Thüringen Verdienstausfall wegen Corona: 71 Betroffene erhielten bisher Entschädigung

Rund 2.700 Arbeitnehmer in Thüringen haben Anträge auf finanzielle Entschädigung für Corona-bedingten Verdienstausfall gestellt. Bislang wurden 71 Anträge bewilligt und rund 60.000 Euro ausgezahlt. Der Thüringer Arbeitgeberverband kritisierte den hohen bürokratischen Aufwand für Unternehmen.

Mutter und Sohn sitzen an einem Tisch und machen Heimarbeit
Viele Menschen müssen in der Corona-Pandemie ihre Kinder betreuen - das Land zahlt den Verdienstausfall. Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

In Thüringen wurden bisher 60.000 Euro Entschädigung an Beschäftigte gezahlt, die infolge von Quarantäne oder Kinderbetreuung nicht ihrer Arbeit nachgehen konnten. Wie eine Sprecherin des Thüringer Landesverwaltungsamtes (TLVwA) MDR THÜRINGEN mitteilte, seien seit Ende März 2.700 Anträge auf Verdienstausfall gestellt worden. 71 Anträge wurden bewilligt, 209 befinden sich laut TLVwA derzeit in Bearbeitung, 151 sind zurückgenommen worden.

Das Thüringische Landesverwaltungsamt, 2011
Rund 2.700 Anträge auf Entschädigung für corona-bedingten Verdienstausfall sind bislang beim Thüringer Landesverwaltungsamt in Weimar eingegangen. Bildrechte: imago/imagebroker

Man gehe davon aus, so die Sprecherin, dass nahezu alle potenziell Entschädigungsberechtigten den Antrag auf Lohnersatzzahlung stellen. Deswegen sei auch das Personal im Landesverwaltungsamt deutlich aufgestockt worden. Dennoch könne es bis zu vier Wochen und länger dauern, ehe das Geld vom Landesverwaltungsamt ausgezahlt wird. Grund dafür sei auch, dass die Anträge zu Beginn der Corona-Krise formlos gestellt werden konnten und viele Unterlagen erst nachgereicht werden müssen.

Hoher Verwaltungsaufwand für Unternehmen

Auch der Thüringer Arbeitgeberverband bestätigt die stark gestiegene Nachfrage nach Entschädigungszahlungen infolge der Corona-Pandemie. Das ziehe sich durch alle Branchen, in denen Mitarbeiter entweder aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten gehen können oder ihre Kinder zuhause betreuen müssen. Allerdings kritisierte der Verband den hohen bürokratischen Aufwand für Unternehmen. So gebe es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen, außerdem seien viele rechtliche Fragen nach wie vor offen.

Den Antrag auf Entschädigung nach Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes können Arbeitgeber und Selbstständige seit dem 30. März stellen. Die Lohnersatzzahlung wurde bisher für sechs Wochen gewährt. Das Bundeskabinett hat sie am Mittwoch auf zehn Wochen, für Alleinerziehende auf 20 Wochen verlängert.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Mai 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Leachim-21 vor 1 Wochen

wenn man hier lesen muss das von 2700 Anträge nur 71 bearbeitet wurde , Frage ich mich warum das in Thüringen solange dauert obwohl man unbürokratisch Helfen wollte. auch stellt sich mir die Frage wenn die Politiker endlich die Bürokratie vereinfachen wollen bzw. verschlanken. das was zur Zeit bei uns abläuft wirft ein schlechtes Licht auf unsere Regierungen, in den Bemühen einen schlanken und gerechten Staat , der auch wehrhaft ist zu errichten.

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