Debatte um Gebietsreform Heimrich: Koalition platzen lassen und "Wahnsinn" beenden

Der Landrat von Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich, hat sich für ein Ende der rot-rot-grünen Regierungskoalition in Thüringen ausgesprochen.

Der SPD-Politiker sagte MDR THÜRINGEN am Sonnabend, die SPD solle sich aus der "Umklammerung durch die Linken" befreien und den "Wahnsinn" der geplanten Gebietsreform durch einen Koalitionsbruch beenden. Die Reform sei auch mit neuen Vorschlägen nicht mehr zu retten.

Heimrich sagte weiter, viele Sozialdemokraten würden so denken wie er. "Bei uns im Kreisverband haben viele die Nase voll von Rot-Rot-Grün". Der Zeitung "Frankfurter Allgemeine" hatte Heimrich zuvor mit Blick auf die Gebietsreform gesagt, "diese Koalition zum Platzen zu bringen, wäre der effektivste und schnellste Weg, das unsinnige Projekt zu beenden."

Der Landrat von Schmalkalden-Meiningen kritisiert die geplante Gebietsreform schon länger. Auch den aktuellen Vorschlag von SPD-Innenminister Holger Poppenhäger, den größten Teil des Landkreises Schmalkalden-Meiningen mit dem Wartburgkreis und der Stadt Eisenach zu fusionieren und die Orte Oberhof, Zella-Mehlis und Benshausen in einen neu zu bildenden Südthüringer Kreis zu integrieren, lehnt er ab.

Thüringens Staatskanzleichef Benjamin Hoff (Die Linke) hält die Aussage von Peter Heimrich für bedauerlich und falsch. Darin liege keine Lösung aktueller Herausforderungen, reagierte Hoff im Internet auf dem Kurznachrichtendienst "Twitter".

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 29.04.2017 | Nachrichten | 14:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29.04.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. April 2017, 18:46 Uhr

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24 Kommentare

30.04.2017 23:03 observer 24

Man muß, um das Irrsinnsprojekt "Gebietsreform" loszuwerden, nicht r2g pauschal verteufeln und platzen lassen. Es würde schon genügen, endlich Poppenhäger zu bremsen. Die am Reißbrett an den Thüringern vorbei entworfene Poppenhäger-Bogumil- Version der Reform ist inakzeptabel . Es gibt bei r2g auch vernünftig denkende Leute, die sich endlich gegen ein Verfahren nach Gutsherrenart positionieren und durchsetzen sollten. Daß Mohring der Triumphator sein soll, nur weil innerkoalitionär bei r2g vorerst noch die Unvernunft das Sagen hat, ist nicht einzusehen . Hört mit der Torheit auf, gegen ein Volksbegehren den Kadi zu bemühen!

30.04.2017 22:53 Ostthüringer 23

@ ein anderer martin... erklären Sie uns doch bitte mal wozu es eine Gebietsreform in Thüringen braucht! Wozu sollen bestehende Gemeinden mit Städten zusammen gewürfelt werden, haben die Dorfbewohner kein Recht auf Selbstverwaltung?
Warum soll es keine VGs mehr geben? Dort funktioniert so manches besser, als in Städten. Wozu braucht es Monsterkreise? Wem bringt das was? Den Stadtbewohnern nicht, für die ändert sich nichts. Aber die Landbevölkerung hat
auf Jahre dafür zu bluten. Die Landflucht bekommt einen neuen Schub, weil das, was das Landleben ausmacht, einfach zerstört wird. Kein Politiker in diesem Land hat das Recht,das zu fördern, im Gegenteil. Sie sind verpflichtet jedem Einwohner ein lebenswertes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.