Kampagne "Heimat Shoppen" Thüringer Händler wollen Kunden wieder in die Innenstädte locken

Mit der Image-Kampagne "Heimat Shoppen" wollen die Industrie- und Handelskammern die Thüringer Innenstädte beleben. Die Pläne dafür sind am Dienstag in Bad Langensalza vorgestellt worden. Demnach werden im September 23 Thüringer Städte an der Aktion teilnehmen. Ihr Ziel: Händler, Gastronomen und Gewerbetreibende in der schwierigen Zeit unterstützen, die Kunden wieder in die Geschäfte vor Ort locken.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann das "Heimat Shoppen" in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Vor allem größere Veranstaltungen wie Konzerte sind wegen der Regeln zum Infektionsschutz nicht möglich. Laut Christian König vom Gewerbeverein Bad Langensalza sind dafür kleine, kreative Aktionen der einzelnen Läden geplant: "Also dass zum Beispiel ein Ladeninhaber seinen Gästen eine eigens gemachte Bowle anbietet oder selber Kuchen backt. Oder es gibt Kooperationen, zum Beispiel mit dem örtlichen Eiscafé - und bei einem Einkauf gibt es eben einen Gutschein für eine Kugel Eis noch dazu."

Corona-Lockdown hat Einzelhandel und Gastronomie schwer getroffen

Wichtig sei, dass alle Einzelhändler an einem Strang ziehen, sagt Martin Braun, Mitglied im Gewerbeverein und Inhaber des Restaurants "Ratswaage" in Bad Langensalza. Ein Gast, der in seinem Restaurant gut esse, der solle auch in anderen Läden einkaufen und umgekehrt. Die Kampagne findet bereits zum vierten Mal in Thüringen statt und startet am 4. und 5. September in Weimar und Artern, bis zum 9. Oktober machen noch weitere Städte in Thüringen mit, zum Beispiel auch Bad Salzungen, Apolda, Sömmerda und Heiligenstadt.

Auf einem Tisch vor einem Geschäft in Bad Langensalza steht eine Tüte mit der Aufschrift Ich bin Heimat Shopper
Die Kampagne soll Kunden zum Besuch der Geschäfte und Gaststätten in ihrer Region animieren. Bildrechte: MDR/Samira Wischerhoff

Laut Steffen Schulze von der IHK Erfurt hat der Corona-Lockdown im Frühjahr den Einzelhändlern besonders zu schaffen gemacht. Dennoch konnte der Einzelhandel in ganz Thüringen im ersten Halbjahr 2020 ein Umsatzplus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Das liege aber an den unterschiedlichen Bereichen der Branche, so Schulze. So hat sich der Umsatz von Nahrungsmitteln oder Möbeln mit einem Zuwachs von 8,6 Prozent deutlich gesteigert. Der Versand- und Internethandel ist sogar um 14,6 Prozent gewachsen. Eindeutige Verlierer ist jedoch der Textil- und Schuhhandel mit einem Minus von 4,8 Prozent.

Umso wichtiger sei in diesem Jahr die "Heimat Shoppen"-Kampagne, so Schulze. Sie solle bei den Menschen das Bewusstsein für die regionale Wirtschaft stärken, weil diese zum Beispiel auch die örtlichen Sportvereine unterstütze.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 25. August 2020 | 15:16 Uhr

13 Kommentare

Lyn vor 20 Wochen

Tolles Beispiel gefällig? Ist einer meiner Töchter passiert.

Kauf einer Waschmaschine beim Händler des Vertrauens...
Aus dem Laden getragen, zu zweit. Heim mit Auto, 2 Etagen hochgetragen. Ausgepackt. Defekt, Beulen, verrutschtes Display. 2 Etagen wieder runtergetragen, zurück zum Händler - , Antwort: wenden Sie sich an den Hersteller.
Mein Kind ist aus dem Stand explodiert.
Nach der Explosion wurde dann doch getauscht.

Sowas passiert online nicht; dann wird das Gerät von der Spedition gebracht UND an den Aufstellungsort gestellt und falls was ist das Teil wieder mitgenommen und bei Reklamation notfalls wieder geholt.

Lyn vor 20 Wochen

Den Einzelhendel habe ich größtenteils abgehakt.
Zu teuer, schlechte Beratung, für mich ohne Auto sind diese Innenstädte sehr schlecht erreichbar.
Inzwischen geh ich nicht mal mehr bei auswärtigen Arztterminen in eine Shoppingmeile.
Dann habe ich die Schlepperei zu Bus oder Bahn, dann muss das irgendwie gestellt werden, dann wieder Schlepperei nach Hause.

Und wenn dann mit der Ware etwas ist, ist es problematisch mit Umtausch und Reklamation.

Bei Online Käufen habe ich alle diese Probleme nicht.

Nei Amazon und über PayPal habe ich Käuferschutz, im Einzelhandel u.U. nichts als Ärger.

Lyn vor 20 Wochen

Die werden es kaum fassen, aber das war ein Familienbesuch, einkaufen läuft nebenher.
Hier in Thüringen habe ich zum shoppen kaum Möglichkeiten, müsste ewig herumkutschen, dann hat man die elende Schlepperei was für mich ab 5 kg aufwärts gesundheitlich nicht möglich ist. Bevor Sie fragen, der Reisetrolley hat 4 Rollen und es gibt überall hilfsbereite Menschen.
Und was ich vor Ort habe, da ist entweder die Qualität miserabel oder die Preise sind dermaßen hoch, das ist nicht mehr feierlich.

Davon abgesehen finde ich es daneben, dass immer noch in Ost und West unterteilt wird, in welchem Zusammenhang auch immer.

Manche Dinge sind wie sie sind....

Beratung im Einzelhandel?
Ich traf mal auf eine Dame, die kannte nicht mal den Unterschied zwischen einer Warmhaltekanne und einer Thermoskanne.
Aber am PC spielen konnte sie, während die Kundschaft such dumm und dämlich suchte.
Nur 1 Beispiel!