auch die Wirtschaft in Thüringen profitieren - obwohl der neue Handelsweg zu Land einen Bogen um den Freistaat macht. Die Route verläuft in Deutschland von Duisburg über Hannover nach Magdeburg und dann weiter gen Osten.

Chinas Seidenstraße bietet Chancen für Thüringer Unternehmen

Nach Einschätzung des Thüringer Wirtschaftsministeriums kommen für die Infrastrukturprojekte Thüringer Unternehmen derzeit insbesondere als Zulieferer infrage, oder auch unternehmensnahe Dienstleister wie Ingenieur- und Architektenbüros. Wie das Ministerium MDR THÜRINGEN auf Anfrage mitteilte, könnten zudem Firmen in Thüringen auch von der verbesserten Infrastruktur (einfacherer Transport via Schienenweg) profitieren, indem sie schneller und einfacher zu ihren Kunden gelangten. Dies gelte insbesondere für Branchen mit hohem Transportaufkommen, beispielsweise den Maschinen- und Automobilbau.

Die neue Seidenstraße: China baut mit großem finanziellen Aufwand neue Infrastruktur für Handelsrouten zwischen Asien, Afrika und Europa auf.
Die Neue Seidenstraße: China baut mit großem finanziellen Aufwand neue Infrastruktur für Handelsrouten zwischen Asien, Afrika und Europa auf. Bildrechte: MDR/MCS Grafik Thüringen

Thüringen blickt nach Osten und sucht Austausch mit China

Das Wirtschaftsministerium unterstützt nach eigenen Angaben Unternehmen im Rahmen der Außenwirtschafts- und Messeförderung, bietet über die Abteilung "Thüringen International" der Landesentwicklungsgesellschaft LEG Unternehmer- und politisch begleitete Delegationsreisen nach China an. Zudem würden über die Hochschulen der Wissenschafts- und Studierendenaustausch organisiert sowie Handels-, Wirtschafts- und Forschungsbeziehungen durch bilaterale Vereinbarungen ausgebaut - zum Beispiel auf dem Gebiet der Sensorik, auf dem es enge Kooperationen der chinesischen Industrie mit Thüringer Forschungseinrichtungen (etwa dem CiS Institut für Mikrosensorik in Erfurt) gebe.

Erst am 21. Juni habe erneut eine chinesische Delegation Erfurt besucht. Die LEG biete darüber hinaus Branchentage, Workshops und gezielte Informationen sowie konkrete Einzelberatung zu einzelnen Auslandsmärkten an. Zum diesjährigen Thüringer Außenwirtschaftstag im März 2019 war laut Ministerium ein Workshop der Neuen Seidenstraße gewidmet, zukünftig seien weitere Informationsveranstaltung zu diesem Thema vorgesehen. Die LEG plane zudem, im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums spätestens im Jahr 2020 eine soganannte "Marktsondierungsreise" in einige Länder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) im Zentrum der Neuen Seidenstraße durchzuführen.

Jahrhundertprojekt "Neue Seidenstraße"

Die Neue Seidenstraße ist ein gigantisches Projekt. Entlang der legendären Handelsroute baut China die Infrastruktur massiv aus.

Neue Seidenstraße
China möchte den Mythos der alten Seidenstraße wiederbeleben und plant eine neue Seidenstraße entlang der legendären Handelsroute. Es ist ein gigantisches Projekt, das seit 2013 in Angriff genommen wird. Denn es umfasst nicht nur den Ausbau von Straßen, Schienen- und Schifffahrtswegen, sondern auch die Errichtung von Flughäfen, Sonderwirtschaftszonen, Industrieparks, Telekommunikationsunternehmen, Dämmen, Häfen, ja sogar den Bau oder die Sanierung von Kraftwerken. Insgesamt knapp 900 Milliarden Euro hat Peking für das Projekt neue Seidenstraße zur Verfügung gestellt. Mehr als 60 Länder sollen an die neue Seidenstraße angeschlossen werden, darunter auch die meisten Staaten Osteuropas. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Neue Seidenstraße
China möchte den Mythos der alten Seidenstraße wiederbeleben und plant eine neue Seidenstraße entlang der legendären Handelsroute. Es ist ein gigantisches Projekt, das seit 2013 in Angriff genommen wird. Denn es umfasst nicht nur den Ausbau von Straßen, Schienen- und Schifffahrtswegen, sondern auch die Errichtung von Flughäfen, Sonderwirtschaftszonen, Industrieparks, Telekommunikationsunternehmen, Dämmen, Häfen, ja sogar den Bau oder die Sanierung von Kraftwerken. Insgesamt knapp 900 Milliarden Euro hat Peking für das Projekt neue Seidenstraße zur Verfügung gestellt. Mehr als 60 Länder sollen an die neue Seidenstraße angeschlossen werden, darunter auch die meisten Staaten Osteuropas. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Pupin-Brücke in Belgrad
Belgrad, Serbien Ein sehr frühes Projekt auf der neuen Seidenstraße ist die Pupinow-Brücke in der serbischen Hauptstadt Belgrad. 2014 wurde die Donau-Brücke feierlich eingeweiht. Bildrechte: IMAGO
Die Pupin-Brücke in Belgrad
Belgrad, Serbien Die Kosten des Brückenbaus in Höhe von 170 Millionen Euro trugen zu 85 Prozent die Exim Bank of China und zu 15 Prozent der serbische Staat sowie die Stadt Belgrad. Gebaut wurde die knapp anderthalb Kilometer lange Donau-Brücke von einer chinesischen Baufirma. Nach der Eröffnung der Pupinow-Brücke müssen LKW einerseits nicht mehr das Zentrum von Belgrad durchfahren und können andererseits viel schneller den Hafen der Stadt erreichen. Bildrechte: IMAGO
Keleti Bahnhof in Budapest
Hochgeschwindigkeitsstrecke Budapest - Belgrad, Ungarn/Serbien Mehr als acht Stunden benötigt der Schnellzug für die knapp 350 Kilometer zwischen Budapest und Belgrad. In längstens fünf Jahren aber soll auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ein Schnellzug mit 200 km/h verkehren und die Strecke zwischen den beiden Hauptstädten in gut zweieinhalb Stunden zurücklegen. Chinesische Firmen werden die Hochgeschwindigkeitsstrecke errichten. Kostenpunkt: geschätzte 1,5 Milliarden Euro. 85 Prozent der Baukosten bestreiten Banken aus dem "Reich der Mitte". Bildrechte: IMAGO
Kraftwerk Kostolac
Kostolac, Serbien Mehr als 715 Millionen Dollar investiert China im Kohlekraftwerk Kostolac. Sowohl ein neuer Block wird entstehen als auch der Kohleabbau im nahe dem Kraftwerk gelegenen Tagebau modernisiert. Bildrechte: dpa
Hafen von Klaipeda, Litauen
Klaipeda, Litauen Mit chinesischem Geld wird seit 2015 der Ostseehafen Klaipeda zu einem bedeutenden Umschlagplatz auf der neuen Seidenstraße ausgebaut. Bildrechte: IMAGO
Blick über die Donau auf das Kernkraftwerk in Cernavoda am 25.8.2003.
Cernavoda, Rumänien Mehr als 7,2 Milliarden Euro investiert die chinesische Firma "Nuklear Power Group", die sämtliche Kernkraftwerke in China betreibt, im rumänischen AKW Cernavoda. Zwei neue Reaktorblöcke wird das in die Jahre gekommenen AKW erhalten. Bildrechte: dpa
Einfahrt in die Freihandelszone Korgas an der chinesischen Grenze zu Kasachstan
Korgas, Kasachstan Die Sonderwirtschaftszone Korgas befindet sich direkt an der chinesisch-kasachischen Grenze. Auf der chinesischen Seite haben sich etliche Unternehmen angesiedelt, es sind riesige Malls entstanden und Luxus-Appartements. Korgas hat für die Chinesen aber auch noch eine erhebliche Bedeutung als Drehscheibe - den neu errichteten Bahnhof der Stadt passieren die Güterzüge, die nach Zentralasien, in den Iran oder eben in die andere Richtung, nach Europa, fahren. Bildrechte: IMAGO
Korgas China, Kasachstan
Korgas, Kasachstan Auf der kasachischen Seite von Korgas ähnelt die Sonderwirtschaftszone freilich noch eher einem Basar. Kleine Händler haben ihre Stände aufgebaut, es gibt Kioske und ein paar Tankstellen an der Hauptstraße. Für die Kasachen ist die neue Seidenstraße nicht unbedingt ein Versprechen auf eine große Zukunft, sondern eher eine Bedrohung - sie fürchten den Ausverkauf ihres Landes und fühlen sich der Wirtschaftsmacht des chinesischen Nachbarn hilflos ausgeliefert. Bildrechte: IMAGO
Containerbahnhof Chengdu
Bahnstrecke China - Polen Im Rahmen der neuen Seidenstraße wurde 2015 auch bereits die erste direkte Güterzugverbindung zwischen China und Polen in Betrieb genommen. Start der 15-tägigen Fahrt nach Polen ist der Containerbahnhof Chengdu. Bildrechte: IMAGO
Minsk, Industriepark Great Stone
Minsk, Belarus "Großer Stein" heißt ein gigantischer Industriepark, der in der Nähe des Minsker Flughafens entsteht. Der Park wird nach seiner Fertigstellung mehr als 90 Quadratkilometer groß sein und neben Logistikfirmen Unternehmen aus den Bereichen Elektronik, IT, Maschinenbau, Biomedizin, Material- und Werkstoffkunde beherbergen. 150.000 Menschen sollen in etwa 25 Jahren im "Great Stone" arbeiten und leben. In ganz Europa gibt es derzeit kein Bauvorhaben, das auch nur annähernd so ehrgeizig wäre. Bildrechte: dpa
Great Stone-Industriepark in Minsk.
Minsk, Belarus Das Projekt "Großer Stein" verwirklichen China und Belarus gemeinsam - China trägt freilich den größeren Anteil an den Baukosten, knapp 70 Prozent. Chinas Präsident Xi Jinping sagte bei der Grundsteinlegung: Der Park sei "eine Perle auf der neuen Seidenstraße".
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "Aktuell", 15.05.2017.)
Bildrechte: IMAGO
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China spielt wichtige Rolle für Thüringen

Nach Ministeriumsangaben ist China schon heute einer der wichtigsten Außenhandelspartner des Freistaats - Rang vier bei Exporten, Rang eins bei Importen. Chinas wirtschaftliche Bedeutung für Thüringen werde weiter zunehmen. Die Frage sei, wie Thüringer Unternehmen von den Investitionen, die China im Rahmen seiner Strategie entlang der Neuen Seidenstraße plane, profitieren könnten. Hier werde die Lage intensiv sondiert - etwa auf dem afrikanischen Kontinent, der eine wachsende Bedeutung auch für deutsche Firmen besitze. Allerdings ist das Wirtschaftsministerium hinsichtlich der unmittelbaren Effekte derzeit noch zurückhaltend. Zur Begründung hieß es, China knüpfe seine Investitionen häufig an Auflagen zugunsten chinesischer Firmen. Langfristig könne die chinesische Initiative aber zur Entwicklung neuer Märkte beitragen, die dann zu einer steigenden Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen auch aus Thüringen führen könne, so das Fazit des Ministeriums.

IHK Erfurt sieht Licht und Schatten auf der Neuen Seidenstraße

Ähnlich schätzt die Erfurter Industrie- und Handelskammer die Situation ein. IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser sagte MDR THÜRINGEN, seit Jahren sei die Volksrepublik China der wichtigste Handelspartner Thüringens und daraus würden sich gute Chancen sowohl für Exporteure als auch Importeure ergeben. Bei den Thüringer Importen ist China laut Grusser mit mehr als einer Milliarde Euro (minus 2,1 Prozent zu 2017) unverändert führend im Länderranking 2018 des Freistaats. Die Exporte legten im vergangenen Jahr sogar auf rund 949 Millionen Euro zu. Das entspreche einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut IHK betreiben derzeit 424 Unternehmen aus dem Freistaat aktiven Handel mit China. Darunter sind zum Beispiel die NIDEC GPM GmbH im Landkreis Hildburghausen (Produktion von Fahrzeugteilen und sonstigem Zubehör für Kfz), die Automotive Lighting Brotterode GmbH im Kreis Schmalkalden-Meiningen (Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen) und die Funkwerk AG in Kölleda (Herstellung von Geräten und Einrichtungen der Telekommunikationstechnik).

Bakhtrische Kamele in der Wüste Gobi.
Die antike Seidenstraße führte zum Teil auch durch die Wüste Gobi. Bildrechte: MDR/SWR/Rolf Lambert

"Trotz dieser positiven Entwicklung der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen gibt es auch Schattenseiten. Chinas Rolle in der Welt verschiebt sich", so der IHK-Chef. Die chinesische Konkurrenz sei auf dem besten Weg, zum Innovationsführer in fast allen Industriezweigen aufzusteigen. Mit dem großangelegten Konzept der Neuen Seidenstraße planten die Chinesen eine riesige Wirtschaftszone zwischen Asien und Europa und Afrika. Schon vor mehr als 2.000 Jahren gelangten Waren über die antike Seidenstraße nach Europa.

Neue Seidenstraße: Chinas Ziele unklar

Es herrsche Uneinigkeit, welche Ziele die Volksrepublik letztendlich mit der Initiative verfolge. Die Neue Seidenstraße sei auch mit Risiken verbunden, meint Grusser. So berichteten IHK-Mitgliedsunternehmen von Problemen, etwa durch Handelshemmnisse wie Dumping-Löhne sowie einen erschwerten Zugang zu öffentlichen Aufträgen. "Vor diesem Hintergrund ist es deshalb wichtig, dass die chinesische Regierung einen transparenten und regelbasierten Ansatz wählt und die Projekte außerdem wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig gestaltet. Dafür sollte sich die deutsche Politik einsetzen", so Grusser weiter.

Chancen für die Thüringer Wirtschaft liegen laut IHK in den Infrastrukturprojekten wie dem Ausbau von Häfen sowie Schienen-, Straßen- und Energienetzen mit Zulieferungen, Ingenieurdienstleistungen, Technologie oder im Maschinen- und Anlagenbau. Klein- und mittelständische Unternehmen könnten als Zulieferer für deutsche Konzerne fungieren, die an den chinesischen Infrastrukturprojekten mitwirken. Durch die angestoßenen wirtschaftlichen Entwicklungen in den Ländern entlang der Route(n) entwickelten sich neue Absatzmöglichkeiten.

Wirtschaftsbeziehungen sind keine Einbahnstraße

Auch für chinesische Unternehmen wird der Wirtschaftsstandort Thüringen immer interessanter. So hat der chinesische Konzern CATL seine Pläne für eine Batteriefabrik bei Erfurt erheblich ausgebaut. Statt den bisher geplanten 240 Millionen Euro will der Batteriehersteller nun insgesamt 1,8 Milliarden Euro am Erfurter Autobahnkreuz investieren - und dies innerhalb der nächsten fünf Jahre. Das hatte CATL-Europachef Matthias Zentgraf Anfang Juli MDR THÜRINGEN bestätigt. Zudem würden statt der anfangs geplanten 600 nun mehr als 2.000 Beschäftigte gebraucht. Offen ist noch, ob die künftigen Mitarbeiter auf dem heimischen Arbeitsmarkt gesucht oder aus China eingeflogen werden. Nach Angaben von Zentgraf soll mit dem Bau des Werkes spätestens Ende September begonnen werden. CATL hatte zuvor bereits die leeren Immobilien des früheren Solarzellenherstellers Solarworld in Arnstadt übernommen.

Produktionslinie in einem Werk des Batterieherstellers CATL.
Der chinesische Batteriehersteller CATL will in Thüringen ein großes Werk errichten. Bildrechte: CATL

Weitere chinesische Unternehmen mit Sitz in Thüringen sind unter anderem die Binz Ambulance- und Umwelttechnik GmbH in Ilmenau (Herstellung von Karosserien, Aufbauten und Anhängern mit 140 Mitarbeitern) sowie - jeweils im Wartburgkreis - die Preh Car Connect Thüringen GmbH (Unterhaltungselektronik, 370 Mitarbeiter) und die Wunderschön Deutschland GmbH (Körperpflegemittel und Duftstoffe, 140 Mitarbeiter).

Handelsverband skeptisch: Hürden für Firmen in China

Auch nach Einschätzung des Thüringer Handelsverbandes könnten sich für Thüringer Unternehmen Chancen für neue Geschäfte eröffnen. So könnten sie zum Beispiel von den geringeren Transportkosten durch die neue Infrastruktur entlang der Seidenstraße profitieren. Verbandssprecherin Ute Zacharias sagte MDR THÜRINGEN, Voraussetzung sei aber, dass die Firmen im Handel mit China und den Ländern entlang der Seidenstraße faire Wettbewerbsbedingungen und offene Märkte vorfinden. Allerdings hätten ausländische Unternehmen in China häufig große Hürden zu überwinden.

Seidenstraße könnte mehr Warenverkehr auf die Schiene bringen

Die Deutsche Bahn sieht in der Neuen Seidenstraße positive Auswirkungen auf den Schienenverkehr. Michael Baufeld, Bahnsprecher für Großprojekte, sagte MDR THÜRINGEN, zwar sei der staatseigene Konzern nicht direkt am Bau der Neuen Seidenstraße beteiligt. Aber der Ausbau der Infrastruktur in den teilnehmenden Ländern quer durch Asien mache den Verkehrsträger Schiene attraktiver und wettbewerbsfähiger. Die Warentransporte von China nach Westeuropa und zurück würden schneller und kostengünstiger. Die Bahn-Tochtergesellschaft DB Cargo verzeichne schon seit Jahren einen zunehmenden Güterverkehr über die Schiene - und zwar in beide Richtungen. Das ist laut Baufeld auch dringend erforderlich, um mehr Warentransporte von der Straße zurück auf die Schiene zu holen. Denn im reinen Europageschäft schreibt DB Cargo seit Jahren rote Zahlen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tage | 18. Juli 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 22:05 Uhr

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5 Kommentare

19.07.2019 00:07 part 5

In Europa zerfällt immer mehr Infrastruktur oder wird im Nachhinein privatisiert, China invenstiert großflächig in Infrastruktur in anderen Ländern und verschafft sich die Absatzmärkte von morgen auch wenn der Westen dabei die langjährige Abhängigkeit von Staaten durch Verschuldung kritisiert. Dennoch allemal besser in den Ausbau neuer Handelwege zu investieren als in neue Rüstungsprojekte wie in den USA und der EU. Gleichzeitig wird somit Entwicklungshilfe geleistet, die auch den Völkern zu Gute kommt und nicht irgendwelchen Konzernen oder irgendwelchen regime chanche. Handelswege sichert man durch Diplomatie und nicht durch neue Truppenverbände.

18.07.2019 15:16 Max Mütze 4

China hat Visionen und handelt (strategisch)!

Deutschland und Europa zermürben sich im Kleinkrieg und werden verlieren!

Auch das dekadente Rom ging mal unter....

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